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Ladurner 474 Fadurner
lich, ja kann sogar als schön bezeichnet
werden.
Neue Zeitschrift des Ferdinandeums für
Tirol und Vorarlberg. Herausgegeben uon
den Kuratoren desselben (Innsbruck, Wagner,
8".) 2. Bdchn. (l836). S. 90—i08: „Joseph
Ladurner und seine Schriften". — Staf f ier
(Ioh. Iac.), Das deutsche Tirol und Vorarl-
berg, topographisch mit geschichtlichen Bemer'
kungen (Innsbruck 1847. Felic. Nauch. 8<>.)
Bd. I I , S. 63i.
Ladurner. Joseph AloissHofca plan
und Tonsetzer, geb. zu Algund
7. März 1769, Todesjahr unbekannt)
Bruder des Ignaz 3. ^s. d. S. 471^j
die Studien begann er gleich seinem
Bruder in dem Benedictinerstifte Bene>
dictbeuern, wo er auch Unterricht im
Gesänge und Clavierspiele erhielt. Vier
zehn Jahre alt, ging er nach Algund
zurück, um an Stelle seines Bruders
Ignaz die Aemter seines verstorbenen
Vaters, das Schul- und Organistenamt,
zu übernehmen, wovon seine Mutter
lebte. Neun Jahre war er in besagter
Weise in Algund thätig, sehte nebenbei
die musikalischen Studien fort. nun traf
er für die Unterstützung der Mutter an-
dere Anstalten und ging 1792 nach Mün>
chen, wo er die philosophischen und theo>
logischen Studien hörte. Die Mittel für
sein Fortkommen verschaffte er sich durch
Unterrichtgeben in der Musik. Im Jahre
1798 beendet? er die Theologie, erhielt im
März 1799 die heiligen Weihen, nahm
noch, bevor er München verließ, bei Io<
seph Gratz Unterricht im Contrapuncte
und kehrte nun in sein Vaterland zurück,
wo er in der bischöflichen Consistorial.°
kanzlet in Briren alsbald eine Verwen«
düng fand. I n derselben wurde er Secre«
tär, dann Registrator und Archivar. 1816
Consistorialrath und Hofcaplan. Im
Jahre 1849 — damals schon 80 Jahre
alt — muß er noch gelebt haben, da Gaßner in seinem 1849 herauSgege«
benen „Universal-Lerikon der Tonkunst"
von ihm schreibt: „er wirkt noch zum
Segen". Die Muße seines Berufes wid-
mete er seiner Lieblingsneigung, der Mu«
sik, in der er sich gründlich gebildet hatte
und Andere, wenn sie Talent zeigten und
nicht die Mittel besaßen, etwas für die
Ausbildung desselben zu thun, unent«
geltlich unterrichtete. L. hat auch steißig
componirt; jedoch ist der größte Theil
seiner Compositionen Handschrift geblie«
ben. Es sind meist Psalmen, Litaneien, '16
Douw) äta-kat inÄ^l) Fugen u. dgl. m.
Gedruckt sind erschienen: „56 Variationen
über ein Aa5tllralthema in ll-^ur"; — „36 Va-
Nationen über einen Wiener Malz er u. Z.m."; —
„52 kurze OadenM mit niirmter Madulation
über ein einkaches Icraraenthema durch alle
2H Tonarten"; — „Phantasie in 6" ; —
„llcco 8acei^ o8 in«Fnuz, llierstimmiger Gesang als
Grabnale und ildffcrwrium" (die bisher ange»
führten Compositionen sämmtlich in Mün-
chen bei Falter); — „Lan/ans ^o«?- /s
6Aavs«'N) Hss-citt?' s? N's-ttzo^" (Mainz,
bei Schott), diese Phantasie wird im
„Hand buche der musikalischen Litera»
tur" iirthümlich seinem Bruder Ignaz zu«
geschrieben; — „ Ko^san a^'^nF^'ss",-
— „Phantasie, Fuge nnü Sonate über duz
Ghema einer Fuge nan (O. F. Mnilel in ki8-MlI".
Außerdem, bemetzkt Gaßner, sind spä-
ter noch mehrere andere Werke L.'s bei
Fa l t e r in München erschienen. I n
Handschrift besaß er von L.'S Arbeiten
ein „Ave Maria", vierstimmig ohne In«
strumente; — «() L2.iut2.ri2 kogtia.", vier-
stimmig; — „Venite aäorsmuL sum")
ür vier Singstimmen mit Orgelbeglei-
tung. Auch hat sich L. seit Jahren mit
Studien über die Harmonielehre beschäf«
tigt und mehrere darauf bezügliche
Arbeiten theils druckfertig, theils in Ent-
würfen liegen. ES hat den Anschein, daß
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon