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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Seite - 465 -
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Lacy 463 gen, bei Leuthen aber, 1737, zum fünften Male verwundet, die Reste der geschlagenen Armee gerettet. Bei Eröff« nung des dritten Feldzuges, 1738, wurde 3. von der Kaiserin zum Feldmarschall- Lieutenant ernannt, und hatte in ver- hältnißmäßig sehr kurzer Zeit eine ganz junge, völlig ungeübte Armee tüchtig eingeschult und für die Siege bei Hoch- kirch (13. und 14. October 1738) und Maxen (4. December 1739), deren Schlachtplane er entworfen und an denen beiden'er sich persönlich betheiligt, fähig gnuacht. Lacy erhielt für erstere in der dritten Promotion (am 4. Decem- ber 1738) zugleich mit Loudon das Großkreuz des Maria Theresien-Ordens und wurde für letztere im December 1739 zum Feldzeugmeister befördert. Im fünf- ten Feldzuge, 1760, commandirte L. ein sälbstständiges Corps, mit welchem er nebst anderen glücklichen Gefechten, im Vereine mit den Russen, die denkwürdige Unternehmung auf Ber l in (9. October 1760) ausführte. Nach der Schlacht bei Torgau (3. November) ernannte ihn die Kaiserin zum Feld marschall. L. jedoch lehnte diese Ernennung ab, weil er einen alteren General, der sein Freund war, nicht übergangen sehen wollte, so daß er erst 6 Jahre später diese Würde erlangte. Im letzten, dem siebenten Feldzuge, 1762, befehligte er einen Flügel der Armee und deckte bis zum Abschluß des Huberts- burger Friedens (13. Februar 1763) die Grafschaft Glatz. Am 17. Februar 1763 wurde 3. k. k. Hofkriegsrath. 1763 General-Inspector der Armee, am 19. Fe» bruar 1766 Fcldmarschall — 3. zählte damals 41 Jahre — und im nämlichen Jahre, nach dem Hintritte des Feld- marschalls Daun, Hofkriegsraths-Präsi- denr. I n dieser wichtigen Stellung in drohender Zeit wendete 3. alle Sorge v. Würz dach, biogr. Lexikon. XIII. ^Ged der Vervollkommnung des Heeres zu. 3. hatte von Friedrich im siebenjährigen Kriege manches gelernt, es fich zu Nutze genommen und das Anwendbare sofort eingeführt. So hatte er neue Reglements für die tactischen Uebungen der Truppen, neue Kriegsgesetze und ein neues Ver- pflegssystem geschaffen. Dabei hatte er den Hauptzweck dieser neuenOrganisirung mit einer erstaunlichen Oekonomie und einer bis dahin unbekannten Rechnungs» evidenz erreicht. Er führte die Exercier« lager ein und alle seine Einrichtungen bewährten sich glänzend im bayerischen Erbfolgekriege 1778 und 1779. In diestr Epoche hat 3. die ganze Größe seiner Kriegskunst gezeigt. L., der ein Meister in der Kunst war, ein Lager zu schlagen, das dem Gegner Achtung gebietet, nahm an der Elbe bei Arnau und Iaromierz eine Stellung, die zwei großen Feldhe» ren, Friedrich I I . und Heinrich von Preußen, eine ihnen unüberschreitbare Grenze zeichnete. Zugleich vertheilte er die übrigen Corps auf die gefährlichsten Puncte in so entsprechender und Vortheil' hafter Weise, daß der König von Preußen, aller seiner Anstrengung und der an vei> schiedenen Orten unternommenen Versuche ungeachtet, nirgends durchdringen und es nicht einmal mit der geringsten Wahr» scheinlichkeit eines guten Erfolges zu einer Schlacht bringen konnte. Die Klugheit seiner in dieser Absicht gemachten Anord. nungen und die Festigkeit, mit der er sich bis 1779 an der Elbe behauptete, erwar» ben ihm das Vertrauen deS Kaisers I o« seph II . in solchem Maße, daß nachher seine Stimme in Staats- und in Kriegs- gefchäften von größtem Gewichte war. Schon seit dem Jahre 1738 war L. Inhaber des 22. Infanterie-Regiments, heute Franz Graf Wimpffen, im Jahre 1774 erhielt er noch die zweite Inhaber» 12. April l865.) 30
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Kosarek-Lagkner, Band 13
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Kosarek-Lagkner
Band
13
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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