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Laube 207 Laube
schlanke Turnüre; . . . . trägt sich immer
elegant; Frack und Glac6e« Handschuhe per«
manent; im Benehmen wortkarg, aber interes-
sant, liebenswürdig, zuvorkommend; hört gern
fremden Rath; als Politiker gehört er, seine!
frĂĽheren Wirksamkeit nach, zu den deutschen
Kaisei »Schwärmern; als Schriftsteller über«
Haupt der französischen Manier huldigend —
lebendig, pikant, dramatisch, und mehr die
Staffagen als' den eigentlichen Mittelpunc
des Gemäldes beachtend, mehr phantasiereicher
Skizzen'Zeichner als ausführender Miniatur»
maler; als Dramaturg voll Scharfblick, Ener-
gie und Conseauenz. — Abendblatt der
Pesth'Ofner Zeitung 1656, in einer der Num
mern zwischen dem 18. und 20. December,
entwirft der Wiener Feuilletonist eine Charak«
ter-Silhouette des Dichters des „Esser", be
weicherer sich vornehmlich an Laube's Aus»
spruch: „Junge 3eute sind Kalbfleisch! wenn
sie etwas werden, werden sie das Gegentheil
von dem, was sie sind", klammert. Aber auch
von Laube's Frau entwirft der Feuilletonist
ein zu wohl getroffenes Bild. als daĂź wir
es unterlassen können, hier mitzutheilen. „Als
schöne Ergänzung dieser Holzschnitt-Figur
(damit ist Laube gemeint) betrachten wir
seine geist» und lebensvolle Frau. welche sehr
gewandt die Honneurs in Laube's Salon
macht, dem Neuling, der ĂĽber seine eigenen
Beine stolpert, ĂĽber die Hitze des geselligen
Gesprächs weghilft; der geschwätzigen Salon
dame zuhorcht; dem Wortkargen einen Funken
entlockt; dem Vorwitzigen ein Schnippchen
schlägt und Alles auf die feinste und schick»
lichste Weise, mit dem Geistreichen geistreich,
mit dem Gelehrten gelehrt ist, immer mit
der Literatur gleichen Schritt hält, ja ihr
voraus ist, da sie doch natĂĽrlich, die Werke
ihres Gatten frĂĽher kennt als die Welt. aber
bei alledem die Berlinerin nicht verleugnet".
— Außer den vorangeführten Urtheilen der
kritischen Stimmführer in der deutschen Lite»
ratur mögen hier noch einige Nachweise
interessanterer Beurtheilungen der geistigen
Thätigkeit Laube's in ihrer Gesammtheit
folgen.. Breslauer Zeitung 1863,Nr.261:
Eine Charakteristik Laube's von Rudolph
Gotisch al l im Feuilleton der Breslauer
Zeitung, worin G. seine in der Kaiserstadt
von Begegnungen mit österreichischen Schrift«
stellern empfangenen EindrĂĽcke schildert und
auch eine Silhouette Laube's, doch^ vor-
nehmlich des artistischen Directors entwirft. —
Ersch und Grub er. Allgemeine Encyklopä- die der Wissenschaften und Künste (Leipzig,
4".) I I . Section. 29. Bd. S. 17 u. 2t. —
Gotisch al l (Rudolph). Die deutsche Natio.
nalliteratur in der ersten Hälfte des neun-
zehnten Jahrhunderts. Literaturhistorisch und
kritisch dargestellt (Breslau, zweite vermehrte
und oerbess. Aufl., Ed. Trewendt, 8<>.) Bd. I I ,
S. 91 u. f.; S. 74 ^Laube's kritischer
Radicalismus); S. 93 ^das junge Europa);
S. 93 sseine deutsche Literaturgeschichte^;
S. 96 sseine Reisenovellen^; S. 97 smoderne
Charakteristiken); S. 434—443 ftber seine
Bernsteinhexe. Monaldeschi Struensee, Ro-
coco. Gottsched und Geliert, die KarlsschĂĽler,
Prinz Friedrich, Essex, Montrose); S. 5i>3
ftber die Gräsin Chateaubriand. — Gutz<
kow hält in seinem „Blasedow und seine
Söhne" eine giftige Apostrophe an das
junge Europa und natĂĽrlich auch an Laube,
die er in späteren Jahren wohl für sein
Leben gern ausgestrichen hätte. — Halle-
sche JahrbĂĽcher 1840. Diese enthalten
eine interessante literarische Charakteristik
Laube's von Echtermayer. — Der Ko-
met. Beilage fĂĽr Literatur. Kunst u. s. w<
Jahrg. 1837, Nr. 52.- „Heinrich Laube". —
Kühne (Gustav). Porträts und Silhouetten
(Hannover 1843. Kins, 8°.) Bd. I I , S. 226
bis 244: „Heinrich Laube. 1835—1842". —
Mainzer Unterhaltungsblätter 1843,
Nr. 9: „Die elegante Journalistik und Hein«
rich Laube". — MainzerUnterhaltungs»
blatt1343. S. 859: „In Sachen des jungen
Deutschland". — Marbach (G. Osw.).
Ueber moderne Literatur (Leipzig 1838, kl. 8".)
<s. 336—343: „Dreißigster Brief. Heinrich
Laube". — M enzel (Wolfgang), Die deutsche
Literatur (Stuttgart, zweite vermehrte Aufl.
1836, Hallberger, kl. 8".) Theil IV, S. 334.
— Minctwitz (Johann), Der illustrirte neu»
hochdeutsche Parnaß (Leipzig 1861. Arnold. 8°.)
S. 517. — Mu n d t (Theodor Dr.), Geschichte
der Literatur der Gegenwart. Vorlesungen ĂĽber
deutsche, französische, englische u. s. w. Litera«
tur. Von dem Jahre 1789 bis zur neuesten Zeit
(Leipzig 1853, Simion, 6«.) S. 612 u. f. —
Oettinger's Argu S, I I . Jahrgang (1838).
Nr. 352: «Das junge Deutschland auf dem
Hulminationspunct". Von W. Lieboldt.
sEin nicht unwichtiger Beitrag zur Geschichte
der literarischen Verhältnisse in Deutschland
in den Dreißiger Jahren.) — Schlesische
Zeitung (Breelau, Fol.) 1858, Nr. 30?:
«Laube's literarische Charakteristik" ^entnom<
men den „Erinnerungsblättern" von A. von
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon