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Kremer 495 Kremer
Gold ein nach einwärts aufspringender natür<
licher Löwe mit offenem rothbezungten Rachen
auf erdigem Boden. Auf dem Schilde ruhen
zwei goldgekrönte zueinandergekehrte Turnier-
Helme. Die Krone des rechten Helms trag'
einen offenen, rechts oben Gold, unten blau,
links mit gewechselten Tincturen quergetheilten
Adlerflug. Aus der Krone des linken Helms
erheben sich drei wallende Straußenfedern,
eine goldene zwischen zwei blauen. Die
Helmdecken sind rechts und links blau, auf
beiden Seiten mit Gold unterlegt.
Kremer, Joseph st.) (philosophischer
Schriftsteller, geb. zu Krakau im
Jahre 4806). Besuchte das Gymnasium
in seiner Vaterstadt, in der er an der
Iagellonischen Universität den philosophi-
schen Studien oblag. Nachdem er noch
die Rechte gehört, trieb ihn sein Wissens«
drang in die Fremde und an den Hoch«
schulen zu Berlin, Heidelberg und Paris
beendete er die Vorbereitungsstudien zu
seinen späteren selbftständigen Forschun«
gen. Hegel in Berlin und Guizotin
Paris blieben auf seine philosophische
Richtung nicht ohne merklichen Einfluß.
Als er im Jahre 4830 von seiner Wan-
derung nach Kenntnissen zurückgekehrt,
eröffnete er, ohne sich um eine öffentliche
Anstellung zu bewerben, ein Privat-
Erziehungsinstitut und lebte im Uebrigen
seinen philosophischen Studien und For-
schungen. Im Jahre 1847 aber berief
ihn die Krakauer Universität auf die eben
erledigte Lehrkanzel der Philosophie, an
der er noch zur Stunde thätig ist, und
überdieß an der Akademie der bildenden
Künste dieser Stadt Aesthetik und Ge>
schichte der Kunst vorträgt. Schon in
den Jahren 1833 und 1836 hat K. in
der wissenschaftlichen Zeitschrift »Xnar-
talnik ng.ukonT'", d. i. Gelehrte Quar-
talschrift, mehrere philosophische Abhand»
lungen veröffentlicht; im Jahre 1344
erschien in derselben fein Aufsatz über
Schiller und seine Jungfrau von Or» leans. Der von Frau Wilkoiiska in
Posen herausgegebene Almanach ^Vi^a-
Q16Q, d. i. Das Angebinde, brachte seine
Abhandlung über die Ahnungen, und
der seinem Inhalte nach rein literarische
OoäQtäk, d. i. Zugabe zu der in Kra»
kau erscheinenden politischen Zeitschrist
O23.8, im Jahre 1836 eine zweite über
die Epoche der Blüthe der byzantinischen
Kunst. Seine selbststandig erschienenen
Schriften sind aber: „S
d. i. Abriß einer Phänomenologie des
Geistes, entworfen nach den Grundsätzen
Hegel's (Krakau 1837)' —
Systematische Darstellung der Philoso,
phie, alle ihre Theile in Grundriffen ent>
haltend, 2 Theile (1. Theil Krakau 1849;
i. Theil Wilna 1832); der erste Theil
behandelt die Phänomenologie und die
Logik, der zweite enthält die Naturvhilo»
'ophie und Lehre vom menschlichen Geiste
— »^«s^ 6 H>HHoli?a") d< i. Briefe
aus Krakau, 3 Theile (1. Theil Krakau
1843, 2. u. 3. Theil, wie die zweite Auf-
age des ersten, Wilna 1833); im ersten
gibt K. eine allgemeine Ansicht der Lehre
vom Schönen, im zweiten und dritten
aber erörtert er die Kunstgestaltungen der
Phantasie; — „^oä>6s<Fo 'U^oc/z", d.i.
Reise nach Italien. 4 Theile (Wilna
1861—1862), in welchem K. seine ästhe-
tischen und philosophischen Ansichten prak»
M an den Genüssen seiner Römerfahrt
sU veranschaulichen suchte. Krem er ist
>er erste polnische, wie Krochmal ^s.d.^
>er erste jüdische Schriftsteller, der seine
Landsleute mit der Philosophie Hegel's
ekannt machte. „Aber", wie Alex. Zda-
nowicz in seiner Beurtheilung Kre»
mer's schreibt, „für polnische Leser befitzt
er nicht nur den Werth, daß er sie mit dem
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon