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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 210 -
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Seite - 210 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14

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Laube 210 Laube beschwor. Ein Herr Werther hatte vor ein gen Jahren ein Stück: „Liebe und Staats, kunst". in Druck gegeben, in welchem dai Verhältniß Esser' zu Elisabeth den Stoss de Drania's bildet. Nun als derLaube'sche ( erschien, und auf niehreren Bühnen gefiel, kam HerrWerther auf den Gedanken, daß 3 aub das Beste seines Esser aus seiner (Werther's^ „Liebe und Staatskunst" geholt habe. Füi spätere Literarhistoriker, die den Stand der Frage und die Polemik darüber kennen lernen wollen, werden die folgenden Quellen ange« geben. Berlinische Nachrichten von Staats» und gelehrten Sachen. Nummer vom 5. März 1836: „Werther's Ansichten, wie Laub sein Stück: „Liebe und Staatskunst" für den Esser benutzt habe". — Frankfurter Kon« versations Blat t 1856. Nr. 58: „Di Tragödie „Graf Esser" betreffend", von Kar! Ludwig Werther. — Oesterreichisch Zeitung (Wiener politisches Blatt, Fol. 1836, Nr. 128: „Werther oonti-2. Laube", von B(etti) P(aoli) hvird aus einer eingehenden Parallelisirung des „Esser" von Laube und des Trauerspiels „Staatskunst und Liebe" von Werther, der übrigens am Tage liegend« Beweis geliefert, daß es L. wohl nicht ein. fallen konnte, bei Werther für sein Stück etwas zu borgen^. — Allgemeine Thea» ter.Chronik (Leipzig. 4<>.) 1856. Nr. 37 bis 89: „Die zwei „Esser", von Rudolph Valdeck ^geharnischte Abfertigung der Wer« ther'schen Ansprüche und Anschuldigungen^ — Faube und Fudung Eckardt. Kaum war Werther mit seinen Ansprüchen auf zufällige Einzelheiten im „Esser" abgewiesen worden, als Dr. Ludwig Eckardt in einem aus Bern 13. März 1856 datirten, in der Allgemeinen (Augsburger) Zeiiung ab« und in ein paar Wiener Blättern nachgedruckten Briefe behaupt tete. Laube habe bei den „Karlsschülern" ein Lustspiel Eckardt's: „Der politische Dich» tri", vorgeschwebt. Der ganze Brief machte cinen komischen Eindruck und «schien, da zu Ende desselben Herr Ludwig Eckardt folgen« d?5 Bekenntniß ablegt: „Daß er Herrn Laube, drn verdienstvollen Bühnenleiter seiner Vater« Itadt, immer mehr achten lernte", geradezu lächer» l.ch. — Faube und Saphir. Es ist bekannt, daß Saphir, so lange Laube nicht in Wien slch befand und nicht Director oer Wiener Hofbühne war, Laube nicht nur unange- fochten ließ, sondern ihn als einen bedeuten- den Dichter proclamicte. „Saphir hat's gr> sagt", das wollte in den Vierziger Jahren in Wien etwas bedeuten. Ungeachtet der vor» angegangenen Märztage machte doch die Num» mer 100, im Jahre 1848 des „Humoristen", welche so ansing: „Endlich! Endlich! Endlich! „Die Karlsschüler!" von Laube. I I vaut nlioux tarä yus Sinais!" Aufsehen. Und am Schlüsse der Kritik des Stückes heißt es: „Sehen wir nur noch von einigen Längen der ersten A>.'te ab. 'so müssen wir in den „Karlsschülern" ein von dem warmen Athem der Poesie durchglühtes, effectuolles Zeitge> malde erkennen. . . . . Wir bedauern, daß uns die fieberhafte Aufregung, in welche die poli« tischen Ereignisse die ganze Welt versetzen, ein gründlicheres Eingehen, wic es das Stück un) der Name seines Dichters verdient und wie es ihm schon früher geworden ist und in ruhigeren Augenblicken noch werden wird, jetzt gerade, zu unmöglich macht". Diese ruhigeren Augen» blicke Saphir's für Laube sind nicht ge> kommen. Kaum war Laube — um sich eines trivialen Ausdruckes zu bedienen — in Wien warm geworden, als schon Saphir die Dolche und zweischneidigen Schwerter seines Witzes und seiner Satyre scharf schliff und Laube literarisch kalt zu machen suchte. Diese Angriffe Saphir'S gehören mit zu der Charakteristik der Sumpf« und Moder» Periode der geistigen Zustände Wiens vor noch wenigen Jahren; daher hier die wichti» geren angeführt werden. Humorist. Von M. G. Saphir (Wien. 4».) XIV. Jahrg. (liläO). Nr. 26: „Didaskalien. Von M. G. Saphir. Die Apokalypse des Burgtheaters in der Wiener Zeitung" ^mit diesem Artikel hebt Saphir's Opposition gegen Laube's Direction an); — derselbe im nämlichen Jahrgang, Nr. w?.- „Didaskalien. Von M. G. Saphir. Maria Stuart, Tragödie von dem „Chirurgus" Friedrich Schil ler, am» putirt von Doctor Heinrich Laube"; — der» selbe im nämlichen Jahrgang, Nr. 243: „Ueber das Spieß.Deutschthum des Herrn l>r. Laube". M m Fortsetzung dieser literarischen Razzia Saphir'ö auf L. in Nachweisung weiterer Aufsätze ist überflüssig. DaS Angeführte genügt zur Signatur Saphir'S und der geistigen Zustände WienS, so lange Saph i r lebte.) — Laube und Seine. Aus Kertbeny's „Sil» houetten und Reliquien", Bd. I I , S. 20t. erfährt man, daß eine reiche Sammlung von Heine's Briefen (Kertdeny nennt sie reicher als die Varnhagen'schc, uns nun» mehr bekanntgewordene), welche Laube be» sllh. bei dem Brande von Laube's Wohnung
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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