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Kraus 187 Araus
nennen sein. so wenig glücklich seine Finanz»
maĂźregeln sind. Er ist weniger als seine
Kollegen fĂĽr die eigene Person, mehr als
diese für seine Geschäfte für den Staat oe<
geistert. Er gehört zu denjenigen Staats«
männern, die zu ihrem Vortheil nicht einen
Heller veruntreuen, fĂĽr die Finanzverwaltung
aber plĂĽndern lassen wĂĽrden, wenn dadurch
die Cassen gefĂĽllt, die Verlegenheiten gehoben
werden könnten. Er hat zwar seine Stellung
insoweit verbessert, als er das Inventar aller
Hofräthe, welche sein Ministerium belasteten,
mit vielem Geschick dem Handelsminister an-
empfahl und sie auf diese Weise los wurde.
Es fehlen ihm aber doch Beamte, die ihn in
höheren Finanzfragen mit Rath zu unter»
Nützen fähig wären, und so ist er in der
That auf sich beschränkt, während er doch
selbst ein Neuling (?) in dem Fache und
durch seine Kenntnisse und seine Vergangen«
heit vielmehr zu einem Minister des Innern
als zu einem Finanzminister berufen ist."^^<
AuĂźer den bisher angefĂĽhrten Personen de5
Namens Kraus und Krauß.ist noch fol»
gender in KĂĽrze zu gedenken: 1. Anna
Kraus, bekannter unter dem nach ihrer Hei»
rath angenommenen Doppelnamen Kraus»
Wranihky (geb. zu Wien 1798). Die Toch-
ter des Capellmeisters Paul Wranitzky,
welche sich als ausgezeichnete Sängerin einen
Ruf erworben hat. Sie war eine SchĂĽlerin
ihres in der Musikwelt geschätzten Vaters und
nach dessen Tode des berĂĽhmten Sal ier i .
Nachdem sie im Gesänge gehörig ausgebildet
war, betrat sie die Bühne, und zwar im Hof»
Operntheater nächst dem Kärnthnerthore, des»
sen Mitglied sie bis zu ihrer Verheirathung
blieb. Dann zog
sie sich
von der BĂĽhne zurĂĽck,
machte aber von Zeit zu Zeit Kunstreisen und
gab zeitweilig Gastvorstellungen. Stimme und
Spiel standen bei ihr im harmonischen Ein»
klänge und sie glänzte besonders in tragischen
Rollen, wie als Norma, DeSdemona,
Iphigenia, Medea; in den ersten Jahren
aber leistete sie auch als Prinzessin in
„Johann von Paris", Susannaim „Figaro",
Ninetta in der „Diebischen Elster" u. m. a.
Treffliches. ^Gaßner(F. S. Dr.), Universal»
Lerikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in
einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler.
Ler. 8°.) S. 308. — Oesterreichische Na«
tional-Encyklopädie von Gräffer und
Czitann(Wien1833,8<'.) Bd. I I I , S.283.)
— 2. Anton- Kraus (geb. zu Winterberg
in Böhmen um das Jahr 1743), ein sehr ge» schickt« Organist, der noch im Jahre 1795 in
seiner Vaterstadt als Musitdirector lebte. Er
spielte meisterhaft die Orgel, die Violine und
das Violoncell; und von seinen Compofitio»
nen bewahrte man in Raudnitz ein Requiem
und eine Litanei. Näheres, wie auch sein
Todesjahr, sind nicht bekannt. ^Dlabacz
(Gottfr. Ioh.), Allgemeines historisches Künst«
ler»3erikon für Böhmen und zum Theile auch
für Mähren und Schlesien (Prag 1813, Gott-
lieb Haase, kl. 4".) Bd. I I , Sp. 128.) —
3. Benedict Krauß — Gerber nennt
und schreibt ihn I . KrauS — aus dem
Salzburgischen gebĂĽrtig, war ein geschickter
Musiker, der im 18. Jahrhunderte lebte und
zu Anfang der Achtziger Jahre Musikdirector
bei Herzog Clemens in Weimar war.
Später befand er sich als Capellmeister bei
der Bellom6'schen Schauspieler-Gesellschaft.
Er soll in den ersten Jahren des laufenden
Jahrhunderts gestorben sein und zuletzt in sehr
dürftigen Umständen gelebt haben. Von seinen
zahlreichen Comvositionen, darunter Lieder und
Gesänge, Symphonien und andereInstrumen«
talstücke, die Operette: „Amor's Zufälle", das
Oratorium: „Die Pilgrime auf Golgatha",
nach Rost's Dichtung, und die Cantate:
„Die Schöpfung", Tert von Hochbäum,
ist nichts gedruckt. ^Neues Universal»
Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Di>.
Iul . Schladebach, fortges. von Ed. Berns -
dorf (Dresden 1836. R. Schäfer. Lex. 8°.)
Bd. H , S. 653.^ — 4. Gabriele Kraus
ist zur Zeit (1860—1864) k. k. Hof.Opern-
sängerin, erhielt ihre Bildung an dem Con«
seroatorium in Wien und betrat dann die
Bühne. Sie zählt zur Stunde zu den belieb»
teren Sängerinen desKärnthnerthor-Theaters.
^Brünner Zeitung 1860. Nr. 188: „Frau»
lein Kraus und die Hoftheater'Direction".^
— 3. Johann (I.) Krauß (geb. um das
Jahr 1736, gest. 1?90). ein Zögling der Wie.
ner'Neustädter Akademie, aus welcher er im
Jahre 1736 als Fähnrich zu Kolowrat«Infan>
terie Nr. 17 eingetheilt wurde. Später kam
er als Oberlieutenant zum 12. KĂĽrasfier<Regi-
mente, wurde dann Hauptmann im General»
stabe und zuletzt, 1778, Oberst und Fuhrwe«
sens'Commandant. Er war ein tapferer Degen
und gab Proben seines Muthes im Tressen
bei MeiĂźen und 1761 bei der ErstĂĽrmung von
MeiĂźen. ^Ieitner von Leitnertreu (Th.
Ign.), Ausführliche Geschichte der Wiener»
Neustädter Militär<Akademie (Hermannstadt
1832, Steinhäuser, 8<>.) Bd. I, S. 451.) -^
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon