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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Seite - 160 -
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Kray 160 Aray vier Anderen enthauptet. Der damals schon erwachsend Sohn. überzeugt von der Unschuld seineS unglücklichen Vaters, für den sich die höchsten Personen, unter Anderen der Fürst Lubomirski , und wie es den Anschein hatte, vergeblich, bei Kaiser Joseph I. verwendet hatten, schwur die Unschuld seines Vaters herzu» stellen und reiste in dieser Absicht nach Wien. Daselbst angelangt, und eben be- müht, die Gestattung vor Sr. Majestät dem Kaiser zu erscheinen, zu erlangen, führte ihn der Zufall mit einem Ofsicier zusammen, der sich den jungen Kray bald zum Vertrauten auserkoren hatte. Schon die ersten Mittheilungen des Ossi- ciers waren der Art, daß Kray sorg» fältig die Ursache seiner Anwesenheit in Wien verbarg. Bald aber sollte der Sohn das Schrecklichste vernehmen. Der Officier erzählte in prahlendem Tone, wie er das Meiste zur Vollstreckung des Todesurtheils beigetragen, das über den Käsmarker Stadtrichter gesprochen wor« den war. Als nämlich Kray's Proceß nach Verwendung hoher Freunde eine glückliche Wendung nahm und des Stadt» richterS Pardon vom Kaiser JosephI . ausgesprochen worden, sei er (derOfsicier) beauftragt gewesen, die Nachricht von dem Pardon nach Käsmark zu überbringen. Von der Partei aber, welche den Stadt« richter vernichten wollte, bestochen, habe er seine Reise nach der ZipS der Art ver- zögert, daß die Begnadigung erst kund» gemacht wurde, nachdem die Hinrichtung bereits vollzogen gewesen. Mit Entsetzen warf nun der arme Kray dem solda< tischen Scheusale gegenüber sein Inco> gnito ab. Ein Zweikampf war die nächste Folge, in welchem Kray den schänd« lichen Mörder seines Vaters niederhieb. Seine Rache war nun wohl gesättigt, aber er selbst nun als Mörder eines kais. Officiers um so mehr gefährdet. Um sich zu retten, nahm K. einen fremden Namen an und trat als Gemeiner in die kais. Armee. Zur Vermehrung derselben fand eben damals, 1715, ein allgemeines Auf» gebot statt, da die Türken, nachdem sie den Frieden gebrochen, mit 130.009 Mann unter Großvezier A l i vordrangen. So war es Kray gelungen, bald den Schau» platz seiner traurigen That zu verlassen und mit seiner Truppe dem Feinde ent« gegen zu ziehen. Als gemeiner Dragoner verrichtete K. Wunder der Tapferkeit. Bei Temesvär, Peterwardein, insbeson- dere aber bei Belgrad that er sich durch seine Bravour und an letzterem Orte so sehr hervor, daß sich Prinz Eugen den Dragoner, dessen Tapferkeit von Mund zu Munde ging, vorstellen ließ. Vor dem edlen Prinzen gab sich K. auch zu er» kennen, erzählte den Sachverhalt und Eugen belohnte den wackeren Kriegs» mann durch Ernennung zum Ofsicier und empfahl ihn bei Hofe. Nach dem Paffarowitzer Frieden (l719) kehrte K. in seine Heimat zurück und lebte daselbst seinen Studien, vornehmlich jenen der Geschichte. Zwei Decennien des Friedens waren bereits vorüber, als im Jahre 1741 der Churfürst von Bayern Kar l sich als Kaiser Kar l >^II. krönen ließ und Oester- reich bedrohte. I n Ungarn organisirten sich unter ThomaS von Szirmay meh> rere.Abtheilungen zur Vertheidigung des bedrohten Vaterlandes, und der damals bereits greise Kray trat als erster Capi» tan in die Reihen derselben. Die unga- rischen Auxiliartruppen kamen nach Böhmen, und bei dem Sturme von Prag bewährte K. seine alte Tapferkeit von Neuem. Bis 1743 dauerten die Wirren, denen endlich der Dresdener Friede 5in Ende machte. Die ungarischen Auriliar» truppen kehrten in ihr Vaterland, Kray
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Kosarek-Lagkner, Band 13
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Kosarek-Lagkner
Band
13
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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