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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 205 -
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Laube 208 Laube Heinrich Laube." Kriehüber (lith.) 1848. Gedr. bei B- I . Rauh (Wien. Halb.Fol.). — 2) Holzschnitt in der Leipziger Illustrirten Zeitung 1856. Nr. 663, S. 225 swenn Her< ausgeber nicht irrt. nach Kriehuber'S Por< trät^. — 3) Unterschrift: Der Reichstags'Ab, geordnete Heinrich Laube. Nach Vogel 's Lichtbild Wol f 50. (4«.) sin den „Zeitgenos. sen", Neue Folge, Verlag des Bibliograph. Instit., Nr. I.II1. — 4) Unterschrift: Facsi. mile des Namenszuges Laube. Nach einem (in Laube's Besitze befindlichen Original» " gemalde von Fr. Pechr. Ohne Angabe des Stechers (Leipzig, 4o.) sschönes, geistvoll gearbeitetes Blatt, dessen Stecher immerhin sich hätte nennen können). — 3) Holzschnitt nach einer Photographie von C. u. I age- mann, auch in Nr. <5 des Jahrg. l862 von Wa ld heim's Illustrirter Zeitung sosehr ahn« lich j^. — 6) Die L e w a ld'sche „Europa" bringt in einem der ersten Hefte des Jahrg. 1837 Laube's lithographirtes Bildniß ^m Alter von etwa 30—31 Jahren). — 7) Unterschrift: Das junge Deutschland im alten Burggarten. „Wie von Alraunen ächzt es in den Bäumen Des alten Gartens, der sich neu be<3aubt. Neu pflanzen will der rauhe Mann, auf» räumen Soweit der höh're Staatszweck es er»Laubt". Lithographie von Herbert K.(önig) in „Eine Gallerte von Zeitgenossen", Nr. 3 ^diese Folge von Carricaturen, deren Unterschriften — mei« stens in Versen — Arnold Schlönbach verfaßt haben soll, sind zuerst in der von Gust.Kühne redigirten „Europa" erschienen). — 8) Auf einer von Franz Gaul lsao ge. zeichneten, aber nur photographisch vervielfäl» tigten Carricaturengruppe, Laube inmitten der hervorragendsten Hofschauspieler vorstellend l^ ein wirklich höchst komisches und durch die aroße Nehnlichkeit der Einzelnen sehr interes« santes Blatt). — 9) Auch ist ein von Decker — wenn Herausgeber nicht irrt — in Aqua« rellfarben ausgeführtes Bildniß Laube's aus dem Jahre 1862 oder 1863 vorhanden. IV. Literarische und persönliche Charakteristik L.'s. Ueber Laube sind öfter geschriebene Porträts, Silhouetten und literarische Charakteristiken von Freund und Feind entworfen worden. Es wird ocm Herausgeber beinahe die Auswahl schwer. W i e n b a r g , Gustav K ü h n e , Rudolph G o t t s c h a l l , von Sternberg und viele Andere genannte und ungenannte Autoren haben diesen Charakter« köpf gez^'chnet, Beweis dessen, daß er eine interessante Studie ist und bleibt. Um diese Skizze eineS der bedeutendsten lebenden Ver» treter der deutschen Literatur zu schließen, folgen hier ein paar Charakteristiken, welche wenigstens ein möglichst ähnliches Bild L.'s zu entwerfen suchen. — Gottschall in der zweiten Auflage seiner Literarurgeschichte schreibt: „Während Gutzkow auf allen Fährten der Zeit spürte und witterte, um modernes Gedankenwild einzufangen, folgte Heinrich Laube mit größerer Frische dem Dränge eineS lebhaften Naturells, das sich nicht angstlich um Entzifferung der Hiero- glyphen des Jahrhunderts bemühte, sondern mit lustigem und wildem Triebe alt gewor» denen Sitten und Zuständen den Krieg' er« klärte. Heinrich Laube ist ein kecker Realist und selbst als seine Keckheit verschwand, ist sein Realismus geblieben. Er geht stets vom concreten Bilde aus, das er mit glänzendem Colorit ausmalt. Er predigt nicht die Theorie, sondern er schildert die Praxis. Auf den üppigen Beeten seiner Schilderungen wachsen die Gedanken wild. Er säet sie nicht, er pflegt sie nicht — sie wachsen und vergehen wie nach Naturgesetzen. Diese Unmittelbar- teit scheint auf echt dichterische Kraft hinzu» deuten. Auch ist die Kraft vorhanden; doch ihr fehlt die Concentration. Bei Laube ist Alles glücklicher Wurf. Er baut seine Chural« tere nicht dialektisch auf, er verwebt in seine Situationen keine Gedanken; Charaktere und Schilderungen sind volle Lebenslust und diese Lebenslust ist zugleich Tendenz. Wo bei Laube eine Doctrin auftaucht, da klingt sie gewiß wie Renommage. Sie ist keck, aber sie steht so auf der Spitze, daß sie sich selbst zu ironisiren scheint. In Laube wurde daS junge Deutschland gleichsam personificirt; er war der fieischgewordene Iungoeutsche. der sich die Reformtheorien wie klirrende Sporen angeschnallt, um die Philister zu ärgern und barsch mit der Reitgerte predigte. Er reprä- senticte den frischen Lebensdrang, die Berech' tigung der Jugend, die Emancipation der Sinnlichkeit. DaS Moderne war bei ihm üppige Vegetation: das Alte, das sie hemmte, auszujätendes Unkraut. Er hatte seinen Styl nach dem Heine'schen Muster gebildet und dem Dichter der „Reisedilder" jede glückliche Eigenheit abgelauscht, die lebensvollen, far- benreichen Adjectiva, den Witz überraschender Pointen und kecker Zusammenstellungen, die lyrischen Sprünge der Diction, die sich in keinen Perioden abarbeitet, sondern wo sie
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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