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gen, bei Leuthen aber, 1737, zum
fünften Male verwundet, die Reste der
geschlagenen Armee gerettet. Bei Eröff«
nung des dritten Feldzuges, 1738, wurde
3. von der Kaiserin zum Feldmarschall-
Lieutenant ernannt, und hatte in ver-
hältnißmäßig sehr kurzer Zeit eine ganz
junge, völlig ungeübte Armee tüchtig
eingeschult und für die Siege bei Hoch-
kirch (13. und 14. October 1738) und
Maxen (4. December 1739), deren
Schlachtplane er entworfen und an
denen beiden'er sich persönlich betheiligt,
fähig gnuacht. Lacy erhielt für erstere
in der dritten Promotion (am 4. Decem-
ber 1738) zugleich mit Loudon das
Großkreuz des Maria Theresien-Ordens
und wurde für letztere im December 1739
zum Feldzeugmeister befördert. Im fünf-
ten Feldzuge, 1760, commandirte L. ein
sälbstständiges Corps, mit welchem er
nebst anderen glücklichen Gefechten, im
Vereine mit den Russen, die denkwürdige
Unternehmung auf Ber l in (9. October
1760) ausführte. Nach der Schlacht bei
Torgau (3. November) ernannte ihn
die Kaiserin zum Feld marschall. L. jedoch
lehnte diese Ernennung ab, weil er einen
alteren General, der sein Freund war,
nicht übergangen sehen wollte, so daß er
erst 6 Jahre später diese Würde erlangte.
Im letzten, dem siebenten
Feldzuge, 1762,
befehligte er einen Flügel der Armee und
deckte bis zum Abschluß des Huberts-
burger Friedens (13. Februar 1763)
die Grafschaft Glatz. Am 17. Februar
1763 wurde 3. k. k. Hofkriegsrath. 1763
General-Inspector der Armee, am 19. Fe»
bruar 1766 Fcldmarschall — 3. zählte
damals 41 Jahre — und im nämlichen
Jahre, nach dem Hintritte des Feld-
marschalls Daun, Hofkriegsraths-Präsi-
denr. I n dieser wichtigen Stellung in
drohender Zeit wendete 3. alle Sorge
v. Würz dach, biogr. Lexikon. XIII. ^Ged der Vervollkommnung des Heeres zu. 3.
hatte von Friedrich im siebenjährigen
Kriege manches gelernt, es fich zu Nutze
genommen und das Anwendbare sofort
eingeführt. So hatte er neue Reglements
für die tactischen Uebungen der Truppen,
neue Kriegsgesetze und ein neues Ver-
pflegssystem geschaffen. Dabei hatte er
den Hauptzweck dieser neuenOrganisirung
mit einer erstaunlichen Oekonomie und
einer bis dahin unbekannten Rechnungs»
evidenz erreicht. Er führte die Exercier«
lager ein und alle seine Einrichtungen
bewährten sich glänzend im bayerischen
Erbfolgekriege 1778 und 1779. In diestr
Epoche hat 3. die ganze Größe seiner
Kriegskunst gezeigt. L., der ein Meister in
der Kunst war, ein Lager zu schlagen,
das dem Gegner Achtung gebietet, nahm
an der Elbe bei Arnau und Iaromierz
eine Stellung, die zwei großen Feldhe»
ren, Friedrich I I . und Heinrich von
Preußen, eine ihnen unüberschreitbare
Grenze zeichnete. Zugleich vertheilte er
die übrigen Corps auf die gefährlichsten
Puncte in so entsprechender und Vortheil'
hafter Weise, daß der König von Preußen,
aller seiner Anstrengung und der an vei>
schiedenen Orten unternommenen Versuche
ungeachtet, nirgends durchdringen und es
nicht einmal mit der geringsten Wahr»
scheinlichkeit eines guten Erfolges zu einer
Schlacht bringen konnte. Die Klugheit
seiner in dieser Absicht gemachten Anord.
nungen und die Festigkeit, mit der er sich
bis 1779 an der Elbe behauptete, erwar»
ben ihm das Vertrauen deS Kaisers I o«
seph II . in solchem Maße, daß nachher
seine Stimme in Staats- und in Kriegs-
gefchäften von größtem Gewichte war.
Schon seit dem Jahre 1738 war L.
Inhaber des 22. Infanterie-Regiments,
heute Franz Graf Wimpffen, im Jahre
1774 erhielt er noch die zweite Inhaber»
12. April l865.) 30
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon