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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Seite - 259 -
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Seite - 259 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13

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Krones 269 Arones Male auf. Sie spielte längere Zeit auf dieser Bühne, konnte aber gegen zwei Nivalinen, nämlich Madame Raimund und Dlle Kupfer, beide lange vor ihr im Besitze der ersten komischen Rollen und längst erklärte Lieblinge des Wiener Pu- blicums, lange nicht aufkommen. Endlich verließ Madame Raimund diese Bühne; bei Dlle Kupfer kam ihr aber der Zu- fall zu Hilfe. Letztere nämlich erkrankte geradebeiBeginn der Proben einer neuen Zauberoper „Lindane"; es war Niemand da, der die Rolle derRosamunde hätte übernehmen können als Therese Krones. Schnell hatte sie die erst bei der Probe erhaltene Rolle einstudirt und bei der Aufführung ihr Talent so zur Geltung zu bringen gewußt, daß sie allgemein gefiel. Das Publicum wünschte nun sie auch in anderen Stücken zu sehen, und so wurde sie denn in allen neuen Stücken beschäftigt, wie denn auch ältere Possen durch die Rollen, die sie darin übernahm, cinen neuen Reiz durch sie gewannen. Namentlich hatte eine längst verschollene Posse „Herr Joseph und Frau Wabert" durch ihren Humor und ihr köstliches Spielso gewonnen, daß es förmlich wieder zum Zugstücke wurde. Therese war bald neben Raimund, Schuster, Korntheuer der erklärte Liebling des Wiener Publicums. Sie war es mehrere Jahre, und erst der Zwischen fall mit Ja- roschinsky, dem Mörder des Profes» sors Blank M . I, S. 422^ der zu ihren Verehrern zahlte und bei dessen Bankett sie sich eben befand, als seine Verhaftung vorgenommen wurde, schien für sie bedenklich werden zu wollen. Es hieß damals, wie man es aus Rai> mund's authentischem Tagebuche ersah» ren kann, Therese werde die Bühne ver» lassen und sich in ein Kloster zurückziehen. Doch es kam nicht dazu. Wohl erschien sie mehrere Monate lang nicht vor dem PMicum; hatte aber dann, wie Nai- mund schreibt, „dieFrechheit, wieder die Bühne zu betreten!" Es ist diese Ansicht eine jenerUeberspanntheiten Raimun d's, die sein ganzes Leben vergifteten und zuletzt fein Ende herbeiführten. Als wenn die Krön es gewußt hatte, daß sie mit einem gemeinen Raubmörder verkehre. Der befürchtete Theaterscandal bei The« resens erstem Auftret'n nach so langer Frist trat auch nicht ein, weil das billiger denkende Publicum die ohnehin schwer betroffene Schauspielerin für etwas, was sie nicht verschuldet, nicht bestrafen konnte und wollte. Im Gegentheil, Therese wurde mit einem Sturm von Applaus, den auch nicht das geringste Zeichen von Mißfallen störte, empfangen. Sie spielte noch einige Zeit daselbst, öerließ dann im Jahre 1829 diese Bühne, gab einige Gastrollen auf anderen Theatern, bis schweres Leiden sie zwang, die Bühne zu verlassen, worauf sie nach langwieriger Krankheit, erst 29 Jahre alt, starb. Die Krones zählte mit den obengenannten Schauspielern zu den Hauptpfeilern des Leopoldsiädter Theaters. Unübertrefflich war sie als Fisperl in der Zauberpofse „Gisperl und Fisperl"; als Z i l l i in der „Aline"; als Rosa munde in der „Lindane"; als Louise in der Parodie auf „Kabale und Liebe"; als Jugend im „Bauer als Millionär"; als Iu le r l in „Jacob in Wien" und in „Iulerl, die Putzmacherin"; als Sylphideim gleich» namigen, von ihr selbst verfaßten Stücke; als Frau Sp ringerl im „Fleischhauer aus Oedenburg" u. m. a. Auch hat.sie selbst einige Stücke für die Bühne ge- schrieben, wie z.B. der „NrbrlgM", „Mell- plltra", „Sylphide", letzteres, von Einigen dem Redacteur Bäuerle zugeschrieben, ziemlich quodlibetartig zusammengetragen,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Kosarek-Lagkner, Band 13
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Kosarek-Lagkner
Band
13
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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