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freund. Zeitschrift für militärische Interessen
(Wien. gr. 4<><) 'V. Jahrg. (1852). S. 383. —
Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar,
B. F. Voigi. kl. 80.) XXX. Jahrg. (1832).
S. 514. Nr. 260. — Die Lauseter von
Lusek stammen aus dem ehemaligen Bechi»
ner Kreise in Böhmen, wo sie unweit des
Fleckens Kaplih das Schloß 3 useck (Lauseck)
besaßen. Dasselbe wurde aber zur Zeit des
Passauer und zum andern Male zur Zeit des
Hussitenkrieges zerstört, bei welcher Gelegen«
hcit auch das FamiliewArchiv mit allen Do»
cumenten und sonstigen Schriften zu Grunde
^ing. Jedoch wurde die Familie, im Lande
Böhmen immer als altadelig angesehen und
schloß auch Ehen mit Adelsfamilien. In Be<
rücksichtigung dieser Umstände, sowie der von
einzelnen Familiengliedern dem Staate gelei«
steten Dienste wurde dem damaligen Tarator
der königlich böhmischen Landtafel, Adal-bert
Georg LauSeker, dem Großvater des obi»
gen Obersten Joseph L., mit Diplom vom
18. October 1763 neuerdings der Adel und
das nachstehende Wappen verliehen. Gevier«
teter Schild, i und 4: I n Blau zwei in's
Kreuz gesetzte goldene Pfeile mit nach oben
gerichteten Spitzen; 2 und 3: in Roth ein
zur Rechten zum Sprunge gestelltes silbernes
Einhorn. Auf dem Schilde ruht ein rechts«
gekehrter gekrönter Turnierhelm. Auf der Krone
befinden sich zwischen in der Mitte quer —
der vordere oben Gold, unten blau, der hin»
tere oben roth. unten Silber — abgetheilten
Büffelhörnern die zwei in's Kreuz gestellten
goldenen Pfeile mit nach oben gerichteten
Spitzen. Die Helmdecken sind rechts blau
mit Gold, links roth mit Silber belegt.
.Lauska, Franz Ignaz (Ton fetz er,
geb. zu Brunn 13. Jänner 1769, gest.
zu Ber l in 18. April 1823). Wo und
unter wem er sich in der Musik und zwar
vornehmlich im Clavierspiel ausgebildet,
ist nicht bekannt. Kaum 24 Jahre alt, war
er bereits als Kammermusicus im Dienste
des Churfürsten von Bayern. Dann
machte er größere Kunstreisen, und ließ
sich zu Frankfurt a. M., Hamburg, Ko-
pcnhagen und Berlin als Claviervirtuos
überall mit großem Erfolge hören. I n
den ersten Jahren des laufenden Jahr«
Hunderts befand sich 3. auch in Wien, wo
v. Würzbach, biogr.Lerikon. XIV. ^Ged er nach Gerber's Zeugniß (1804) bei
Alb recht s b erg er den Contrapunct
studirt haben soll. Während dieses mehr«
jährigen Aufenthaltes daselbst, soll L..
wie Gaßner berichtet, sich mit Unter»
richtertheilen in der Musik beschäftigt
haben. Später übersiedelte er nach Ber«
lin, wo er bis an seinen Tod — eine
Reise nach Italien ausgenommen — als
Musiklehrer lebte. 3. wurde als ein ferti-
ger Pianist, der sein Instrument mit Ge<
schmack behandelte, seiner Zeit gerühmt.
Als Compofiteur war 3. auch thätig und
seine Compositionen erheben sich auf
43 OMZ'Nummern; es sind Sonaten,
zwei» und vierhändig für das Clavier,
Rondo's, Variationen, Polonaisen,
deutsche Lieder u. dgl. m. Seine Compo-
sitionen wurden zu seiner Zeit gern ge»
spielt und insbesondere seinem Opu.3 32:
„ ^a^neseo Hion?-^ ano/o^s", sagt man
viel Gutes nach. Gerber und Dla>
b acz zählen einige seiner Arbeiten auf.
Auch für den musikalischen Unterricht war
3. schriftstellerisch thätig und gab heraus:
„Angenehme nnd nicht schwere Gunstiicke mit
Applicatur tiir tmx Pmilllkorte", Ogus 33, und
in Whistling'S musikalischer Literatur
(S. 891) wird er gemeinschaftlich mit
Beöwarowsky M . I, S. 218) als
Herausgeber der in Berlin bei Schle<
singer 1812 erschienenen „Kleinen prak.
tischen Klavierschule" bezeichnet.
Neue Wiener Musik'Zeitung, heraus-
gegeben von Franz Glöggl. Jahrg. 1857
S. 8. ^Daselbst heißt es: „3. soll — nach
Gerber — 1840 bei Albrechtsberger
den Contrapunct siudirt haben". Das wäre
also geschehen' als Lauska schon 70 Jahre
alt war! Das ist ein Druckfehler und soll —
wie es bei Gerb ersuch richtig heißt — 1804
statt 1840 stehen. Auch ist hier 1621 als L.'s
Todesjahr angegeben.^ — Gerber (Ernst
Ludw.), Neues historisch'biographisches Leri»
kon der Tontunstler (Leipzig I8lö, A. Küh<
nel. gr. 8<>.) Bd. I I I , Sp. 194. — NeueS
. 25. Juli l863.) 15
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon