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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Seite - 461 -
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Lachner 461 Lachner Wien. Der Zufall fügte es so glücklich, daß gerade um jene Zeit der Concurs um die Organistenstelle an der evangelisch» protestantischen Kirche eröffnet wurde. 3 achner bewarb sich um diese Stelle und erhielt sie durch Ausspruch des Abb6 Stadler und Herrn Streicher unter dreißig Mitbewerbern. Auf diesem Posten machte sich 3. sowohl durch seine tüchtige Leitung wie durch seine Compositionen bemerkbar und der damalige Pächter des kais. Hof-Operntheaters Barba ja , Lachner's schönes Talent erkennend, bot ihm die Capellmeisterstelle des Hof» Operntheater - Orchesters an. Nicht nur die beträchtliche Verbesserung seiner ma> teriellen Verhältnisse, sondern der für den Künstler noch wichtigere Umstand, daß ihm aus seiner neuen Stellung der Vortheil entsprang, die Wirkungen großer Massen zu studiren und mit dem Theater» style vertraut zu werden, bestimmten ihn den vortheilhaften Antrag anzunehmen. Acht Jahre blieb 3. in dieser Stellung in Wien und entwickelte eine große, in Musikkreisen vielgewürdigte Thätigkeit. Er versuchte sich in jedem Genre. Er componirte in dieser Zeit zwei große Opern, welche angekauft, aber sonderba» rer Weise nicht aufgeführt wurden, dann viele Quartetten, Quintetten, Trio's u. m. a. Seine deutschen Lieder, für eine -und für mehrere Stimmen geschrieben, machjen bald die Runde durch Deutsch» land; ferner schrieb er in Wien drei Mes» sen, die Cantate: „Nie nier Nlenschenalter" und das Oratorium „Nlazes" und, wo> durcb sein musikalischer Ruf eigentlich dauernd begründet wurde, seine drei Symphonien in N3, in ^ und die preis» gekrönte, am 48. Februar 1836 aufge» führte Onioii» Symphonie: „H'n/on?a ^«HS'/ontt?«". Auch hat sich 3. während seines Aufenthaltes in Wien um die Be> gründung der philharmonischen Concerte verdient gemacht. Im Jahre 1834 erhielt 3. einen Ruf als Hofcapellmeister nach Mannheim, welchen er auch annahm, zwei Jahre später einen nach München in gleicher Eigenschaft, welchem er auch folgte. Von 1836 bis heute ist 3. in München als Hofcapellmeister thätig, im Jahre 1832 erhielt er den Titel eines kön. bayerischen General-Musikdirectors. 3 achner ist einer der steißigsten Compo< nisten der Gegenwart. Außer vier großen Opern: „Nie Nnrgschakt"; — „Alitna"; — „Nrr Gn5S dr5 Persens" und „Katharina Curnlllll", welche letztere am bekanntesten geworden und den meisten Beifall geern» tet, und den schon oben erwähnten große» ren Werken, als: Cantate, Oratorium und den drei Symphonien, schrieb er noch die Musik zu „Rünig GciliM", 8 Sympho» nien, mehrere Psalmen, Ouvertüren, So» naten und eine große Anzahl von Liedern; in neuester Zeit erst zwei Orchester»Sui« ten, eine in v-moii, im Jahre 4863 in Wien durch Dessof, und eineinV-rnoli, ebenda im Jahre 1864 zur Aufführung gebracht. Franz 3. wird von der Kunst» kritik zu jenen Meistern der Gegenwart gezählt, welche noch unter den Einflüssen der älteren, durch den Haydn»Mo» zart'schen Standpunct specifisch gekenn» zeichneten Zucht und Schule groß gewor» den sind. Nachdem er von Jugend auf eine tüchtige fachgemäße, systematisch in» structive Unterweisung genossen, ent« wickelte er als einer der Träger und Ver- treter der Tradition und des conservativen Elementes in der edelsten Kunstrichtung eine normale künstlerische Thätigkeit. Weit entfernt, in die Musik eine poetische oder philosophische Deutung zu legen und die Töne als die klingende Verleib» lichung bestimmter Ideen und Gedanken anzusehen, sind seine in anspruchslosem
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Kosarek-Lagkner, Band 13
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Kosarek-Lagkner
Band
13
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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