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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Seite - 176 -
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Seite - 176 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13

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Areidich 176 Kreibich slesem geistvollen, um das Schulwesen in Böhmen so hochverdienten Prälaten blieb nicht ohne Einfiuß auf Kreibich's weitere wissenschaftliche Richtung und Entwickelung. In seiner Vorliebe für geographische, mathematische und astro nomische Studien verwendete K. sein nicht ganz unbedeutendes väterliches Erbe zum Ankaufe mathematischer, aftro nomischer und physikalischer Instrumente, deren er mehrere durch seinen in Brüssel ansässigen Bruder aus London bezog, und schaffte sich auch die wichtigsten Werke über Astronomie und Geographie an. Auch setzte er sich mit Fachmannern, wie mit dem Astronomen Professor St rnad, und seinem Nachfolger Prof. Alois Mar tin David ^Bd. I I I , S.477^, in wissen schaftlichen Verkehr. Im Jahre 4791 forderte ihn Bischof Kindermann auf, einen Entwurf zu einer zweckmäßigeren Eintheilung der Diöcese in Vicariate auszuarbeiten und eine Diöcesankarte zu entwerfen. K. traf nun alle Voran stalten zu dieser umfassenden Arbeit, bereiste sämmtliche 46 Vicariate und legte nach drei Jahren eine Diöcesankarte mit der Eintheilung in 24 Vicariate vor, welche angenommen und bei der neuen Organi« sation der Vicariatsamter mit wenigen Ausnahmen beibehalten wurde. K. hatte dieser Arbeit die große Müller'sche Karte von Böhmen zu Grunde gelegt, dabei aber gefunden und durch seine Bereisungen sich persönlich überzeugt, daß diese Karte eine Menge Unrichtigkeiten enthalte, in Folge dessen in ihm der Ent» schluß zu Neife kam, eine bessere Karte von Böhmen in großem Maßstabe zu entwerfen. Jedoch war die Ausführung mit Kosten verbunden. Wohl verlieh ihm Mschof Kindermann im Jahre 4793 die Pfarre Schüttenitz; aber selbst das dadurch erhöhte Einkommen reichte nicht aus, um die Auslagen für sein Unter» nehmen zu bestreiten. Er suchte also auf anderem Wege die erforderlichen Summen herbeizuschaffen und arbeitete für geogra» phische Institute, für Kunsthandlungen Karten, leitete die Aufnahme benachbar« ter Herrschaften und das dafür erhaltene Honorar bestimmte er zu dem angege« benen Zwecke. I n seinen Arbeiten wurde er jedoch durch einen Unfall, der tödtlich werden konnte, wenn nicht schnelle Hilfe zur Hand gewesen wäre — er wurde nämlich am 31. Mai 1806 zu Skalih in einem Privathause vom Blitze getroffen — für einige Zeit gänzlich unterbrochen; seine völlige Gesundheit erhielt er aber erst nach mehrjährigem Gebrauche der Teplitzer Heilquellen wieder. So arbeitete K< ununterbrochen in den Stunden, welche ihm sein geistlicher Beruf, den er übrigens gewissenhaft erfüllte, übrig ließ, an seiner Karte, war aber auch auf geographi» schem Gebiete noch anderweitig beschaf» tigt. So z. B. zog ihn im Jahre 4840 die Landesregierung den Verhandlungen bei, welche rücksichtlich der Enclaven ge» pflogen wurden. Ueber Aufforderung des Astronomen Strnad lieferte er seit 4792 der kön. böhmischen Gesellschaft der Wis- senschaften Beobachtungen und Beiner» kungen über den Einfiuß der Witterung auf alle landwirthschaftlichen Gewächse und setzte diese Mittheilungen mit großer Genauigkeit bis wenige Tage vor seinem Tode fort. Auf feinen Wanderungen, um 5>ie Lage einer Gegend oder eines Ortes aufzunehmen oder zu berichtigen, ammelte er Notizen zur Ergänzung und Berichtigung der historischen und topo» graphischen Daten in Sch aller'S Topo» graphie von Böhmen; berichtigte in der Ersch und Gruber'schen „Gncy. klopädie der Künste und Wissenschaften" >en Artikel .Böhmen", den ihm Hofrath
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Kosarek-Lagkner, Band 13
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Kosarek-Lagkner
Band
13
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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