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Kreß 201 Kressel
S. 7t: Nekrolog. — Oesterreichisches
Mil i tär« Konversationslexikon von
I . Hirtenfeld (Wien isso u. f., gr. 3°.)
Bd. I I I , S. 632. — Abendblat t der
Gratzer Zeitung 4856, Nr. 24, in der
Rubrik: „Nekrologie" n^ach dieser gestorben
27. Jänner 1856). — Hirtenfeld (Ios.).
Oesterreichischer Militär<Kalender (Wien. 8«.)
VIII . Jahrgang (t837), S. 203 snach diesem
gest. 26. Jänner 1856). — Zur Genealogie
der Freiherren Kreß von Krejsenstein. Schon
zu Anfang des l4. Jahrhunderts erscheint die
Familie in Nürnberg, wo ein Heinrich K.
im Jahre 1307 das Nürnberger Bürgerrecht
erhielt. Ein Anderer. Friedrich, der schon
1291 urkundlich auftritt, gründete um 4315
den Krafthof bei Nürnberg, den die Familie
noch jetzt als Seniorat besitzt. Ein Christoph
K., ein gelehrter Staatä» und Geschäftsmann,
unterschrieb im Jahre 1530 auf dem Reichs»
tage zu Nürnberg die Confesfion und erhielt
am 15. Juli d. I . für sich und sein Geschlecht
eine Wappenverbesserung (in Noth ein mit
dem kreuzförmigen goldenen Griff abwärts
und schragrechtö gelegtes blankes Schwert)
und mit anderen Freiheiten das Prädicat
von Kressen st ein. Obwohl schon Iobst
Christoph durch Erwerbung des Rittergutes
Dürrenmungenau aller ritterlichen Rechte
theilhaftig wurde, so wurde doch erst Johann
Christoph Sigmund K. von K. im Jahre
1790 bei der Kaiserkrönung zu Frankfurt a. M.
von Kaiser Leopold I I . vor dem kaiser-
lichen Throne zum Neichsritter geschlagen.
In Bayern ist der Freiherrnstand der Familie
- mit Diplom vom 26. Jänner i8t? anerkannt
Die Familie blüht noch zur Stunde in meh-
reren Linien, aber nur einige Sproßen der
dritten Linie besitzen für uns näheres Interesse.
Drei Brüder des 1883 verstorbenen Johann
Georg Freiherrn K. von K., k. k. Kämmerers,
geh. Rathes und Gesandten an verschiedenen
Höfen, nämlich die Freiherren Kar l , Chri-
stoph und Georg, dienten und dienen noch
in der kaiserlichen Armee. Ueber Freiherrn
Kar l ist schon oben die ausführlichere Le-
bensskizze mitgetheilt; Freiherr Christoph
(geb. 11. April 1782) ist k. k. Kämmerer und
Major in der Armee; Freiherr Georg (geb.
29. Juni 1783) ist k. k. Kämmerer, General»
Major und Lieutenant in der deutschen ArciZ»
ren.Leibgarde. Seit 8. Juli 1836 mit Qonline
gebornen Gräsin Aolowral'AraKowsKu (geb.
II. Juni 1812) vermalt, stammen aus dieser
Ehe drei Kinder: Julie (geb. 24. Mai 1840), Friedrich (geb. 30. Juni 1841) und Maria
(geb. 1. Juni 1844). Ueber den Familienstand
der übrigen Linien vergleiche das „Genealo-
gische Taschenbuch der freiherrlichen Häuser".
V. Jahrg. (1833), S. 307; VI.Jahrg. (l85ss).
S. 368, wo sich die.geschichtliche Notiz über
diese Familie und die Beschreibung des
Wappens befindet; XII I . Jahrg. (!863).
S. 493; XV. Jahrg. (1865). S. 526, und
Kneschke's „Neues allgemeines deutsches
Adels-Lerikon" (Leipzig. Voigt, 8<>.) Bd. V,
S. 282. 283 und 284, wo auf S. 283, in
der 4. und 5. Zeile von unten, das gegen»
wärtige Haupt der zweiten (eigentlich dritten)
Linie „Freiherr Christian Karl (geb. 1801),
ein Sohn des Freiherrn Friedrich" genannt
wird, was aber unrichtig ist, da der Vater
des Freiherrn Christian Karl der Freiherr
Johann Georg ist.
Kressel von Gualtenberg. Franz Karl
Freiherr (Humanist, geb. in Böhmen
um das Jahr 1720, gest. zu Prag
7. Mai M)1). Einem alten böhmischen
Adelsgeschlechte entstammend, beendete
er die Studien auf heimischen und aus»
landischen Universitäten und trat, in's
Vaterland zurückgekehrt, in den Staats»
dienst. Sä)on im Jahre 1784 war er
der erste Referent der juiidischen Facultät
in Prag. Seine Talente richteten bald
die Aufmerksamkeit der Kaiserin Mar ia
Theresia auf ihn; sie berief ihn nach
Wien, wo ihn seine Tüchtigkeit in den
Geschäften und seine rücksichtslose Vater«
landsliebe bald Stufe um Stufe ersteigen
ließen. K. wurde Hofrath bei der böhmi»
schen Hofkanzlei, dann wirklicher geheimer
Rath und Präses der geistlichen Hof-
commiffion, und nach des Grafen Rudolvh
Chotek Tode böhmischer Hofkanzler
in Wien. Besonders war ihm Kaiser
Joseph I I . zugethan, über dessen
Auftrag er die wichtigsten Veränderun»
gen im Religionsfache betrieb und an
der Aufhebung der Klöster, den neuen
Pfarreinrichtungen, an der Anstellung
tüchtiger, würdiger, dem Geiste der Zeit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon