Seite - 267 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Bild der Seite - 267 -
Text der Seite - 267 -
'Kropfreiter 267 Arottenthaler
zehn Kanonieren und neun Handlangern
führteer, von schlechtem Wetter behindert,
im ungünstigsten Terrain und Mangel
habend an Material und Requisiten jeder
Art, die Arbeit in raschester Frist aus.
Bewunderungswürdiges leistete er aber
während der Belagerung selbst. Aus
zwei Haubitzen und zwei Mörsern hatte
er selbst eine Wurfgeschütz°Batterie for»
mirt und mit seiner geringen Mannschaft
die Beschießung geleitet. Da eS ihm an
Munition fehlte, so mußte er stch dieselbe
erst aus den eroberten Platzen herbei-
schaffen; das mußte aber, um das Sprin«
gen der hohlen Eisenkugeln zu verhüten,
mit der größten Vorsicht geschehen. Da
er selbst die Beschießung leitete, die
Wurfgeschütze richtete und der Stadt
auf solche Art empfindlichen Schaden
bereitete, wurden er und seine Batterie
von Seite der Vertheidiger bald der
Ziclpunct ihrer Angriffe; sie richteten
nun ihr Feuer vornehmlich auf seine
Wurfgeschütz.Batterie und beschossen die-
Hlbe von allen Seiten. K. verdoppelte
somit seine Vorsicht und täuschte, wie er
nur konnte, den Feind, ihm aber immer
wieder neuen Schaden zufügend. So
gelang es dennvornehmlich seinem Muthe
uud seiner Ausdauer, daß endlich die
Katastrophe, die Uebergabe der Festung,
herbeigeführt wurde. I n Anerkennung
seiner schönen Waffenthat wurde er mit
Allerh. Entschließung Freiburg 26. De-
cember 1813 vom Feuerwerker zum Un«
terlieutenant befördert und unter Einem
außer Capitel mit dem Ritterkreuze des
Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet.
Weitere Verdienste erwarb sich K. nach
der Uebergabe der Festung Zara, indem
er die allenthalben zerstreuten Artillerie«
Güter mit großer Sorgfalt sammelte und
in Sicherheit bringen ließ. I m folgenden
Jahre trugen seine Unerschrockenheit und die von ihm getroffenen Vorkehrungen,
vornehmlich die Wirkung seiner Grana-
tenwürfe, zur Näumung der von den
Montenegrinern besetzten Festung Cattaro
wesentlich bei. Den Statuten des Maria
Theresien-Ordens gemäß wurde K. im
Jahre 1834 in den erbländischen Frei«
Herrnstand erhoben.
F reihe rrnstands-Diplom vom 13. Juni
1834. — Hirte nfeld ( I . ) , Der Militär.
Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder
(Wien 1857, Staatsdruckerei. 4<>.) S. 1266
u. l?49. — Oesterreichisches Mi l i tär«
Konversat ionslexikon (Wien 1850u.f.,
gr. 8".) Bd. I I I , S. 6«7. — Wappen. Von
Roth und Silber quergetheilter Schild; in der
oberen rothen Hälfte ein mit der Spitze auf<
wärtö gestelltes blankes Schwert mit goldenem
Gefäße, das nächst dem Angel mit zwei in
Form eines Andreaskreuzes über einander
gelegten und sich zu beiden Seiten bis zur
Spitze des Schwertes kranzförmig erhebenden
goldbrfruchteten Lorberzweigen belegt ist. I n
der unteren silbernen Hälfte sieht man eine
uon der linken Srite desselben hervorragende
felsige Erdzunge, auf der eine von Ring«
mauern umgebene Festung steht. Rechts ist
im offenen Meere eine Fregatte zu sehen.
Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf
welcher sich drei gekrönte Turnierhelme er-
hcben. Auf der Krone des mittleren Helms
erscheint rin ganz geharnischter Reiter mit
geschlossenem, von drei Straußenfedern, einer
silbernen zwischen zwei rothen, besteckten
Helme. Der Rittcrsmann sitzt auf einem sich
aufbäumenden Rappen, mit rothem goldver»
brämten Sattel. Der Ritter hält in der
rechten Hand ein blankes Schwert an golde»
ncm Griffe, es zum Hiebe ausholend; in der
Linken einen silbernen goldeingefaßten Schild.
Aus den Kronen der beiden äußeren Helme
erheben sich je zwei goldene, nach beidcn
Seiten geneigte Weizen-Aehren, an langen
goldurblätterten Halmen, über deren Mitte
eine goldene Birne schwebt. Die Helm decken
aller drei Helme sind roth mit Silber belegt.
Die Schild Halter sind zwei aufcechtstehende,
gegeneinander gekehrte goldene Löwen, mit
ausgeschlagenen rothen Zungen, welche mit den
beiden vorderen Pranken den Schild anfassen.
KrotWtthlller, Karl lTonsetzer,
geb. zu Wien im Jahre 4818, gest.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon