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Arnl 182 Areil
bringen wird. Diese Isolirung Krei l 's
spannte aber seinen Scharfsinn, selbst,
registrirende Instrumente einzuführen,
wobei ihm seine Kenntniß der, wenn
auch minder vollkommenen Einrichtungen
dieser Art trefflich zu Statten kam. Auch
geschah es um diese Zeit, daß der Mecha-
niker der Mailänder Sternwarte, Grin«
del, seinen Sohn nach Prag geschickt
hatte, damit er sich dort unter Kreil 's
Leitung als Mechaniker weiter ausbilde.
Dieser junge und geschickte Mann war
bald Kreil 'S Planen sehr förderlich, so
z. B. führte er zuerst den von Kr eil ent«
worfenen Barometrographen aus. Nun
folgten auch andere ähnliche Instrumente,
ein Thermo- und ein Hygroinetrograph,
dann ein Wind» und einRegenmefser. Wohl
wurden diese und ähnliche Instrumente
spater durch die von Charles Brooke
in London im Jahre 4847 eingeführtm
photographischen selbstregistrirenden Ap-
parate verdrängt; aber immerhin werden
Kreil 's Instrumente in einer Geschichte
der inductiven Wissenschaften ihren Play
sinden müssen. Um seine Beobachtungen
und ihre Ergebnisse in weiteren Kreisen
bekannt zu machen, begründete er im
Jahre 1839 ein Jahrbuch, welches die
magnetischen und meteorologischen Beob»
achtungen von Prag enthielt und von
dem 9 Bande erschienen sind. Fort«
wahrend bemüht, immer festeren Boden
zu gewinnen, beantragte K. im Jahre
4844 die Einrichtung eines geeigneten
meteorologischen Beobachtungslocales,
ferner die Herausgabe eines Journals
für Erdmagnetismus und Meteorologie
für Oesterreich. Aber mit beiden Anträgen
scheiterte er an der Macht jener Verhält«
nisse, durch welche in der vormärzlichen
Zeit mit einer Beharrlichkeit ohne Gleichen
und zu großem Nachtheile seiner Stellung
gegenüber anderen Landern, Oesterreichs geistige Potenzen systematisch gelähmt
wurden. Krei l blieb demnach auf sich
selbst angewiesen. Er schritt auf dem ein.
mal betretenen Wege fort. hatte, so gut
es eben ohne alle Förderung von unten
und von oben gehen wollte, ein System
der Beobachtung des Erdmagnetismus
und der atmosphärischen Erscheinungen
eingerichtet, und der sonst verkommenen
Präger Sternwarte nach dieser Seite
hin einen Namen gemacht. Auch nach
einer anderen Seite hin war K. glücklich
mit seinen Erfolgen. Einen von ihm der
kön. böhmischen Gesellschaft der Wissen«
schaften vorgelegten Antrag, Böhmen
zur Erforschung des Erdmagnetismus
bereisen zu laffen, nahm diese stets auf
der Höhe der Zeit stehende Körperschaft
an und Krei l beendete diese Bereisung
Böhmens, welcher von ihm zuerst aus-
geführte Gedanke buld in anderen Lau»
dern nachgeahmt wurde, in den Jahren
1843 und 1844. Die in den Abhandlun-
gen der kön. Gesellschaft mitgetheilten
magnetischen und geographischen Orts-
bestimmungen Böhmens waren das Er«
gebniß dieser Bereisung. Auch wurden für
die Erkenntniß des Verhältnisses der mag»
netischen Erscheinungen zur geognostischen
Beschaffenheit der Erdrinde so wichtige
Resultate gewonnen, daß eine Bereisung
der gesammten Monarchie zu gleichem
Zwecke eine reiche wissenschaftliche Aus^
beute versprach. Dieses Mal war K.
glücklicher; an zwei Männern der Wissen»
sckaft, an Baumgartner sBd. I,
S.491) undEtt ingshausenjBd.lv,
S. 109^ fand er mächtige Fürsprecher
für seinen Plan, dessen Ausführung end«
lich der Staats» und Conferenzminister
Graf Ko lowrat <M. X I I , S. 392)
gewährte. Der Verwirklichung dieser
wissenschaftlichen Bereisung ging 1844
eine Vorbercitungsreise durch die Mon»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon