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Krottenthaler 268 Kroupa
ebenda 2. October 1864). Zeigte in
früber Jugend Talent für die Musik und
wählte sich dieselbe zu seinem Lebens«
berufe. Im Alter von 49 Jahren war er
bereits Director des Carl>Theater>Orche.
sters und saß allabendlich durch 27 Jahre
an einem und demselben Platze im Carl«
Theater, dessen lebendiges Lexikon er
war, worin ihn vornehmlich sein treff.
liches Gedächtniß unterstützte. Mit dem
Ende der Lehmann'schen Dircction
hörte auch seine Function als Orchester»
Director auf und er betrat das Theater
nicht mehr. Mit dem Verluste seiner
Stelle hatte ihn ein empfindlicher Schlag
getroffen. Er lebte nunmehr vom
Musikunterrichte und zog sich auch in
seinem Berufe das Leiden zu. das
seinen Tod zur Folge hatte. K. war
wenig bekannt, denn sein Name kam nur
selten in die Oeffentlickkeit, zuweilen
wenn man ihn auf den Zetteln des Carl»
Theaters las, weil eben wieder eine
neue, von ihm componirte Zwischenacts'
musik gespielt wurde, und einmal, als er
die Witwe des Komikers Wenzel Scholz
gcheirathet. K. kam wahrcnd seines gan-
zen Lebens nur einmal über Wien hin«
aus, und zwar im Jahre 5848, als er
vor der Revolution nach Salzburg fluch,
tete. AlS Musiker hat er manche nette
Arbeit geliefert; aber Vieles, was unter
anderen Firmen aufgeführt wurde, soll,
wie sein Nekrologist schreibt, ihn zum
Verfasser gehabt haben. Im Stiche ist
nur Weniges erschienen, und zwar:
„MillN-Plllkll, nach Mlltiuen llU5 dem Sing-
5pielr: Nie llrrwllndelte Nutze" (Wien 1861.
Spina); — „Nie Nrstrcuzancr. Valzer nach
Motiven NeZtroq'öcher Couplets" (ebd.); —
„(^tänzln: Zl (ßllrtnerkinb bin i" , — „Urti
t>rL Genius: Ich bring? dir den Erazt", —
„Ich bin ein Wesen, uillhl bekannt" (ebd.
1862, sämmtlich bei Spina), und die Musik zu Elmar's dramatisch.allegor.
Zeitbild „Carneval in Wien 1862" (ebd.).
Vieles hat er in Handschrift hinterlassen.
Wiener Zeitung 1664, Nr. 241, S. 36. —
Presse (Wiener polit. Blatt) 1864. Nr. 273
Abendblatt. — Neue Freie Presse (Wie«
ner polit. Blatt) 186;. Nr. 33. — Frem»
den«Blatt (Wien. 4".) 1861, Nr. 274.
Kroitpll, Johann (Maler, geb. zu
Prag 1794). Kam, nachdem er bei den
Piaristen in Prag die Gymnafialclaffen
zurückgelegt, in die Prager Akademie der
bildenden Künste, welche damals unter
Bergler's M . I , S. 300^ Leitung
stand. An dieser bildete er sich bis zum
Jahre 1821 , dann trat er aus und
begann Porträte zu malen, worin ihm
seine Geschicklichkeit im Treffen und auch
die übrige fleißige Ausführung sehr zu
Statten kam. So geschah es, daß er, um
Unterricht zu ertheilen, in die Familien
des hohen Adels berufen wurde und mit
denselben oft den Sommer auf dem Lande
zubrachte. Die kleinen, aber gewählten
Gallerien, welche sich auf den Schlöffern
des hohen böhmischen Adels befinden,
wurden für K., dem es so an Gelegenheit
fehlte, Reisen in das gelobte Land der
Kunst zu machen, eine treffliche Schule
der weiteren Ausbildung. So z. B.
copirte K. in der reichen Gallerie des
Fürsten Col loredo - Mannsfeld meh.
rere der bedeutendsten Gemälde. Auch
wurde auf diese Art der Uebergang von
der Bildnißmalerei, ohne diese ganz auf-
zugeben, zur Geschichtsmalerei vermittelt,
und bald folgten zahlreiche Auftrags für
Altarbilder. Von diesen letzteren sind
folgende Werke seines Pinsels bekannt:
in der Pfarrkirche zu Stradonic bei Niz>
borSk „Nie H. Maria", — „Nie Madonna
mit dem Ainde"; — in Nizbor: „Nie
. Nrrnftrhühnng"; — in Ulneves: „Ner
. Illhllnne2 der Ganter"; — in Zbecno
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon