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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 232 -
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Seite - 232 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14

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Lavott« 232 Lavstta weise vermochte er es nicht einmal, eine Stunde lang auf einem Platze auszuhal- ten, obgleich er noch in einigen vorneh. men Häusern, z. B. bei Emerich Grafen Teleky als Klavierlehrer thätig war. Große Neigung für die Musik zeigte er schon in seinem zehnten Jahre. Er ge- wann diese Begeisterung durch seinen Vater, der selbst ein vorzüglicher Dilet- tant auf der Geige war. Er lernte heim- lich einige Lieder, worauf sein Vater, als er dieß gewahr wurde, ihn der Zeitung des berühmten Geigers des Fürst'Cardi- nals Grafen Batthyany überließ. Dieß ist Alles, was Paul Szemere im Jahre 4811 zu Terenya im Hause des Obernotars des Neograder Comitates Paul Györki . wo Lavotta gerne weilte, nach deffen eigenen Angaben von ihm aufschrieb. Zu der Zeit hatte das Publicum schon 98 Kompositionen von ihm in Händen. Im April-Hefte des Jahrganges 1832 der Zeitschrift „Inäo- NNl^oL <3^ü^t6lliLQ^" finden wir die Mittheilung, daß er um das Jahr 1820 zu Tallya im Zempliner Comitate sehr ver- lassen starb und daß dort sich auf seinem Grabe ein sechseckiger Stein erhebt, der. wie die Inschrift besagt: Von einem Ver> ehrer der ungarischen Musen ausSzathmä>r 1831 ihm gesetzt worden. Aus dem Allen geht hervor, daß 3. kein Zigeuner war, wie dieß viele behaupten wollten, sondern ein geborner ungarischer Edelmann und daß er. als er starb, nicht 50, sondern 88 Jahre alt gewesen. Um seinem Vater zu ge- horchen, der ihn für die juridische Lauf« bahn bestimmt hatte, hatte er die Rechte in Pesth gehört, aber die Prüfungen nicht abgelegt. Aus diesem oder vielleicht aus einem anderen Grunde verstieß ihn sein Vater. Er litt sehr durch diesen Schlag und sein Schmerz spricht sich in einer ergreifenden Komposition aus, die in der Erinnerung an die vaterliche Grausam« keit entstanden war. Als er schon obdach. los umherirrte und nicht mehr wußte, wohin er sein Haupt legen solle, hatte er in einigen Privathäusern Theil« nähme und eine Zufluchtsstätte gefunden. Aber weder die Größe seines Elends noch das Zureden seiner Wohlthäter vermochten seinen zügellosen Geist auf bessere Bahnen zu bringen, er blieb stolz, unbändig, leidenschaftlich, und blieb es bis zu seinen letzten Augenblicken. Mit seinem äußeren Elend wuchs seine innere Verbitterung und für beides suchte er ein Gegenmittel im Trunke. Als Com« positeur war^L. der erste in Ungarn, der mit den Gaben der Natur Wissenschaft» liche Bildung, mit Geschmack die Kraft, mit der Kraft Einfachheit, mit der Anmurh Charakteristik zu paaren wußte. Er war der Erste, der die ungarische Musik in verschiedenen Formen zum Aus» druck brachte. er erhob den nachlässigen Styl des Volksliedes aus seiner Rohheit und Einseitigkeit, er entwand die Geige den Händen der Zigeuner, obzwar sie dann wieder in die Hände des Zigeuners Bihary Md. I , S. 394^ kam, aber wie ganz anders nach Lavotta. Früher war von einer ungarischen Symphonie natürlich gar keine Rede, konnte auch keine Rede sein und hätte 3. unter ande« ren Verhältnissen gelebt, er würde gewiß auch sein Vaterland mit größeren Werken beschenkt haben. L. kann sich als Composi« teur zwar nicht mitCsermäk' s j^Bd. I I I , S. 66^ strömender Originalität messen, als Geiger nahm er eS nickt mit Bi- hary'S stürmischem Spiele auf, in dem Spiele des Letzteren wirkte jedoch nur die Kraft, und in Bezug auf Charakteristik übertraf er sie Beide. a?^, Kg.vottü slsto, d. i. Lavotta'ö Biographie (Pesth. Hartleben, 8<>.). — Ve-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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