Seite - 242 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Bild der Seite - 242 -
Text der Seite - 242 -
Arochmal. 242 KröU
seines Systems dürften K.'s Schriften
ein nicht geringes Interesse bieten; denn
der polnische Jude K. beobachtete mit
scharfem Blicke die Entwickelung des
Hsgel'schen Systems und schrieb vor«
urtheilsfrei seine Ansichten über die Heg.
lianer und ihre Gegner nieder. Aber die
Herren müßten vorerst hebräisch lernen,
denn K. schrieb nur in hebräischer Srache.
Die jüdische Literatur aus der Zeit der
Maurischen Herrschaft — also das gol-
dene Zeitalter derselben — nahm sein
Interesse hauptsächlich in Anspruch. Sie
übte auch auf seine philosophische Rich>
tung wie auf die Gestaltung seines hebrai»
schen Styls einen nicht geringen Ein-
stuß. In den Schriften des Maimoni»
des sprach ihn vornehmlich der Aristote«
tische Tieffinn an, in jenen Eben Esra's
der Platonismus, den er aus ihnen her-
auszufinden verstand. Die Kabala, auf
deren Studium er Sorgfalt verwendete,
hatte für ihn bloß in der Gestalt, in wel«
cher
sie bei Nachmanides und dessen
unmittelbaren Vorgängern und Nachfol»
gern auftritt, einiges wissenschaftliche In«
tereffe. Von den vielen Nachbetern des
Maimonides aber war es einzig Mo»
ses Narboni, dessen er mit Lob zu ge»
denken pflegte. Von den vier Kindern
Krochmal's ist der eine Sohn Joseph
(geboren Ende April 1812) praktischer
Arzt im südlichen Rußland. Er schrieb
auch eine ausführliche Biographie seines
Vaters. Die eine Tochter Kunigund e
aber ist an den Arzt Or. Horwitz in
Tarnopol verheirathet.
Zunz (L. Di-.). Nachman Krochmal sMne
Lebensskizze, zu welcher Dr. Zunz eine aus>
führlichere Biographie Krochmal's, die sein
ältester Sohn verfaßt hatte, benutzen konnte.)
— 8Iovuik na,u<)ü^. lisäaktor Dr. ?r.
Laä. K i sss r , d, i. Conversations<Lmkon
Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag
1859. Kober. Ler. 8°.) Bd. IV, S. 1017. Krocker, Johann (Maler, geb. zu
Wien in der ersten Hälfte des 18. Jahr-
Hunderts, gest. zu Er lau 1772). Seine
künstlerische Ausbildung erhielt er in
Wien an der Akademie der bildenden
Künste. Von Wien begab er sich nach
Brünn und arbeitete dort unter der 3ei-
tung des Malers I . Th. ,Rotter. Da-
rauf ging er nach Znaim. wo er sich blei»
bend niederließ und viele Arbeiten in
Oel und Fresco vollendete. Nach Prag
berufen, malte er dort die St. Clemens,
kirche. Zuletzt begab er sich nach Ungarn,
wo er viele Arbeiten ausführte und wo
er auch zu Erlau starb. Nagler rühmt
seine Werke als „correct in der Zeichnung,
von schöner Färbung, an denen vom
Helldunkel ein verständiger Gebrauch ge.
macht ist". Der von Dlabacz aufge»
führte Maler Groker möchte wohl eine
und dieselbe Person mit unserem Kunst«
ler sein.
Annalen der Literatur und Kunst des In< und
Auslandes (Wien, Doll, 8«.) Jahrgang 1810,
Bd. I H , S. 14t Daselbst wird er Kröker
genannt). — Nagler (G. K. Dr.), Neues
allgemeines Künstler»3erikon (München 1838,
Fleischmann. 8<>.) Bd. V I I , S. l77. __ Die
Künstler aller Zeiten und Völker. Begon-
nen von Prof. Fr. Mül ler , fortgesetzt von
Dr. Karl Klunzinger (Stuttgart <860,
Ebner und Seubert. gr. 8<>.) Bd. I I , S. 328.
— Meyer ( I . ) . Das große Conversations»
Lexikon für die gebildeten Stande (Hildburghau-
sen, Bibliograph. Institut, gc. 8».) Bd. XIX,
Abthlg. 1. S. 251, Nr. 2.
Kroll, Gottfried (gelehrter Bene.
dictiner, geb. zu Obernzell im
Paffau'schen 4. Jänner 4652, gest.
26. Mai 1733). Nachdem er zu Passau
und Salzburg studirt, trat er in letzterer
Stadt in den Benedict'merorden. Im
Jahre 1703 erlangte er die theologische
Doctorwürde, wurde darauf Subprior
in seinem Kloster St. Peter. 1713 Prior.
Im nämlichen Jahre ernannte ihn der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon