Seite - 233 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
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Lavotta 233 Fayer
särnÄpi u^'s^F, d. i. Sonntags'Zeitung
(Pesth. gr. 4".) 1838 , Nr. 35: ^zvatta.
^2>no2" ^nach diesem ist er im Jahre 1764
geboren^. — U 5.352? ss Nräsi^o
^c i^ot /T/tT'e, d. i. Ungarn und Sieben-
bürgen in Bildern. Herausgegeben von Franz
Kubiny i und Emerich Vahot (Pesth, 4<>.)
Bd. IV, S. 124. — 5b1sukor. I>o1itilzia.i
62 tilrs25 slet NQo^olopHLäi^H, d. i. Die
Gegenwart. Politisches Conoersations-Lexi-
kon (Pesth 1858, Heckenast, gr. 8°.) S. 109.
d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und
Stammtafeln (Pesth 1860, Mor. Räth, 8°.)
Bd. V I I , S. 47 ^nach diesem ist Lavotta
am 5. Juli 1764 geboren und am 10. August
i820 gestorben). — Porträt. P. Hertel Sll.
sim Holzschnitt in der Nr. 33 des Jahrgangs
1538 des „VaLilrnapi u^F"^. — Lavotta'5
künstlerische Charakteristik. Ein Ungar schreibt
bezüglich Lavotta's und seiner Compositio»
>nen wie folgt: „Dasjenige, worin wir Ungarn
in Bezug auf Musik groß dastehen und was
uns vielleicht nie mehr verloren gehen kann,
finoen wir, fern von jedem fremden Geschmacke,
von jeder ausländischen Modesucht, in Ja-
votta's Werken bewahrt. Sein Spiel weckte
in unserer Seele die tiefernstesten und schmerz«
vollsten Wünsche. Er griff nur dann zur Geige,
wenn er Gefallen daran fand und spielte höchst
selten, wenn er aufgefordert wurde. Er schlief
gerne lange und seine Geige lag, als ob sie
sein Weib gewesen wäre, stets neben ihm im
Bette. Wenn er sein Lager verließ, stand schon
die Sonne gewöhnlich sehr hoch oder begann
bereits sich zu neigen, wenn dann die Seele
gleichsam inmitten zwischen Licht und Dun»
kel, zwischen Traum und Wachen, so zu
sagen in geistiger Dämmerung umherirrt,
da ließ er dem kühnen Fluge seiner Phantasie
freien Lauf; nach welcher Richtung hin etwa
sie auch fliegen wollte, sie senkte immer^wieder
in die ernste, verbitterte und mit schwerem
Leid erfüllte Wirklichkeit herab, als ob er
den großen Schmerz unserer Nation fühlte
und nur dann einige Erleichterung gewinnen
könnte, wenn er ein trauerndes Lied geschrie»
ben. I n solcher Stimmung componirte er
viele Lieder, und besonders liebte er Csoko«
nai ^Bd. HI» S. 62). Die im Volksmunde
lebenden Lieder Csotonai's find fast sammt«
lich von ihm componirt. Seiner äußeren Er«
scheinuna nach war L. mittlerer Statur, von brauner Gesichtsfarbe, die Haare waren wie
die Kleidung unordentlich, voll Flaumen und
in sehr vernachlässigtem Zustande. Gewöhnlich
trug er einen grünen Rock. Gegen das Ende
seines Lebens war er bereits physisch so herab»
gekommen, daß ihn auch schon das Gedächtniß
verließ. Bei Gelegenheit einer Ueberfuhr siel
er einmal aus dem Kahn in's Wasser, erfaßte
aber noch rechtzeitig den Schiffsschnabel und
ward so gerettet. Da sagte er: „Wenn die
Theiß voll Wein wäre, so stürbe ich wohl
darin, das Wasser aber mag mich nicht leiden,
sowie ich es nicht leiden mag, und deßhalb
warf es mich wieder aus!" Vielleicht gab dieß
Veranlassung zu der voreiligen Nachricht seines
TodeS. L. hörte, wie Lord Bro ugham, mit
Nuhe die Nachricht seines Todes und «.-ompo»
nirte ein neues Werk: sein eigenes Requiem."
Lal)er, auch Lllyr, Franz (Maler
und Kupferstecher, geb. zu Ried im
Unter-Innthale Tirols 48. August 1312).
Der Sohn eines schlichten Bauers, der
den ersten Unterricht in der Dorfschule
genoß. Seine Vorliebe für die Kunst gab
sich frühzeitig kund. In der nahen St.
Nikolaus-Vorstadt von Innsbruck befand
sich damals ein alter Mann, Blasius
Bartner, der sich mit Figurenschnitzen
für die Weihnachtskrippen beschäftigte.
Diesen Schnitzer suchte nun 2. mit beson»
derer Vorliebe auf, ja noch mehr, er
machte sich
selbst daran, ähnliche Figuren
zu schnitzen, und übertraf bald seinen
Meister, was freilich nicht viel sagen
wollte, aber im Ganzen fertigte er Arbei»
ten, welche ein ausgesprochenes Talent
für die Kunst verriethen. Indem jedoch
Franz seinem Vater bei der Bauern«
arbeit hilfreich zur Hand sein mußte, war
-ür ihn wenig Hoffnung, sich in der Kunst
fortzubilden. Endlich aber brachte er es
doch dahin, daß ihn sein Vater einem
Privatlehrer in Innsbruck übergab, der
ihm Zeichnenunterricht ertheilte. Der da<
malS bereits 13jahrige 3. genoß durch
drei Jahre den Unterricht dieses Lehrers,
widmete jede freie Minute zu Hause dem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon