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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Seite - 260 -
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Krones 260 Arones aber voll Humor und lustig anzuschauen. Was ihr Spiel betrifft, so kam gerade, in der Gegenwart, als ein Vorstadt.Theater der Residenz die Cloaken der Cancanerie eröffnete, die längst vergessene Kro« nes den alten Wienern mehr denn je in's Gedächtniß zurück. Unten in den Quellen werden als literarische Curiosa die Urtheile zweier Manner, wie Saph i r und Castell i, mitgetheilt, und besonders der biedere Castell i, dessen priapeische Schwächen mehr denn genugsam bekannt, nimmt sich mit seinem Rigorismus komisch aus. Da läßt man sich denn die R aimund'scheSittenstrenge schon eher gefallen. Krön es war Mit» glied einer Vorstadtbühne, welche, wie bekannt, nicht in Moral machen. Aber wenn in der Parodie auf Sp ontini 's „Bestalln" dieWorte der Krones: „das dumme Volk wird doch nicht im Ernste glauben, daß ich eine Vestalin bin", vom Publicum mit einem rasenden Beifallsturm aufgenommen werden, so war das das Schlimmste, was je auf der Bühne über die Lippen der Krones gekommen, und war das Schlüpfrigste, was das Publicum jener Tage bejubelte. Nnd in der Gegen» wart! Zeitgenossen, fleißige Theaterbesu» cher und Leute, denen ein Urtheil zusteht, fanden ihre schalkhafte Grazze und liebens« würdige ncmek2.lHiia6 ausgezeichnet. Dabei verband sie mit ihrem allerdings nickt üppigen, aber höchst angenehmen Aeußeren eine sehr vortheilhafte und geschmackvolle Art, sich zu kleiden. Sie war auf der Bühne oft ausgelassen lustig; aber der strengste Sittenrichter konnte sie gewiß, keiner Verletzung der Decenz zeihen. Ja, wenn sie mitunter ihrem Muth. willen zu freien Laus ließ, so überschritt sie doch nie die Schranken der Anständig- keit, und wir stehen nicht an, zu sagen, daß wenn sie lebte, sie selbst als Zusehe» rin des heutigen Treibens auf der Bühne erröthend vor Scham die Augen schließen würde. I n Stücken, in denen sie auftrat, fehlte es wahrlich nickt an Momenten, die für ein anständiges Frauenzimmer bedenklich werden konnten; aber die Rou« tine, der Geschmack, mit denen sie einzu» lenken verstand, verblüfften zuerst und entzückten dann das Publicum. So geschah es denn, daß ein geistreicher Kri- tiker sie treffend die „Grazie der Trivia« litat" nannte. Wie sehr sie der Liebling des Publicums gewesen, dafür spricht die Thatsache, daß ein paar Iahrzehnde nach ihrem Tode ihr Grab auf dem St< Mar« rer Friedhofe mit Blumen und Kränzen geschmückt war. Grst seit ein paar Jahren fehlt dieser Schmuck; aber ein Denkstein bezeichnet die übrigens in starkem Verfalle begriffene Ruhestätte. Vor wenigen Iah» ren erst wurde ihr Andenken durch ein Genrebild mit Gesang und Tanz in drei Acten, betitelt: „Therese Krones". ver- faßt von Karl Haffner (Lieferung 73 des Wallishauffer'schen sjcht Klemm'schen^ Wiener Theater-Repertoirs), und durch einen Roman aufgefrischt, den der alte B ä u e r l e nach ihr taufte und der zuerst in der Theater-Zeitung (1833, Nr. 280) begann, der aber auch separat gedruckt erschien. Ein Bruder (?) von ihr lebte, wie die Journale berichteten, noch im Jahre 1833 im Kahlenbergerdörfel bei Nußdorf nächst Wien. Als das Haff- n e r'sche Stück über die Bühne ging, hetzten ihn die Bauern auf, gegen eine Beschimpfung der Schwester, wie sie das Stück begeht (?), eitt Veto einzulegen. Auch soll er nach der 34. Vorstellung vor der Local'Polizeibehörde, erschienen sein und die Entfernung des Stückes von der Bühne verlangt haben, aber eines Besse- ren belehrt worden und in Folge dessen von seinem Begehren — wozu er jedoch
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Kosarek-Lagkner, Band 13
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Kosarek-Lagkner
Band
13
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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