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Ariehuber 23t Knkava
es verdienen, ihr Lob widerfahren; ein großer
Freund des Theaters und der freien malen»
schen Natur, und nebstbei ein Conservativer
vom reinsten Wasser; spricht viel, schnell und
etwas undeutlich; nur beim Arbeiten ge>
braucht er sehr scharfe Augengläser; als Por-
trät-Lithograph zweifellos der erste
in Deutschland und vielleicht in ganz
Europa; hat in seinem Leben gewiß schon
über tausend Bildnisse geschaffen; auch in
der Aquarell-Malerei leistet er Ausgezeich,
netes".
Außer obigem Künstler ist noch zweier Per«
sonen dieses Namens zu gedenken. 1. Alois
von Krieh über (geb. zu Gratz 1763, gest.
zu Marburg 25. Mai 1835), Sohn des
Gratzer Adoocaten Leopold von K., Post«
Meister und ein durch seine Bürgertugenden
der Erinnerung seiner Mitbürger würdiger
Menschenfreund. Nicht nur hob er als tüch-
tiger Landwirth seine bei Marburg gelegenen
Besitzungen und erhielt in Anerkennung seiner
Verdienste in dieser Richtung uon der steie»
rischen Landwirthschafts.Gesellschaft die Denk.
münze, sondern auch in den Tagen der oer<
heerenden Kriege, welche sein Vaterland heim«
suchten, brachte er bereitwillig große Opfer,
und war in Unglück und Noth ein wahrer
Vater der Armen. Erzherzog Johann, wenn
er im strengsten Incognito sein geliebtes
Steierlano durchreiste, war oft ein unerwar«
teter Gast in K.'s Hause. K. galt im Lande
in Sachen der Landwirthschaft als ewe Auto-
rität. dessen Ansicht in wichtigen Fällen eiw
geholt zu werden pflegte. ^Steiermär»
kische Zeitschrift. Redigirt von Dr. G.
F. Schreiner, Dr. Alb. von Muchar,
C. G. Ritter von Leitner, A. Schrötter
(Gratz 1841. so.) Neue Folge. VI I . Jahrg.
(1842), Heft 1 , S. 86. — Correspon«
dent für Untersteiermark (Steierisches Iour«
nal) 1863. Nr. 12« (im Feuilleton). —
Lebensbilder aus der Vergangenheit. Als
„Beitrag zu einem Ehrenspiegel der Steier«
mark besonders der Stadt Marburg von I .
C. H. (Gratz 1863, 8«.) S. 12.) — 2. Joseph
Rnter von Kriehuber (geb. zu Brünn im
Jahre 1798). Trat, 14 Jahre alt. 1sl2 als
Cadet in die kaiserliche Armee. Anfänglich
im Infanterieregimente Nr. 35, kam er
später zum Pionnick» Corps, aus welchem er
im Jahre 1821 als Lieutenant in daö Infan»
terie«Regiment Nr. 42 kam. Von Stufe zu
Stufe vorrückend, wurde er im Februar 1s49
Oberstlieutenant und am 28. Juli 1360 nach 38jähriger Dienstleistung als Oberst in den
Ruhestand versetzt. Wahrend seiner activen
Dienstleistung wurde er oft im Adjutanten-
und Generalstabsdienste, ferner zum Unter»
richte und zur Leitung von Militär.Bildungs«
Anstalten verwendet. Als Major wurde er
mit Allerh. Entschließung vom 3. Juli 1847
zur Organisirung und Nitung der damals
in Wien errichteten ottomanifchen General»
stabsschule beordert. Zehn Jahre, auch noch
als Oberst im Pensionsstande, versah er
diesen Dienst und wurde für seine Verdienste
mit dem Orden der eisernen Krone 3. Classe,
türkischer Seits aber mit dem Medjidie.Orden
3. Classe und einem Ehrensäbel in Diaman»
ten ausgezeichnet. Den Statuten' des Ordens
der eisernen Krone gemäß wurde K. mit
Diplom vom 1. December 1838 in den
erbländischen Ritterstand erhoben. ^Ritter»
stand s-Diplom vom 1. December 1858. —
Wappen. Quergetheilter Schild. Oben in
Gold ein blauer Stern; unten in Blau ein
goldener Säbel mit Kreuzgriff in der Scheide,
an einer goldenen, oben zu einem Ringe ein«
fach verschlungenen Schnur quer hängend.
Auf dem Schilde ruhen zwei zueinanderge,
kehrte gekrönte Turnierhelme. Aus den Kronen
beider Helme erheben sich je drei wallende
Straußenfedern, eine goldene zwischen zwei
blauen. Die Helmdecken sind zu beiden
Seiten blau mit Gold belegt.)
Kriesumyer, siehe: Krismair, Anton
^auf der folgenden Seite^.
Krikava, Joseph (Humanist, geb.
zu Kuttenberg in Böhmen 14. Sep«
tember 4807). Als Amtmann und Iusti-
tiar auf der Herrschaft Hohenelbe hat er
sich nicht geringe Verdienste erworben bei
Gelegenheit der Grenzbestimmungen zwi-
schen Böhmen und Preußisch-Schlefien.
durch Errichtung von Kirchen und Schu«
len, und durch Linderung der Noth und
des Elends der Spinner und Weber im
Riesengebirge in den Jahren 4843 bis
1847. Die Erbauung der schönen Kirche
zu Kunöio, jene der neuen Schulen zu
Hohenelbe, Niederhof (äolni ävor) und
Lana, und des neuen Siechenhauses zu
Hohenelbe find vornehmlich durch seine
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon