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Krebs ^reglianovich
wurde. Zu Teschen, Olmütz und Prag
trug er Poetik und Philosophie vor,
dann war er längere Zeit Rector des
Seminariums bei St. Wenzel und seit
1768 Rector des OrdenscollegiumS zu
Teschen. Im Jahre 1770 mußte er nach
Prag, um am Clementinum die Aufficht
über das dortige Naturalien« und Kunst-
cabinet zu übernehmen. Von Prag kam
er als Gymnafialpräfect nach Neuhaus,
wurde dann Director des dortigen Senn»
nars und nach Aufhebung seines Ordens
Director der dortigen Hauptschule und
starb im Alter von 68 Jahren. K. war
ein geschickter Mechaniker, der meisterhaft
Schießgewehre. Windbüchsen. Uhren,
mathematische und physikalische Instru»
mente verfertigte. Seine Elektrifirmaschi»
nen erfreuten sich eineS solchen Rufes,
daß er auch Bestellungen aus dem Aus«
lande erhielt. Seine literarischen Arbeiten
gelangten nach seinem Tode in den Be«
sitz eineS seiner früheren Ordensbrüder.
S eine Bibliothek schenkte er der Neuhau-
ser Schule. Eine Stiftung von Tausend
Gulden widmete er zur Unterstützung
eineS Knaben oder Mädchens, welche mit
den Interessen derselben jährlich zu be«
theilen waren. Kinder seiner Verwandten
gingen anderen voran. Der Neuhauser
Magistrat hat für immerwährende Zeiten
das Verleihungsrecht.
Scherschnik (Leopold Johann). Nachrichten
von Schriftstellern und Künstlern aus dem
Teschener Fürstenthume (Teschen 48t0. Pro<
chaSka, 8«.) S. 105. — Hier sei auch des
deutschen Componisten Kar l August Krebs
(geb. zu Nürnberg 1804), der für uns Oester-
reich« näheres Interesse hat, gedacht. Krebs,
dessen eigentlicher Name Miedt,te ist, ist ein
Adoptivkind des Stuttgarter Opern«Regisseurs
Ioh. Bapt. Krebs. Er zeigte bald großes
Talent für die Musik und bildete sich zuerst
in Stuttgart, ging dann nach Wien, wo er
seine musikalische Ausbildung vollendete. I n
Wien machte er unter Seyfr ied Compo-
sitionsstudien und sich bald als Claoiersvieler beliebt und bekannt. Nach kurzem Aufent
halte in Wien wurde er im Jahre t825 drit-
ter Capellmeister am Hof»Operntheater, welche
Stellung er aber im Jahre is27 mit einer
gleichen am Hamburger Stadttheater ver-
tauschte. An letzterem Orte blieb er länaere
Zeit und machte sich um die Hebung der dor<
tigen Oper verdient. Von Hamburg ging er
1850 als Hofcapellmeister nach Dresden.
Schon während seines Aufenthaltes in Wien
componirte K. sseißia, unter anderem die Oper
„Syloa oder die Macht des Gesanges" und
das bald populär gewordene Lied: „An Adel'
heid". Krebs ist ein guter Liederdichter, und
in Sängerkreisen ist sein Name gekannt und
beliebt. Mit größeren Arbeiten, wie mit der
oben genannten Oper „Sylva" und einer
zweiten: „Agnes Bernauer", hatte er weniger
Glück. ^Schil l ing (G. Dr.), Das musika-
tische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard,
ar. 8".) S. 196. — Neues Universal.
Lexiton der Tonkunst. Angefangen von
Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von
Eduard Bernsdorf (Dresden i8ö7. Rod.
Schäfer, gr.8°.) Bd.H, S. 633. — Heindl
(Ioh. Bapt. Dr.), Gallerte berühmter Päda»
gogen, verdienter Schulmänner, Jugend» und
Volksschriftsteller und Componisten aus der
Gegenwart, in Biographien u. s. w. (Mün-
chen 1859. Ios. Ant. Finsterlin, 8«.) Bd. I,
S. 431.)
Kreglianovich, Johann Albin Oonts
(Schriftsteller, geb. zu Castelvec-
chio bei Trau im Jahre 1777, gest.
als Wahnsinniger zu San Servolo in
Venedig im Jahre 1838). Sohn ange«
sehener Eltern. Seine Jugend fiel gerade
in eine Epoche allgemeiner Gährung und
gewaltiger politischer Ereignisse, welche
auf das lebhaste Gemüth des Jünglings
leider nicht ohne Einfluß blieben. Die
Neigung zu einer Schauspielerin gesellte
sich, eine ruhige entsprechendere Entwicke«
lung der vorhandenen Talente wenig
fördernd, hinzu und um diese Zeit enstand
daS Drama „Oraxio", welches zum Theile
Uebersetzung, zum Theile Nachahmung
einer in jenen Tagen bekannteren fran-
zöfischen Tragödie ist, und in Venedig
mehrere Male, wie auch auf anderen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon