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Krismer 233 Krismer
mal ist ein Werk der beiden Künstler Schal»
ler (Hofer's Statue) und Klieber (das
Basrelief),- Krismair schuf das Denkmal
der Tiroler Landesvertheidiger; dann ist der
gerühmte Schuhengel Tirols kein selbststän«
diges Werk, sondern eine der Figuren auf
diesem Denkmale.) — Illustrirte Zeitung
(Leipzig. I . I. Weber. Fol.) Jahrgang 1844
(Bd. III), Nr. ?4. S. 33? und 338: „Das
Denkmal für die gefallenen Vaterlandsver.
theidiger zu Innsbruck" ^mit einer guten Dar«
stellung dieses Denkmals in Holzschnitts —
Staffier (Ioh. Iac.), Das deutsche Tirol
und Vorarlberg, topographisch mit geschicht,
lichen Bemerkungen (Innsbruck 1347, Felic.
Rauch, 8".) Bd.I, S. 378. — Krismair
erscheint verschieden geschrieben, und zwar
als Kriesmayer, Kriesmayr, Kries»
maier und Kriesmair; obige Schreibart:
Krismair, hält Staffler ein.
Krismer. Stephan (Tiroler Lan.
desvertheidiger, geb. zu Karres
in Tirol 25. December 1777). Er been«
dete die theologischen Studien und erhielt
am 29. Juli 1804 die h. Weihen. Im
Jahre 1362 lebte er noch. bereits 85jüh.
rig, als Deficient zu Brennbühl. Nachdem
Krismer die h. Weihen erhalten hatte,
trat er in die Seelsorge und wurde Curat
zu See im Pahnauer Thale; dort lag er
dem Seelsorgedienste ob, als 1809 Kriegs«
lärm die friedlichen Thäler Tirols von
Neuem durchtoste und das Volk von allen
Seiten herbeieilte, um daö Land zu ver«
theidigm. Mit der Seelsorge war es in
einem Lande, das ganz unter Waffen stand,
mißlich; so wollte er denn seinen Lands»
leuten als Feldpater dienen und holte
dafür die bischöfliche Erlaubniß ein. Als
er Anfang November nach den Ereig-
nissen bei Innsbruck über das Gebirge zu
seinem Seelsorgerpoften zurückkehrte, hiel»
ten ihn zu Arzl die versammelten Schützen
auf und statt seinen Ermahnungen zum
Frieden Folge zu leisten, forderten sie ihn
auf, als Commandant an ihre Spitze zu
treten. Er weigerte sich und suchte die aufgeregten Gemüther zu beruhigen.
Sie schwangen nun ihre Stutzenkolben
und drohten ihn zu erschlagen, wenn
er ihnen nicht willfahre. Um sein be.
drohtes Leben zu retten, fügte er sich
der Nothwendigkeit des Augenblia'es.
Nun aber griff er auch die Sache mit
einem Feuereifer ohne Gleichen an. Am
11. November wollte ein bayerisches
Corps den Uebergang über die sogenannte
lange Brücke, welche nach Arzl führt,
erzwingen, um auf dem Wege über den
Piller nach Prutz zu kommen und die
dort aufgestellte Division zu verstärken.
Da nun stellte sich Feldpater Krismer
an der Spitze der Seinen, denen er gegen
seinen Willen Führer sein mußte, den
Bayern entgegen. Die Bayern stürmten,
wurden aber zurückgeworfen; nun stürm»
ten sie zum anderen Male, um das
gleiche Loos wie das erste Mal zu erfah-
ren. So wurden die bei Prutz und Land-
eck aufgestellten Truppen gezwungen, sich
über Naffereit nach Innsbruck zurückzu»
ziehen. Krismer hatte bei dieser Gele-
genheit Alles, Jung und Alt, selbst die
Weiber zum Kampfe aufgefordert. Ja
seine eigene Schwester s^iehe weiter unten^
war in den Kampf für das Vaterland
gezogen. Die Bayem hatten ihn deßhalb
scharf auf das Korn genommen und er sie,
als später die Unterhandlungen eingelei»
tet wurden, in welchen er um kein Haar
breit von seinen gestellten Forderungen
weichen wollte, aufdas Höchste gegen sich
erbittert, so daß ihm ein bayerischer Haupt«
mann fchwor, wenn er seiner habhaft
würde, ihn in Ketten nach München zu
führen. Wie er dann in die Hände des
Ofsiciers gerieth, der den obigen Schwur
gethan und wie der brave Krismer
durch seinen Muth, seine Geistesgegen-
wart und Offenheit aus der drohenden
Gefahr befreit wurde, erzahlt eben F l i r
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon