Seite - 215 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Bild der Seite - 215 -
Text der Seite - 215 -
Lauer 218 Lauer
dieser Gelegenheit den Festungsplan für
Theresienstadt, worauf er die verschie.
denen Details und die Dispositionen des
Hauptbaues ausarbeitete. Im Jahre 1783
rückte er zum Obersten vor; im Jahre
1787 setzte er die Festungswerke von Pleß
mit besonderer Umsicht in Vertheidigungs»
stand, alsdann kam er bei der gegen die
Türken bestimmten Hauptarmee in Ver-
wendung. I m Türkenkriege gab er neuer-
dings Beweise seiner Geschicklichkeit und
Tapferkeit; so leitete er im April 1788
vor Dubicza das Geniewesen, vollbrachte
aber Ungewöhnliches vor Belgrad. Vom
Anbeginn der Attaque auf die Vorstädte
bis zum Hauptsturm führte er freiwillig,
ohne Ablösung vierzehn Tage lang die
Leitung der Tranchäen und erwarb sich
aus diesem Anlasse die besondere Zufrie»
denheit Ioudon's und Pel legrini 's;
beim Sturme bewerkstelligte er die Ver«
barrikadirung und die Abschnitte der
Gassen und führte zuletzt unter feindlichem
Feuer durch sieben Tage die Direction
der Tranchäen auf die Festung. Durch
diese ununterbrochene und zweckmäßige
Thätigkeit trug cr wesentlich zur baldigen
Uedergabe der Festung bei und erwarb
sich dadurch das Ritterkreuz des Maria
Theresien - Ordens, das ihm in der
19. Promotion (21. December 1789) ver-
liehen wurde, auch wurde er im nämlichen
Jahre noch General«Major. I n den fran»
zösischen Kriegen gab er bei mehreren
Gelegenheiten neue Beweise seines oft
erprobten Muthes. Nach der am 13.Octo>
ber 1793 erfolgten Einnahme der Lau«
terburger Linien besetzte er die Festung
Lauterburg, leitete im November d. I .
die Belagerung von Fort Louis, welches
nach der Einnahme am 18. Jänner 1794
durch ihn in die Luft gesprengt wurde.
I m I . 1793 zeichnete er sich im Treffen
bei Mannheim und bei der Einnahme des Galgenberges und der Neckarschanze (29.
u. 30. October) besonders aus, in Folge
deffen ihm Feldzeugmeister Clerfayt
^Bd. I I , S. 384^ die Stelle des Chefs
des Generalstabes bei seiner Armee über»
trug. Am 22. November fand durch ihn
die Wiedereroberung Mannheims Statt,
bei welcher Gelegenheit er unter stetem
feindlichen Feuer der Festung alle anzu»
legenden Werke anzeichnete, die Arbeiter
selbst anstellte, leitete, und durch sein
Beispiel, indem er während der ganzen
Belagerung an den gefährlichsten Puncten
persönlich gegenwärtig war, ermunterte.
I n Folge deffen wurde er in der 40. Pro»
motion (vom 27. November d.I.) mit dem
Commandeurkreuze des Maria Theresien»
Ordens ausgezeichnet. Nunmehr wurde er
nach Wien berufen, zum Prodirector und
Inspector des Geniewesens, zum Ober»
director der Ingenieurschule und im März
1796 zum Feldmarschall.Lieutönant er»
nannt. I m Juli d. I . eilte er nach
Italien, um das von den Franzosen be>
drohte Mantua in Vertheidigungsstand
zu setzen. Als bald darauf die Franzosen
über Kärnthen in die Steiermark einbra»
chen und die Vorbereitungen zur Verthei«
digung Wiens getroffen wurden, erfolgte
seine Ernennung zum Festungscomman»
dcmren Wiens und nach dem Frieden von
Campo formio (17. October 1797) zum
General-Geniedirector. Als im Jahre
1800 Erzherzog Johann das Com»
mando der Armee in Deutschland über-
nahm.wurdeihmFeldmarfchall'Lieutenant
Lauer an die Seite gegeben. I n dieser
Eigenschaft focht er noch die Schlacht bei
Hohenlinden (3. December 1800), welche
aber unglücklich für die kaiserliche Armee
aussiel. Im März des folgenden IahrcS
zog sich der 65jahrige 3. nach 43jahrigen
ehrenvollen Kriegsdiensten unter gleich-
zeitiger Ernennung zum Feldzeugmeister
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon