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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 199 -
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Laube 199 Laube mustngiltige Technik der Franzosen gründ- lich studirt, nahm er sie sich zum Muster bei seinen meisterhaften Anlagen und Ver» knüpfungen in der dramatischen Intrigue. Was auch seine Gegner, die, wie die Gegner jedes Menscken, an Allem was er schafft, mäkeln werden, bald an der Wahl der Stoffe, bald an der Charak« teriftik, bald an der sittlichen Tendenz der dramatischen Arbeiten Laube's tadeln mögen, die technische Formvollendung wagt ihm doch keiner streitig zu machen. Auf „Monaldeschi" folgten zunächst „Nococo" ^in Wien zum ersten Mal am 22. September 1831 und bis 27. Octo» ber 1831 9 Mal, seither nicht mehr ge» geben^ und „Die Bernsteinhexe"; im ersteren versuchte 3. ein treues Bild der französischen Corruption im kurzen Zeit» räume eines Theaterabends und in einem mit Meisterhand geschürzten Lustspiel« confiicte zu geben; im anderen wollte er merkwürdiger Weise der Romantik, die er in früheren Jahren mit Stumpf und Stiel auszurotten und durch einen lebensheiteren Realismus zu ersetzen be> müht war, einen volksthümlichen Ton abgewinnen; aber beide, und eben die einzigen Stücke Laube's, konnten sich keiner dauernden Theilnahme des Publi» cums erfreuen. Nun folgten „Struensee" >)n Wien zum ersten Mal am 30. Octo- ber 1849 und bis 1. December 1864 39 Mal gegeben^, das würdige Seiten- stück zu „Monaldeschi", „Gottsched und Geliert" ^in Wien zum ersten Mal am 2. März 1862 und bis 31. October 1863 11 Mal gegeben^, „Die Karlsschüler" sin Wien zum ersten Mal am 24. April 1848 und bis 13. Mai 1863 33 Mal gegeben^ und „Prinz Friedrich", die herrliche dramatische Tria's, in welcher Laube deutsche, dem Herzen des deut. schen Volkes naheliegende Stoffe mit Geist und Begeisterung behandelt, worauf noch „Graf Esser" sin Wien zum ersten Mal am 1. Februar 1836 und bis 3. März 1863 43 Mal gegeben^ und „Montrose" ^in Wien zum ersten Mal ani 3. Februar 1859 und bis 30. October 1839 10 Mal, seither nicht wieder gegeben^ folgten, , mit welchen vorderhand die Reihe seiner dramatischen Arbeiten geschloffen ist. „Graf Effex« ist überdieß besonders be< merkenswerth dadurch, daß ein Berliner Autor behauptete, Laube habe sein Stück auf Grund einer früheren von seinem Angreifer verfaßten und veroffent« lichten Arbeit ausgeführt. Es war auch komisch zu sehen, wie nach diesem An- griffe Werther's, so hieß der Dichter des Stückes „Liebe und Staatskunst", an welchem sich Laube so sündlich ver« gangen und daraus seinen Effex geschnitzt haben soll, gleich ein zweiter von Herrn Ludwig Eckar dt folgte von wegen der „Karlsschüler". Treffend bemerkte aus Anlaß dieser dünkelhaften Plagiatbeschul' digungen, mit deren Für und Wider damals die Journale mehrere Wochen hindurch fast ihr Dasein fristeten, ein Schriftsteller: „Es heißt der Literatur einen schlimmen Dienst leisten, wenn man ihre ersten Vertreter — und zu diesen zahlt doch wohl Laube— zu Fabrican« tm, die vom „Musterraub" leben, herab» würdigt, und nicht entschieden genug kann man sich gegen solche Nichtigkeiten geisti« gen Eigenthums erklären, wie sie Laube entgegengeschleudert worden sind". Man überblicke nur die vorstehende Lebens- skizze, um zur Ueberzeugung zu gelangen, daß ein Poet wie Laube solcher „An» regungen" zur Production nicht bedarf. Mitten in der oben gegebenen Darstellung seiner dramatischen Thätigkeit — Her» ausgeber ist bei der Aufzählung von Laube's dramatischen Arbeiten um
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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