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Später wurde er Unterlieutenant im
3. Kürassier-Regimente und machte mit
demselben den Feldzug des Jahres 4799
mit. Im folgenden Jahre wurde er nach
dem Treffen bei Mühldorf als Courier zu
dem General Fürsten Reuß nach Reutte
gesendet. Gr führte wichtige Depeschen
mit sich. Ein Umgehen der Vorposten
war nicht, noch weniger ein Durchschlei-
chen möglich. Mit gespannter Pistole
schlug er sich also durch die feindliche
Aufstellung und entledigte sich glücklich
seines Auftrages. Im Feldzuge des Iah
res 4803 bereits Rittmeister, wurde er
bei Wertmgen verwundet, gefangen und
nach Frankreich abgeführt. Erst am
46. April 4806 erfolgte seine Ranzioni
rung. Nach seiner Rückkehr wurde er
zum 3. Uhlanen-Regimente übersetzt, mit
welchem er den Feldzug des Jahres 4809
in Deutschland mitmachte und sich in
mehreren Gefechten, besonders aber in
der Schlacht bei Wagram auszeichnete.
Im Jahre 4840 kam er als zweiter
Commandant zur Central>Militär Equi-
tation; im November 4844 wurde er
überzähliger Major. Während des Feld«
zuges 4843 beim Regimente, im folgen-
den Jahre wieder bei der Equitation.
erbat er, als im Jahre 4843 wieder der
Krieg ausbrach, denselben mitzumachen
und wurde als Oberstlieutenant dem
Chef des Generalstabes der Haupt-
armes, dem Grafen Rade tzky, zur Dienst»
leistung zugetheilt. Nach beendetem Feld»
zuge kehrte er zur Equitation nach Wie«
ner-Neustadt zurück. An dieser bis 4848
thatig, wurde er nun über sein Ansuchen
im Regimente eingetheilt, und in diesem
am 20. Juli 4820 Oberst und Regiments-
commandant. Im Juli 4830 rückte er
zum General'Major und Brigadier in
Güns, im Juli 4837 zum Feldmarschall-
Lieutenant vor. Im Jahre 4844 wurde, er Festungscommandant in Theresien«
ftadt, vertauschte aber schon im folgenden
Jahre diesen Posten mit Ofen. Um sein
geschwächtes Gehör zu heilen, begab
sich K. 1847 nach Wien, wo die Herfiel-
lung seines Leidens ihn mehrere Monate
hindurch an der Rückkehr hinderte.
Indeß brach die 1848ger Revolution in
Ungarn aus und K. konnte nicht mehr
dasFestungscommando übernehmen. Die
ihm von dem Fürsten Windisch grätz
zugedachte Stelle eines General.Inspec-
tors der Central-Equitation in Salzburg
erhielt er nicht, denn bereits 70 Jahre
alt, wurde er nach 53 Dienstjahren 4830
in den Ruhestand versetzt. Bald nach
semer Versetzung in den Ruhestand erhielt
K. die geheime Rathswürde und wurde
zum General der Cavallerie ernannt. K.
war ein tüchtiger Reiter und Pferde«
kenner, und hat sich um das Cavallerie»
wesen in der kais. Armee theils durch
Heranbildung braver Reiter, theils durch
Einführung einer angemesseneren Behand»
lung des Pferdes verdient gemacbt. Seine
nach dieser Richtung gesammelten Ersah».
rungen veröffentlichte er auch in dem
Werke: „Ner Aeitrr nuk Zein Plerd" (Wien
4848). Seit 4849 war K. zweiter In-
Haber des 44. Uhlanen<Regiments, da«
mals Großfürst Cesarewitsch, heute Kai-
str Alexander I I . von Rußland. Noch
6 Jahre genoß er den Ruhestand, dann
starb er im Alter von 73 Jahren. Frei-
Herr Kar l war seit 46. Februar 4822
vermalt mit Leopold ine geb. Grasin
Zichy (geb. 46. Februar 4800), aus
welcher Ehe eine Tochter stammt: Leon«
tine (geb. 46. November 4823), ver«
malt (seit 42. Jänner 4830) mit dem
k. k. Rittmeister Othmar Graf Khe-
venhüller-Metsch.
Militär-Zeitung. Herausgegeben von I .
Hirtenfeld (Wien. 4".) Jahrg. lsä6, Nr. 9.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon