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Arnfft 278 Krufft
63 Jahren. Krüger erscheint gewöhnlich mit
seinem latinisirten Namen lÜi-uFsrius, s^
bei Pelze l , Vo ig t . Gryphius u. A.
st
3, sas i?74, kl. 8",)
V> 233 et s.^
Krnfft, Andreas Adolph Freiherr von
(Staatsmann, geb. zu Cöln am
Rhein 28. April 1721, gest. zu Wien
16. November 1793). Entstammt einem
alten cölnischen Patriciergeschlechte. Sein
Vater Johann Adolph von K. war
Ober«Amtmann der Reichsherrschaften
Gimborn und Neustadt, und galt als
einer der gelehrtesten Männer seiner
Zeit in Süddeutschland. Sein Sohn
Andreas Adolph beendete die philo-
sophischen, cameralistischen und juridischen
Studien zu Cöln und Trier, betrieb dann
mit besonderem Eifer das Studium der
Sprachen und beschäftigte sich früh mit
literarischen Arbeiten, so daß in seinem
FreiherrN'D'iplom eben so seine Kenntniß
der vier Hauptsprachen wie seine „dem
chursächs. öffentl. Lehrer Johann Christian
Gottsched zur Verbesserung der deut»
schen Muttersprache geleistete viele und
nützliche Hilfe" besonders hervorgehoben
werden. Als naher Verwandter des Erz«
stift trier'schen Weihbischofs von Hont«
heim erfreute er sich dessen besonderen
Schuhes und Fürwortes, und wurde in
den Jahren 1742 und 1743 den chur-
trier'schen Wahlbotschaften nach Frankfurt
zur Begleitung zugetheilt. Darauf unter«
nahm er große Reisen durch Frankreich,
England, Holland, Belgien und Deutsch-
land, und wurde nach seiner Rückkehr im
Jahre 1751 vom Magistrate der Stadt
Cöln zum Nathsherrn 1. Classe und zum
Oberzunftmeister erwählt. Im Jahre
1736, als unweit Cöln das feindliche
französische Heer lagerte, leitete K. die
Verhandlungen, welche mit dem französi«, schen Feldherrn wie auch mit dem fran-
zösischen Hofe von Seite Cölns geführt
wurden. Acht Jahre versah K. die Raths«
stelle in Cöln, nun wurde er dem damali.
gen kais. kön. bevollmächtigtenMimster in
den Niederlanden Grafen Cobenzl zur
Dienstleistung beigegeben und als solcher
zu mehreren wichtigen und geheimen
Missionen an den kais. Botschafter zu
Paris Grafen vonStarhemberg ver«
wendet, welche K. mit seltener Umsicht
ausgeführthat. Als Kar l Herzog von
Lothr ingen, damals k. k. Statthalter
in den Niederlanden, im Jahre 1761
zum Großmeister des deutschen Ordens
erwählt worden, erhielt K. den Auftrag,
die Geschichte des Ordens —welche unten
bei seinen Werken angeführt ist — zu ver.
fassen. Nachdem K. die ihm angebotene
Stelle eines M^iti-k äs 1Z. iHamdi-li äss
OomvtSZ in Brüssel abgelehnt, ging er
1761 auf Wunsch des k. k. Botschafters
Grafen von Per gen als dessen Beglei.
ter an die chur« und fürstlichen Höfe des
Ober- und Niederrheins. und 1763
zur Bischofswahl in Lüttich. Nun erhielt
er einen Verwaltungsposten in den dem
Könige von Preußen im Kriege abgenom»
menen Gebieten des Niederrheins, und
besorgte um diese Zeit auch die Druck-
legung der von Hontheim unter dem
angenommenen Namen ,Iü3tinu5 ^edro-
niuL verfaßten Werkes: „1)6 staw No-
oisLia.6 st leZitilna k'otäLtatO Romani
?ontiüol8") an welchem übrigens K.
selbst nicht unwesentlichen Anthellbesaß.
Nach dem zwischen Oesterreich und Preußen
1763 abgeschlossenen Frieden zu Huberts«
bürg erhielt K. die Stelle eines Hof.
secretärs an der geheimen Haus», Hof»
und Staatskanzlei und rückte dann zum
Hofrathe bei derselben vor. I n Anerken«
nung seiner Verdienste wurde K. im Jahre
1790 in den erbländischen Freiherrnstand
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon