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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Seite - 181 -
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Seite - 181 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13

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Krnl 181 Kreil magnetischen Vereins, dessen Beobach« tungen und Mittheilungen Gauß in den Stand sehten, in Verbindung mit Weber die Theorie deS ErdmagnetiS« mus zu entwickeln. Die Arbeiten Kr e i l's, die. auch was Genauigkeit und Vielseitig» keir in dieser Richtung betrifft, einzig in ihrer Art dastehen, erwarben ihm die Anerkennung berühmter Manner von Fach, unter denen ein Gauß, Sir John Herschel, SartoriuS vonWalters- hausen und Humboldt genannt sein mögen. Seine schon im Jahre 1832 begonnenen Beobachtungen des Mondes, welche er durch fünf Jahre fortsehte, führten ihn zu der Entdeckung, daß auch der Mond magnetische Kräfte besitze und daß demnach der Magnetismus, der bisher bloß als terrestre Kraft angesehen wurde, sich nun als kosmische Potenz zeige. Als K. im Jahre 1838 bei seiner Ernennung zum Adjuncten an der Prager Stern« warte seinen bisherigen Wirkungskreis Mailand mit Prag vertauschte, so bot sich ihm an seinem neuen Bestimmungs- orte eine dankenswerthe Aufgabe. Die Prager Sternwarte war durch längjäh» rige Krankheit ihres Directors ganz in Verfall gerathen; daS Observatorium be« fand sich in einem unerwartet schlechten Zustande. Ein seit 38 Jahren vergeblich betriebener Neubau war unumgänglich nöthig geworden. K. griff energisch die Sache an und brachte zu Stande, was dei den damals obwaltenden Verhält« niffen zu Stande zu bringen war. Die Ausführung eines dem gegenwärtigen Zustande der Wissenschaft entsprechenden Observatoriums war auch seinen rastlosen energischen Bemühungen nicht möglich geworden, und in diesem Momente ist die Nrsache zu suchen, warum K. auf seinem Posten in Prag die astronomischen For» fchungen und Beobachtungen den meteo» rologischen unterordnete. Aber auch dazu ftossen die ämtlichen Mittel nicht reichlich genug. „Von den Ersparnissen", wie sein Biograph schreibt, „die er sich durch eine beispiellos einfache Lebensweise von seinem, eines Gelehrten wie er es war, ganz unwürdigen Gehalte (800 ft.) ab» gekargt hatte, kaufte er sich die einfach- sten und billigsten Instrumente selbst an; aber es gelang ihm nicht, den Aufbau einer eisenfreien Hütte auS Holz für die magnetischen Beobachtungen durchzusetzen; er war gezwungen, in einem gewöhnlichen Locale sein Observatorium einzurichten und an den Beobachtungen durch zeit» raubende Berechnung die nöthigen Cor» rectionen der örtlichen Einflüsse des im Gebäude vorhandenen Eisens wegen an- zubringen." Durch das Mühevolle seiner Arbeiten unter so bewandten Umständen ließ aber K. sich nicht abschrecken, viel« mehr steigerte dieß seine Energie und um so mehr, als es ihm gelang, mehrere jüngere Kräfte um sich zu versammeln, dtze Lust an magnetischen Beobachtungen hatten, was ihn in die Lage setzte, den Prager Beobachtungen eine größere Aus« dehnung zu geben, als dieß selbst in Mai- land der Fall war. So geschah es, daß in der Frist von nicht mehr denn ander- thalb Jahren das magnetische Obfervato- rium in Prag für die damalige Zeit den ersten Platz nach jenem von Göttingen einnahm. Die obenerwähnte Mitwirkung wiffensdurstiger Jünglinge war aber nur von geringer Dauer. Die jungen Leute mußten Einer nach dem Andern ihrem Berufe nachgehen, bei dem magnetischen Observatorium gab es für Kandidaten keine Zukunft und bald blieb Kr eil wie- der fast ganz selbst sich überlassen; nur einer harrte bei ihm auS, K. Fritsch, dessen biographische Skizze eines der nächsten Supplemente dieses Lexikons
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Kosarek-Lagkner, Band 13
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Kosarek-Lagkner
Band
13
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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