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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
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Laube 200 Laube einige Jahre vorausgeeilt — wird auch Laube von den Ereignissen des Jahres 4848 erfaßt. Das deutsche Reichsparla- ment soll zusammentreten, da durfte einer der wirksamsten und energischesten Ver« treter Deutschlands, der sich überdieß deffen klar bewußt war, was man anzu» streben hatte, nicht fehlen. Merkwürdig ist es nun, daß der Norddeutsche Laube in einem süddeutschen Wahlbezirke, im böhmischen Kreise Einbogen, wo er seit einem Iahrzehend Karlsbader Cur« gast gewesen, in die Frankfurter Ver« sammlung gewählt wurde. Als jedoch am 3. April 4849 die Abberufung der österreichischen Abgeordneten stattfand, welcher ein kleiner Theil nicht Folge leistete, da dieser erklärte, nicht von dem österreichischen Ministerium das Mandat zur Nationalversammlung, son« dern von ihren Wählern erhalten zu haben, legte auch Laube sein Mandat als österreichischer Abgeordneter nieder, um als Ersatzmann des ausgetretenen Graevel l für einen preußischen Wahl» bezirk thätig zu bleiben. Die positive politische Ausbeute des Frankfurter Par- lamentsjahres war, wenn man die Er» eigniffe in Sachsen und das Nachspiel in der Pfalz nicht mit in Rechnung bringt, eine unbedeutende. Viele gleich Laube mochten dieß fühlen, aber nur Wenigen war der feine beobachtende Scharfblick eigen, das Erlaubte sozusagen plastisch wieder» zugestalten, wie es Laube in seinem , dreibändigen Werke: „Das erste deutsche Parlament" gethan, das ebenso geschicht» lich interessant ist, da es in klarer Weise den Gang der Verhandlungen abwickelt und die Stellung der Parteien zeichnet, als es durch die geistvollen Silhouetten der hervorragendsten Parlamentsmanner auch sonst anziehend wirkt. Laube selbst verharrte im Parlamente nur noch in den ersten Monaten 1849; als er jede Hoff- nung auf das Gelingen einer schöpferi» schen Neugestaltung aufgeben muhte, trat auch er aus. Er schildert im genannten Werke die Wirksamkeit dieser Versamm» lung, wie eine ähnliche Europa bisher nicht gesehen und wohl nicht wieder sehen wird. in der anschaulichsten Weise. Er ergreift selbst nicht Partei einzelner Personen, nicht einmal die Partei be« stimmter positiver Zwecke, sondern die Partei einer Idee, einer hohen sittlichen Idee. Dabei zeichnet er mit lebendigen Farben die verschiedenen Parteien, das Casino, den Landsberg, den Augsburger- Hof u. s. w. Die ersten zwei Bände haben einen memoirenartigen Charakter, der dritte möhr den einer geschichtlich poli» tischen Darstellung. Im Parlamente selbst hatte Laube zu den Wenigen gehört, welche statt der endlosen Debatten über Grundrechte und statt der Reden über Principien, gleich zu Anfang Organi- sationsmaßregeln verlangten. Wenige Monate nach seinem Austritte aus dem Parlamente, Ende 4849. erfolgte seine Berufung nach Wien, wo ihm die Stelle eines artistischen Directors des k. k. Hof- Burgtheaters anvertraut wurde, welche Laube auch am 4. Jänner 18ot) aii' trat. Das WienerHof-Burgtheater nimmt seit Iahrzehenden den Rang der ersten deutschen Bühne ein. Noch als es schon unter Deinha rostein und später unter Holbein sichtlicb in Verfall gerathen war, konnte ihm den Nang keine andere streitig machen. Aber die Nothwendig» keit, daß wie seit 1848 in vielen Fällen Reformen Platz griffen, auch hier solche eintreten mußten, trat immer klarer zn Tage und Laube ward dazu auserseheü, Ordnung zu machen. Und in der That. Laube war auch der rechte Mann dazu. Freilich griff er nicht mit Glacöehand-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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