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Lauber 211 Lauber
in Wien verkohlte. — Laulie'5 Caustict mit
dem Oberst'Kämmereramte wurde zu einer
Bedeutung hinaufgeschraubt, die er nie hatte.
Laube machte sein Rocht geltend, als in daö<
selbe Eingriffe geschahen; er bestand auf seinem
Rechte, nicht um seiner Person, sondern um
der Sache willen, die durch willkĂĽrliches
Gebaren leiden muĂźte. Das Recht siegte.
Und damit war es abgethan. In den hirr
folgenden Blättern findet sich eine uollkom»
mene Darstellung des Anfanges, des weiteren
Verlaufes und des Endes deSselbrn. Kra<
kauer Zei tung 4864, Nr. 237: „Wiener
Briefe". ^Enthalten ausfĂĽhrliches Detail ĂĽber
den Conflict zwischen Laube und dem Oberst«
Kämmereramte. Darin heißt es uon 3.: „Sein
oder nicht sein, gehen oder nicht gehen! Der
Abgang eines Laube wäre unersetzlich. Was
Laube an unserem Burgtheater des Guten
gethan, werden Iahrzehnde nicht verwischen,
wer es jedoch wagen wollte, als sein Nach»
folger zu candidiren, wäre mit hellem Spott
zurĂĽckzuweisen. Man kann Herrn Laube vom
Herzen grĂĽndlich hassen, den Dramaturgen
muß man in ihm hoch achten. Er hängt am
Theater mit der Leidenschaft einer ersten Liebe.
Er hat seit fĂĽnfzehn Jahren auf keiner Probe
gefehlt und thätigst wie thatsächlich in alle
Radien eingegriffen. Er ist ein energischer,
entschlossener, geistreicher Mann, kurz es gibt
in Deutschland keinen Laube den Zweiten".
In der That, Laube's Abgang vom Burg'
theater wäre gleichbedeutend mit dessen Ver-
fall zunächst und dem bald darauf einire»
tenden der anderen deutschen Bühnen.) —
Morgen »Po st (Wiener polit. Blatt, Fol.)
1864, Nr. 94: „Director Laube". — Neue
freie Presse (Wien. Fol.) 1864. Nr. 3l:
Theater »Epistel Erörtert Laube's Conflict
mit dem Oberst'Kämmereramte). — Pol i t i k
(Präger politisches Blatt) 1864, Nr. 269 l>in
Wiener Brief, geschrieben anläßlich des Con>
flictes der artistischen Direction mit dem Oberst«
Kämmereramte, voll persönlicher Insinuatio«
nen gegen erstere). — Presse 1864, Nr. 262:
„Die Krisis im Burgtheater"; — dieselbe
1864, Nr. 272.- „Heinrich Laube und das
Burgtheater", von Em(il) K(uh). ^Eine Wür«
digung Laube's als artistischen Dirertors
des Burgtheaters anläßlich seines Conflictes
mit dem Oberst'Kämmereramte.)
Lauber, Joseph (gelehrter Theolog,
geb. zu Wien 1844, gest. ebenda
41. April 1810). Widmete sich dem Priefterstande, trat nach beendeten theo»
logischen Studien in die Seelsorge und
wurde Pfarrer. Im Jahre 1773 wurde
er Katcchet an der neuen Normal«
hauptschule in Brunn und geistlicher
Vorsteher des Waisenhauses; im Jahre
1778 Lehrer der deutschen Pastoral.
theologie an der vonOlmĂĽtz nach Brunn
übersetzten Universität, mit der er wieder
im Jahre 1782 nach OlmĂĽtz zurĂĽckkam.
In Anerkennung seiner Leistungen im
Lehramte wurde ihm in Folge eines Hof<
decretes (ääo. 27. November 1781) un-
entgeltlich und ohne Formalität die theo«
logische DoctorwĂĽrde verliehen. Als die
Lehrkanzel der deutschen Pastoraltheologie
mit jener der böhmischen vereinigt wurde,
kam L. im 1.1792 in den Pensionsstand,
worauf cr sich nach Wien begab und
dort als Weltpriester und Curatbenesiciat
bei den Weißgärbern bis an seinen, im
Alter von 66 Jahren erfolgten Tod
lebte. Laub er war ein fruchtbarer
und seiner Zeit einflußreicher Fachschrift«
steller. Seine Werke sind: „
tr6L (Brunn 1781 und 1782
Mien, bei Graffer^, gr. 8".), dieseS Werk
wurde fĂĽnfmal aufgelegt, auf den
Universitäten zu Lemberg und Ofen auf
höchsten Befehl als Vorlesebuch erklärt,
von mehreren Bischöfen empfohlen und
auch in deutscher Bearbeitung unter
dem Titel: „Praktische Anleitung zum
Seelsorgeramie oder Pastoralcheologie"
(Brunn 1791, Gutsch. gr. 8<>.) heraus-
gegeben; — „Wlls ist Wahrheit? Än die
heutigen Schriftsteller und unbärtigen Schritt-
Stellerchen" (Wien 1783, 8".); — «Stren-
ger Neichtulltelf «tatibtisch, theologisch, pmkti5ch
und Mansch betrachtet", 4 StĂĽcke (Wien
1783 und 1784. Hörling. 8".); — „Kurz-
gekaute Anleitung zur
chriZtlichen Sittenlchre
oder MllrnltheMgie" , 3 Bande (Wien
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon