Seite - 470 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Bild der Seite - 470 -
Text der Seite - 470 -
Lacy-Zillingari 470
der Redoute, die sie nur noch bedrängt.
aber nicht bereits besiegt und gefangen
wähnten, zu Hilfe zu eilen. Auch hier
entschied 3.'s persönlicher Muth. Als sich
beide Theile in der noch herrschenden
Dunkelheit ganz nahe gerückt waren, er«
griff 3. rasch den feindlichen Hauptmann
an der Brust, der über diesen Anfall die
Fassung verlor und mit seinen Leuten
die Waffen
streckte. Bei dem Sturme au'
Schweidnih, am 1. October 1761, atta»
quirte 3.-B. mit zwei Grenadier»Compa>
gnien das sogenannte Gartenfort. Der
Feind leistete hartnäckigen Widerstand
und unterhielt ein wohlgezieltes Feuer.
Vier den Grenadieren zur Unterstützung
gegebene Füselier-Compagnien, nachdem
sie von den Kugeln stark gelitten, hatten
sich bereits zurückgezogen; dieser Umstand
brachte nun auch die Grenadiere zum
Wanken. Aber Hauptmann 3.-B. stellte
sich an die Spitze seiner Leute, ermähnte
sie auszuharren und feuerte durch das
eigene Beispiel ihren Muth mit solchem
Erfolge an, daß sie ihm ohne weiters
folgten, den Feind aus dreien links an
den Enveloppen stehenden Blockhäusern
vertrieben, dann die Schanze erstiegen
und die Besatzung gefangen nahmen. Für
seine schönen Waffenthaten, vornehmlich
für die bei der Erstürmung von Schweid»
nitz mit eben so viel Umsicht als Kalt«
blütigkeit verbundene Bravour wurde
3.-B. in der 9. Promotion (vom 2l.No-
vember 1763) von Feldmarschall Daun
selbst mit noch 22 anderen Rittern sdarun«
ter 2 Großkreuze) feierlich mit dem Ma-
ria TheresieN'Orden ausgezeichnet. Im
April 1769 wurde 3acy'Bi l l inga.r i
zum Major befördert. Im November
1773 trat er aber mit Oberstlieutenants»
Charakter aus den Reihen der activen
Armee in den Ruhestand über. Eilf
Jahre noch genoß er denselben, bis er im Alter von 33 Jahren zu Wien
starb.
Hirten feld (1.1)r.), Der Militär-Maria The<
resiewOrden und seine Mitglieder (Wien 1857,
Staatsdruckerei. 4°.) S. 192 u. 1731.
L5czai-Szabö, Joseph (Schulmann,
geb. zuSärospatakin Ungarn 17. Juli
1764. gest. 21. September 1828). Zur
Erlernung der deutschen Sprache hatten
ihn die Eltern nach Kaschau geschickt, wo
er auch seine Studien beendete. Im Jahre
1784 erhielt er eine Bedienstung bei der
dortigen Bibliothek, im Jahre 1787
aber ein 3ehramt am Gymnasium.
Zwei Jahre versah er dasselbe, als er im
Jahre 1789 zur weiteren wissenschaftlichen
Ausbildung eine Neife in's Ausland un-
ternahm, sich zuerst in Utrecht, seit 1790
aber in Göttingen auf der Hochschule
aufhielt, und erst im Jahre 1791 wieder
nach Ungarn zurückkehrte. Eine ihm noch
wahrend seines Aufenthaltes im Auslande
angetragene Profefsorstelle an der refor«
mirten Hauptschule zu Papa hatte 3. an-
genommen und nach seiner Rückkehr an-
getreten. Vierzehn Jahre wirkte er an
der, wahrend dieser Zeit im steten Auf«
schwung begriffenen Anstalt als 3ehrer
in den Fächern der Geschichte, Naturge«
schichte, lateinischen und deutschen Litera-'
tur. Im Jahre 1805 nahm er eine Pre<
digcrstelle zu Lepsvny, 1808 aber zu
Särospatak, seiner Vaterstadt, das 3ehr-
und Predigeramt zugleich an. Ersteres
versah er an der dortigen Hauptschule
aus der Morab und praktischen Theologie
und behielt es bleibend, während er das
Predigeramt bald niedergelegt hatte. 3.
war als Schulmann auch schriftstellerisch
thätig und hat einige 3ehrbücher, Kate«
chismen u. dgl. m., von denen einzelne
mehrere Auflagen erlebten, herausgege»
ben. Von seinen übrigen Schriften sind
anzuführen: „
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon