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knsmer 234 Kriftianovio
in dem in den Quellen angeführten Werke
„Bilder aus den Kriegszeiten Tirols" in
anmuthiger Weise mit dem Beifügen,
daß das Erzählte keine Dichtung, son
dern historische Wahrheit sei. Krismer
kehrte später in die Seelsorge zurück und
versah sie
viele Jahre. Krismer'n ver-
dankt Tirol außer manchen anderen Un>
ternehmungen auch die Einführung der
barmherzigen Schwestern. Als im Jahre
1862 im August zu Absam das „Feld
paterfest" gefeiert würd?, zu dem sich
aus
Nah' und Ferne alle Feldpater, welche
in den denkwürdigen Kriegsjahrm 1803
und 18W mit den Tirolern ausgezogen,
einfanden, kam auch mit der Weitfahne
als ältester Feldpater Stephan Krismer
und hielt als solcher unter Assistenz seiner
Collegen den feierlichen Feldpaier-Gottes
dienst. Bei dem Festmahle aber wurde ein
Festgruß aller anwesenden Feldcapläne
an den ältesten Feldcaplan Stephan
Krismer, der eigens zu diesem Feste
verfaßt war. vorgetragen. — Krismer's
Schwester Julian«, später Paul ine,
starb am 7. April 1838 zu Imst in Tirol
als barmherzige Schwester. Durch ihre
heldenmüthige Theilnahme am Kampfe
der Tiroler für das Vaterland war sie
im ganzen Lande bekannt. Als 'sich im
Treffen bei Giggl im Jahre 1809 die
Männer von Pcchenau gegen die Bayern
zum Kampfe stellten, entspann
sich
ein blu»
tiges Treffen, an dem schließlich, als das
Kriegsglück zu Gunsten des Feindes sich
neigen wollte, selbst die Weiber der Kam«
pfendm sich betheiligten. Unter diesen
Heldinen zeichnete sich
besonders Stephan
Krismer's Schwester Iu l iana aus,
welche bei ihm als Wirthschafterin diente.
Mit einem Stutzen bewaffnet,
stellte
sie sich
an die Spitze dieser Amazonen und man«
cher Feind fiel, von den Kugeln der tapse-
ren Tirolerin durchbohrt. Der allerletzte ^ Schuß, welcher in diesem denkwürdigen
Treffen fiel, war von Iu l iana gethan
und damit ein feindlicher Ofsicier in's
Knie geschossen worden. „Troffa ist er!"
rief sie muthig aus, als
sie
die Wirkung
ihres Schuffes bemerkte. Später trat die
tapfere Tiroler Jungfrau in den Orden
der barmherzigen Schwestern, in welchem
sie den Namen Pauline erhielt und
bis an ihren Tod als fromme werkthatige
Nonne dem Dienste der leidenden Mensch,
heit sich widmete.
Katholische Blätter. Herausgegeben vom
kcith. Central-Vereine in Linz. Vierzehnter
Jahrgang (1862), Nr. 29, 80. '^ 2, 33: „Stefele
Krismer". — Flir (Alois). Bilder aus den
Kriegszeiten Tirols (Innsbruck l646, Wagner,
80). __ Tiroler Stimmen (Innsbruck,
4«.) 1862, Beilage zu Nr. 493: „Feldpaterfest
zu Absam". — Neue Zeit (Olmützer Blatt)
18ü8, Nr. 93. — Brünner Zeitung 1858,
Nr. 94. — Bohemia (Prager Blatt) 1858,
Nr. 110. — Gallerie denkwürdiger Person«
lichkeiten der Gegenwart. Nach Originalzeich»
nungen, Gemälden, Statuen und Medaillen
(Leipzig, I . I . Weber, kl. Fol.) Bd. I I ,
S. 112.
Kristillnoviö, Ignaz (gelehrter Theo.
log, geb. zu Agram 31. Juli 1796).
Trat nach beendeten theologischen Stu«
dien in die Seelsorge, wurde Coopera«
tor der Stadtpfarre zu St. Marcus in
Agram, 183t Spiritual des bischöflichen
Zeminariums daselbst, 1834 Pfarrer zu
Kapella unweit Belovar im St. Georger
Grenz»Regimente und ist zur Zeit Canoni»
cus an der Agramer Kathedrale. K. ist
einer der fieißigsten und verdienstvollsten
Vertreter der croatischenNationalliteratur,
und als solcher ebenso auf religiösem als
sprachlichem Gebiete thätig. Seine Schrif»
ten sind in chronologischer
Folge:
N", d. i. Unterricht, in
allen Lebensverhältnifsen zufrieden zu sein
(Warasdin 1826, 8o.), aus dem Franzö-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon