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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Seite - 157 -
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Seite - 157 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13

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Kraus 187 Araus nennen sein. so wenig glücklich seine Finanz» maßregeln sind. Er ist weniger als seine Kollegen für die eigene Person, mehr als diese für seine Geschäfte für den Staat oe< geistert. Er gehört zu denjenigen Staats« männern, die zu ihrem Vortheil nicht einen Heller veruntreuen, für die Finanzverwaltung aber plündern lassen würden, wenn dadurch die Cassen gefüllt, die Verlegenheiten gehoben werden könnten. Er hat zwar seine Stellung insoweit verbessert, als er das Inventar aller Hofräthe, welche sein Ministerium belasteten, mit vielem Geschick dem Handelsminister an- empfahl und sie auf diese Weise los wurde. Es fehlen ihm aber doch Beamte, die ihn in höheren Finanzfragen mit Rath zu unter» Nützen fähig wären, und so ist er in der That auf sich beschränkt, während er doch selbst ein Neuling (?) in dem Fache und durch seine Kenntnisse und seine Vergangen« heit vielmehr zu einem Minister des Innern als zu einem Finanzminister berufen ist."^^< Außer den bisher angeführten Personen de5 Namens Kraus und Krauß.ist noch fol» gender in Kürze zu gedenken: 1. Anna Kraus, bekannter unter dem nach ihrer Hei» rath angenommenen Doppelnamen Kraus» Wranihky (geb. zu Wien 1798). Die Toch- ter des Capellmeisters Paul Wranitzky, welche sich als ausgezeichnete Sängerin einen Ruf erworben hat. Sie war eine Schülerin ihres in der Musikwelt geschätzten Vaters und nach dessen Tode des berühmten Sal ier i . Nachdem sie im Gesänge gehörig ausgebildet war, betrat sie die Bühne, und zwar im Hof» Operntheater nächst dem Kärnthnerthore, des» sen Mitglied sie bis zu ihrer Verheirathung blieb. Dann zog sie sich von der Bühne zurück, machte aber von Zeit zu Zeit Kunstreisen und gab zeitweilig Gastvorstellungen. Stimme und Spiel standen bei ihr im harmonischen Ein» klänge und sie glänzte besonders in tragischen Rollen, wie als Norma, DeSdemona, Iphigenia, Medea; in den ersten Jahren aber leistete sie auch als Prinzessin in „Johann von Paris", Susannaim „Figaro", Ninetta in der „Diebischen Elster" u. m. a. Treffliches. ^Gaßner(F. S. Dr.), Universal» Lerikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler. Ler. 8°.) S. 308. — Oesterreichische Na« tional-Encyklopädie von Gräffer und Czitann(Wien1833,8<'.) Bd. I I I , S.283.) — 2. Anton- Kraus (geb. zu Winterberg in Böhmen um das Jahr 1743), ein sehr ge» schickt« Organist, der noch im Jahre 1795 in seiner Vaterstadt als Musitdirector lebte. Er spielte meisterhaft die Orgel, die Violine und das Violoncell; und von seinen Compofitio» nen bewahrte man in Raudnitz ein Requiem und eine Litanei. Näheres, wie auch sein Todesjahr, sind nicht bekannt. ^Dlabacz (Gottfr. Ioh.), Allgemeines historisches Künst« ler»3erikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1813, Gott- lieb Haase, kl. 4".) Bd. I I , Sp. 128.) — 3. Benedict Krauß — Gerber nennt und schreibt ihn I . KrauS — aus dem Salzburgischen gebürtig, war ein geschickter Musiker, der im 18. Jahrhunderte lebte und zu Anfang der Achtziger Jahre Musikdirector bei Herzog Clemens in Weimar war. Später befand er sich als Capellmeister bei der Bellom6'schen Schauspieler-Gesellschaft. Er soll in den ersten Jahren des laufenden Jahrhunderts gestorben sein und zuletzt in sehr dürftigen Umständen gelebt haben. Von seinen zahlreichen Comvositionen, darunter Lieder und Gesänge, Symphonien und andereInstrumen« talstücke, die Operette: „Amor's Zufälle", das Oratorium: „Die Pilgrime auf Golgatha", nach Rost's Dichtung, und die Cantate: „Die Schöpfung", Tert von Hochbäum, ist nichts gedruckt. ^Neues Universal» Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Di>. Iul . Schladebach, fortges. von Ed. Berns - dorf (Dresden 1836. R. Schäfer. Lex. 8°.) Bd. H , S. 653.^ — 4. Gabriele Kraus ist zur Zeit (1860—1864) k. k. Hof.Opern- sängerin, erhielt ihre Bildung an dem Con« seroatorium in Wien und betrat dann die Bühne. Sie zählt zur Stunde zu den belieb» teren Sängerinen desKärnthnerthor-Theaters. ^Brünner Zeitung 1860. Nr. 188: „Frau» lein Kraus und die Hoftheater'Direction".^ — 3. Johann (I.) Krauß (geb. um das Jahr 1736, gest. 1?90). ein Zögling der Wie. ner'Neustädter Akademie, aus welcher er im Jahre 1736 als Fähnrich zu Kolowrat«Infan> terie Nr. 17 eingetheilt wurde. Später kam er als Oberlieutenant zum 12. Kürasfier<Regi- mente, wurde dann Hauptmann im General» stabe und zuletzt, 1778, Oberst und Fuhrwe« sens'Commandant. Er war ein tapferer Degen und gab Proben seines Muthes im Tressen bei Meißen und 1761 bei der Erstürmung von Meißen. ^Ieitner von Leitnertreu (Th. Ign.), Ausführliche Geschichte der Wiener» Neustädter Militär<Akademie (Hermannstadt 1832, Steinhäuser, 8<>.) Bd. I, S. 451.) -^
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Kosarek-Lagkner, Band 13
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Kosarek-Lagkner
Band
13
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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