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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Seite - 241 -
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Krochmal Krochmal Iudmthume aufzufinden, um auf diese Art die Harmonie zwischen der jüdischen Theologie und wahren Philosophie, wie fie seiner Zeit Maimonides dargestellt, wieder herzustellen und zwar mit Durch führung einer historischen Entwickelung der Erscheinungen des Iudenthums. Wie Hegel philosophisch erseits, so war der berühmte Historiker Asaria de Rossi historischerseits sein Geleitsmann auf dem Pfade seines Denkens. Bis zum Jahre 1836 lebte K. in Zolkiew; in die- sem Jahre beschloß er seinen bisherigen Wohnort mit einem andern zu vertäu schen. „Hier", lautet es in einem seiner Briefe, „hab' ich nichts mehr zu suchen, noch werde ich von Jemand gesucht". Sein Wunsch, nach Brody in eine kleine Privatanftellung zu kommen, um daselbst die eine Hälfte seiner Zeit der Nnterwei- sung Erwachsener aus dem Kreise der ihn berufenden Familien, die andere Hälfte seinen wissenschaftlichen Studien zu wid- men, ging glücklicherweise in Erfüllung, und so zog er nach Brody . dort sein in Zolkiew, als er noch Kaufmann war, be« gonnenes philosophisches Werk. das er sich zur Lebensaufgabe gemacht, fort- setzend. Ein paar Jahre blieb er in Brody; aber schon 1838 nöthigten ihn physische Leiden, nach Tarnopol zu seiner dort verheirathet lebenden Tochter zu übersiedeln. Dort lebte er zurückgezo« gen, mit der Vollendung seines Werkes beschäftigt. Ader sein Zustand ver« schlimmerte sich immer mehr und im Mai 1840 fühlte er bereits selbst sein nahes Ende. Er sprach seinen Kindern noch den Willen aus, daß seine Schriften an .Dr. Zunz —.den er übrigens Person« lich nicht kannte — gesendet würden, da» mitdieser sie ordne und dann herausgebe. K. selbst hat wenig durch den Druck ver. öffentlicht. u.z. nur einige kleinere Aufsähe, v. Wurzbach, biogr. Lexikon. XHI . ^Gedr im „Sulamith" (1818). in der „Zesirä" (Zolkiew 1824) und imHerbste 1838 trat er im vierten und fünften Theile desTersm. OksinsÄ für Maimonides und Eben Esra,«die beide von einem berühmten Gelehrten aus dogmatischem Standpuncto angegriffen worden waren, in die Schran- ken. K. war durch und durch ein Charak- ter und nicht bloß Philosoph in der Theo- rie, sondern auch in der Praxis. Was seine Gewissenhaftigkeit und Uneigen, nützigkeit anbelangt, war er als Jude ganz aus der Art geschlagen. Als Beleg für erstere diene die folgende Thatsache. Im Frühjahre 184l) trug man sich in Berlin mit der Idee, Krochmal als Rabbiner dahin zu berufen. Als K.Kunde davon erhielt, konnte er sich gar nicht be. ruhigen. „Nie", schreibt er in einem Briefe an seinen Schwiegersohn, „ war mir in den Sinn gekommen, jemals ein Amt als Ge> Wissensrath zu bekleiden oder sich mit Lei. tung der religiösen Angelegenheiten einer Gemeinde zu befassen; ein solcher Zweck wäre weder mit der Weise meiner theolo« gischen Forschungen, noch mit meinem ganzen Wesen übereinstimmend. Ich bitte Sie demnach ernstlich und inständig, diese meine unbedingte Ablehnung dem Men- schen, der sich an Sie gewendet, kundzu« thun und dieß ja schleunig und in den bestimmtesten Ausdrücken". Hingegen war K. nie abgeneigt gewesen, ein Lehramt zu bekleiden , wenn sich ein pas- sendes für ihn gefunden hätte; auch sagte er in früheren Jahren seine Mitwirkung zu, als eine Pflanzschule für Rabbiner und Religionslehrer in Aussicht gestellt wurde. Dr. Zunz entledigte sich der von K. ihm letzwillig übertragenen Auf- gabe und gab seine gesammelten Schriften (Lemberg 1851) heraus. Eine zweite Auf« läge erschien im Jahre 1861. Für' die Schüler Hegel 's und für alle Anhänger 8. Jänner 1865.1 16
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Kosarek-Lagkner, Band 13
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Kosarek-Lagkner
Band
13
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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