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Kronecker 238 Aronecker
lehre unterrichtet wurde. Eine besondere
Fertigkeit eignete sich K. auf allen Streich
instrumenten an. Auch zeigte er, noch
ziemlich jung, ein nettes Compositions
talent, bildete dasselbe durch Uebertragen
mehrerer Ouvertüren aus dem Clavier
auszuge auf eine von den Convicts-Zög>
lingen ausführbare Besetzung von Streich«
und Blasinstrumenten nur noch mehr aus.
Nach beendeten philosophischen Studien
begann er 1823 das Studium der Rechte
an der Wiener Hochschule. Aber schon im
folgenden Jahre gab er die Rechte auf
und bat um Aufnahme als Noviz in das
Stift Kremsmünster, die ihm auch gewahrt
wurde. Im Stifte beendete er die Theo«
logie. die Mußestunden seiner musikall
schen Ausbildung widmend. Längere Zeit
wurde K. vom Stifte zur Seelsorge au
dem Lande verwendet; im Jahre 1840
aber zum Rentamte nach Kremsmünfter
berufen, und ihm schon im nächsten Jahre
die Direction der dortigen Kirchenmusik
übertragen. Diese Stelle versah K. bis
zu seinem, im schönsten Mannesalter von
44 Jahren erfolgten Tode. K. war ein
tüchtiger Musiker, und als er das Direo
torium der Kirchenmusik in Kremsmün»
ster übernahm, griff er die Sache energisch
an. Sein Augenmerk richtete er zunächst
aufdasdortige Musikarchiv, und vorAllem
suchte er die vorgefundenen, höchst fehler»
haften und entstellten Exemplare, zumal
der gangbaren Kirchenmusikwerke durch
Verbesserung und Restaurirung brauchbar
herzustellen und Mangelndes zu ergänzen.
Aus diesem Grunde setzte er sich mit mu-
sikalischen Freunden zu Salzburg, Mün-
chen, Augsburg, Paffau, Regensburg und
selbst mit der Handel.Society in London
in Verbindung. Außerdem bereicherte er,
wenngleich von dem musikliebenden und
fördernden Abte Thomas Mit terdor-
fer in seinen Bestrebungen unterstützt, so doch auch aus eigenen Mitteln das Musik-
archiv seines Stiftes, für das er einebedeu«
tende Reihe praktischer und theoretischer
Werke sowohl älterer wie neuerer Zeit an-
schaffte. So hatte er die Musikzustände
des Stiftes, die vor ihm ziemlich im
Verfalle sich befanden, neuerdings geho«
ben und nur der kurze Zeitraum seiner
Thätigkeit — nur sieben Jahre, von
1841 bis 1847, war es ihm gegönnt
gewesen, zu wirken — ist Ursache, daß
nicht Alles so sich gestaltete, wie er es
im Sinne hatte. K. hat auch mehre«
res componirt, was sich im Musik«
Archiv seines Stiftes befindet, u. z. im
Jahre 1827: eine „Mzse", welche er zum
Namensfeste des damaligen Negenschori
und seines besonderen Gönners ?. Beda
Plank geschrieben hatte; 1831: eine
„Hsl'ss« 6o?s?nnis" zur .eigenen Primiz;
1831/32: „Fiiltt M'ndUlilieil" und „ein M-
terturinm", „Ami Mera" auf vier Stim»
men; l833: mehrere „Weber :mt> Besänge"
mit Clavier» und eine „Arie" mit Orche»
sterbegleitung; 1832: „Nie MnZik ;n 6a-
Ltrlli's Helm"; 1834: „^sp6,-«s ^q/ttne-
?o?'nnz"; 1835: „I's Os^m", vierstimmig,
mit Orchester; !839: „ M Vollendung des
Michael Hllyün'ZöM Acc>uiem5 in L-llul', 1843:
eine „Mll25e M?53e in Lz-<w" zum Secun»
diz des Bischofs Ziegler von Linz; eine
„Grlltnilllr" für eben dieses Fest; 1845:
ein „Miöerrre" für die Charwoche; 1846:
ein „Septet tür Streich- und Nlc!3m5truinente".
Der Dom-Musikoerein zu Salzburg und
der Musikoerein zu Linz zeichneten K.
durch die Aufnahme unter die Zahl ihrer
Ehrenmitglieder aus.
Allgemeine Wiener Musik-Zei tung,
herausg, von August Schmidt, VI. Jahrg.
(1846), Nr. 77 u. ?8: „Biographisches Lexi»
kon einiger um die musikalische Kunst ver»
dienter Zeitgenossen"; — dieselbe, heraus»
grgeben von Ferdinand Luib, VII . Jahrg.
(1857). Nr. 106: Nekrolog. — Hagn (Theo«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon