Seite - 274 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Bild der Seite - 274 -
Text der Seite - 274 -
Krüger 274 Krüger
dahin. Hier erst trat sie eigentlich in den
Vordergrund und spielte erste Rollen.
Ostern 4809 wurde sie Mitglied der
Wiener Hofbühne, an der ihr Vater so
verdienstvoll mitwirkte, und Emma in
Kotzebue's „Kreuzfahrern". Mar ian-
ne in Gotter's gleichnamigem Stücke,
Helene in „Heinrich Reuß vonPlauen",
Afanasia in „Benjowsky", Eula l ia
in „Menschenhaß und Reue", Paul ine
in „Grüner Domino", Albert ine in
„Fehlgeschossen". Elfr iede in „Macht
der Liebe" waren die schönsten Blüthen
in ihrem Künstlerkranze. Die Zierde aller
ihrer Darstellungen aber war Ieanne
' d'A r c. Bei einem Gastspiele in Pesth,
Juli 4814, feierte sie einen Triumph um
den andern und trat am 19. als Afa-
nasia in „Benjowsky" zum letzten Male
auf. Ein bösartiges Nervensieber, dessen
Keim sie längere Zeit getragen und dessen
Mahnungen sie leider zu einer Zeit, da
Hilfe vielleicht noch möglich war, unbe-
achtet gelassen, streckte sie in wenigen
Tagen — am 4. August — im Alter
von 21 Jahren, auf die Bahre. Eine
großartige Leichenfeier und ein von
Kunstfreunden auf dem Pesther Fried-
Hofe ihr gesetztes Denkmal ehrten die zu
früh Hingeschiedene Künstlerin.
(H orm ayr's) Archiv für Geschichte. Statistik,
Literatur und Kunst (Wien. 4".) XV. Jahr-
gang (1824), Nr. 54, 15 u. 16: Gallerte sce.
nischer Künstler. Fünftes Bild: Carl Krüger.
Von F. C. Weidmann. — Monatschrift
für Theater und Musik. Redigirt von dem
Verfasser der „Recensionen" (Wien, 4".) Jahr-
gang 1837, S. 490. — Memoiren meines
Lebens. Gefundenes und Empfundenes. Erleb'
tes und Erstrebtes von Ol. I . F. Castelli
(Wien und Prag 156l. Kober und Markgraf,
8») Bd. I, S. 2l6. — Ludwig Löwe, der
von Krüger die erste Anleitung für die
Bühne erhielt, widmete dem Verblichenen ein
rhythmisches Nachwort, worin es unter ande.
rein heißt: „Sein Spiel, von Gluth, von hei«
trer Lust durchdrungen, gedieh nur an der Wahrheit Sonnenstrahl". — Porträt. Nach
F. Lieder 1809 gest. von I., Neidl (Wien.
Wllllishausser, gr. 8«.). — Ueber Anna Feo>
dorow na Krüger vergleiche die Theater-
Zeitung von Adolph Bauerle (Wien. 4°.)
VI. Jahrg. (18l2). Nr. 13l u. 133: Nekro-
log von Castelli. — Außer obigen beiden
Künstlern und Mitgliedern des Hofburg'Thea»
ters sind noch anzuführen: 1. Eugen Krü»
ger, ein Wiener Maler, der in mehreren
Monaten des Jahres 1833 — abor dann nicht
wieder — mehrere Landschaftsbilder ausgestellt
hat, und zwar im August: „Partie auf der
Insel Jersey" (200 fl.); — im November:
„Strandpartie auf der Insel Jersey" (130 fl.)
— und im December: „Winterlandschaft.
Gegend aus Ungarn" (l50 fl.). ^Kataloge
der Monatsausstellungen des österreichischen
Kunstvereins, 1836, August Nr. 23, Novem»
ber Nr. 40 und December Nr. 35.) —
2. Georg Krüger (geb. zu Prag 1608,
gest. zu Leutomischl 9. März 1671), trat in
die Gesellschaft Jesu und wurde im Jahre
1664 Rector des Collegiums zu Hradisch in
Mahren, welche Stelle er durch achtzehn
Jahre versah. Von Hradisch kam er nach
Leitmeritz. K. schrieb: „sacrorniQ ?u1vsruw.
luol^ti NsFui Lodsmias st nooiliuin Hus
Vertinsutiai-um KIol2.via.s st 8UoLia.s Vkrtos
LSU KI<2ULS5 octo" (I^sitaini25li1 1667—1669,
4a.), es ist dicß ein historischer Kalender, in
welchem nach den einzelnen Tagen alle denk«
würdigen Geschehnisse in Böhmen, Mahren
und Schlesien verzeichnet stehen. K. selbst
führte das Werk nur bis zum Monat August
fort. Der Tod unterbrach ihn in seiner Arbeit,
jedoch wurden die beiden folgenden Monate
September und October aus den von ihm
hinterlassenen Materialien zusammengestellt,
der November und December aber von Bal»
bin neu bearbeitet. Aber diese Vollendung
Balbin's blieb in Handschrift, und gedruckt
erschienen die Monate November (im Jahre
16«!) und December (166?) in der Bear-
beitung des berühmten Prager Predigers
Michael Krammer. Krüger's übrige
Arbeiten sind: „Ein Leben der H. Agnes
von Böhmen", aus zwei alten Handschriften
verfaßt; es wurde von Heusch in die ^.cta.
LHnctorurQ (Monat März l , S. 30) auf'
genommen. In Handschrift soll K. hinter«
lassen haben: „?2.8tiIi,72MbulFioi" (R,i65LN'
dui'F); — „Kai-itatsZ oi'äiuw 8. Vsusäioti";
— n^Ioriis ^VuLti-o LosmicüL"; — „^ävsr-
La^ia aä i-s»? Vosnnao"; —
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon