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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 198 -
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Seite - 198 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14

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Laube 198 Laube schen Charakters halber hochwillkommen war. Die nähere Umschau auf dem französischen Boden rief das dreibändige Werk „Französische Lustschlösser" hervor, worin er die Geschichte der französischen Helden vonFranz-1. bis zu der Maitres- senwirthschaft in Versailles in färben- reichen Skizzen dargestellt. In der 6a- 1<3ris äsä «6l58 zu Fontainebleau trat aber die Erinnerung an den von der schwedischen Christine gemordeten M o- naldeschi so mächtig an ihn heran, daß er ihn zu seiner ersten Bühnendichtung verwendete, nachdem er über ein Iahr- zehend hindurch der dramatischen Muse untreu gewesen. Weiter schildert L. die Lustschlösser Chambord. Eu. Pau, St. Germain. Versailles und das ehemalige Residenzschloß der arabischen Emire, die Kaschba. Das Leben des ritterlichen Franz I. bot ihm in der bekannten Maitresse desselben. der anmuthigen Franyoise Chateaubriant, Stoff zu einem größeren Roman, in welchem er das traurige Schicksal dieser Frau poetisch behandelte. Noch fallen in diese Zeit „Der Prätendent", eine Skizze, hervor» gerufen durch das plötzliche Auftauchen des Urmachers Naundorf als Lud» wig XVII., „Der belgische Graf", und gleichsam den Schluß dieser französischen Eindrücke bildet seine „Charakteristik der Frauenbilder der George Sand", eine ebenso geistvolle als im Wirrsal der folgen« den Jahre leider zu rasch vergessene Arbeit. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland schildert 3. im Roman „Die Bandomire" die Geschicke eines böhmischen Adolsge» schlechtes, das im 47. Jahrhundert nacb Kurland übersiedelt war und dort ihr tragisches Ende gefunden hat. Indem man daraus eine treue Darstellung der Physiognomie dieses deutschen, aber den Deutschen fast völlig unbekannten Landes erhält, Aufschlüsse über die geistige und sittliche Richtung der Bewohner, färben» volle Schilderungen der kräftigen Mann» lichkeit der Helden, ist doch der eigentliche Roman für das Massenhafte des Stoffes zu sehr zusammengedrängt und dieses Buch wohl dasjenige Laube's, welches am wenigsten Glück gemacht. Glücklicher ist er, als er wieder zu der ihm so geläufi» gen Reisenovellistik zurückkehrt und seinen Aufenthalt in Skandinavien in seinem „Die drei Königästädte im Norden", Reise» schilderung mit Novellistik und geschicht» licher Charakteristik verschmelzend, in lebendiger und anziehender Weise schil» dert. Auch hat L. in dieser Zeit, 1842 bis 1844, neuerdings die Redaction der „Zeitung für die elegante Welt" über' nommen. Vergebens hat sich Heraus- geber bemüht, irgendwo aufzufinden, wie es denn kam, daß Laube in sein eigent» liches Element, das Drama, endlich hineingerieth, daß er dann auch, nach» dem er es als solches erkannt, nicht wieder verließ, es wäre denn, daß er ihm nach dem so erfolgreichen Wieder» auftreten im Roman in neuester Zeit, wieder untreu würde. Kurz vor der Wiederaufnahme der Redaction der „Zeitung für dic elegante Welt" eröffnete er in Leipzig mit „Monaldeschi" die Reihe seiner Dramen, welche, wie einer seiner Biographen treffend bemerkt, den zur hohlen Phrase gewordenen Kothurngang der deutschen Bühne mit dem frischen Reiz kecker Probleme und gesunder dreister Natürlichkeit verdrängen halfen. Bald machte „Monaldeschi" ^inWienzumersten Male am 23. März 1843 und bis zum 10. Jänner 1864 38 Mal gegeben^ die Runde auf allen deutschen Bühnen von einiger Bedeutung, und bald erkannte man, welch eine Kraft inLaube der deut- schen Bühne gewonnen sei. Nachdem er die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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