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. Laiawky 238
I. Zur Genealogie der VrafensamĂĽie LaianIky
von Vuknva. Die Laianzky find ein ur-
sprünglich böhmisches Adelsgeschlecht, das sich
später in Mähren, Polen und Ungarn au5
gebreitet hat. Die ununterbrochene Aufeinan>
verfolge dieses Geschlechtes ist bis etwa auf
die Mitte des 16. Jahrhunderts zurĂĽck zu ver-
folgen, obwohl ein Georg dieses Namens
bereits im Jahre 965 unter den Gesandten
erscheint, welche Dobrawka, die Tochter
Boleslaus' I . , Herzogs von Böhmen,
ihrem Gemal Mieczyslaus, Herzog von
Polen, zugefĂĽhrt haben. Indem sich aber hier
an die urkundliche Zeitperiode gehalten wird,
erscheinen als Stamm«Eltern der heutigen L.
Sebastian 3. von Bukowa und Gllilie
von tongavissa (vielleicht Longueville). Ihr
Sohn Udalrich — ein zweiter Stephan wird
irrig als solcher aufgeführt lsiehe: I I . Hervor»
ragende SproĂźen der Gr'afenfamilie La^anzky.
Nr. 10) — pflanzte das Geschlecht fort. Erst
Karl Maximilian's Söhne Wenzel Jo-
seph und Adam bilden zwei Zweige; indem
aber ĂĽber die Nachkommen des Letzteren die
Nachrichten fehlen, hat Wenzel Joseph
das Geschlecht dauernd fortgepflanzt und haben
seine fĂĽnf Urenkel Pro cop, Johann, Maxi-
milian, Joseph und Anton fünf verschie«
dene Zweige gebildet, welche alle Nachkom»
menschaft haben. Me angeschlossene genealo-
gische Tabelle gibt ein deutliches Bild des
heutigen Standes dieser Familie. Was die
Standeserhöhungen dieser Familie betrifft, so
erlangte Ferdinand Nudolph mit Diplom
vom l7. Februar 163N, der Erste, die Frei-
herrnwĂĽrde, welche mit Diplom vom
17. October d. I . auf das Reich und die Erb»
länder ausgedehnt und mit Diplom vom
4. Juni 1631 für Böhmen bestätigt wurde.
Ebendemselben wurde mit 2. Jänner 163? der
Reichsgrafen stand mit mehreren Palati»
natsfreiheitcn ertheilt und mit 23. Juni d. I .
für Vöhmen bestätigt. Ferdinand Ru-
dolph's Sohn, Graf Kar l Maximi l ian,
erhielt aber im Jahre 168l daS ungarische
Indigenat, und Joseph Graf Laianzky
am 3. September 1801 die steierische
Land.
Mannschaft. lNuell.en. 2) Geschriebene. Aus-
dehnung des verliehenen Freiherrnstandes
auf das Königreich Böhmen mit Rescript vom
4. Juni 1631. — Reichsgrafenstands.
Diplom vom 2. Jänner 1637 für Ferdi-
nand Rud olph Freiherrn von L. — Ve r«
leihung des Titels Hoch. und Wohlgeboren
mit Diplom vom 10. Februar 1664 an Karl Mar imi l ian Freiherr von 3. — l») Vc-
druckte. Kneschte (Ernst Heinrich Prof. Dr.),,
Deutsche Grafen-Häuser der Gegenwart (Leip.
zig 1832. T. O. Weigl, 8«.) Bd. H I , S. 218.
— Derselbe, Neues allgemeines deutsches
Adels-Lmkon (Leipzig 1859, Friedr. Voigt, 8",)
Bd. V, S. 423. — Schmutz (Carl), Histo.
risch-topographisches Lerikon von Steyermark
(Gratz 1822, Andr. Kienreich, 80.) Theil H,
S. 380. (Die Mittheilung daselbst, daĂź die
Laianzky im Jahre 1785 in den Grafen»
stand erhoben worden, ist falsch, da denselben
schon Ferdinand Rudolph mit Diplom
vom 2. Jänner 1637 erhalten hatte.) —
Gothaisches genealogisches Tasch'en»
buch der gräflichen Häuser (Gotha. Just.
Perthee, 32<>.) 37. Jahrg. (1864), S. 487. —
Historisch.heraldisches Handbuch zmu
genealogischen Taschenbuche der gräflichen
Häuser (Gotha 1835, IustuS Perthes, 320.)
S. 502. — Schönfeld (Ignaz Ritter von),
Adels'Schematismus des österreichischen Kai»
serstaates (Wien 1825, Schaumburg u. Comp.,
8«.) I I . Jahrg. S. 209. — Großes voll.
standiges (sogenanntesZedler'sches) Uni-
versal» Lerikon (Halle und Leipzig, Ioh.
Heinr. Zedler. kl. Fol.) Bd. XVI, Sp. 858.)
II. Hervorragende SproĂźen der Wrafenfamilie
LaianZky. 1. Anton Graf (geb. 21. August
1815), ein Sohn des Grafen Anton aus
dessen Ehe mit Joseph ine Gräsin Traut»
mannsoorff. Graf Anton beendete 1826
zu Prag die juridischen Studien, trat dann
bei dem k. k. mährischen Landesgubernium in
die politische Dienstleistung ein, wurde Hof»
conapist, Hofsecretär bei der vereinigten Hof'
kanzlei in Wien und in dieser Eigenschaft (zu»
gleich als Dienstkämmrrer)dem damaligen Lan»
deschef Erzherzog Stephan zugetheilt. Vei
der im Jahre 1853 erfolgten politischen und
judiciellen Organisirung Ungarns kam er als
Hofrath zur ungarischen Statthalterei und
fungirte theils bei dem Gouvernement in
Pesth, theils bei der Statthalterci'Adtheilung
in Oedenburg. worauf er mit der Leitung
der Statthalterei<Abtheilung in Kaschau be»
traut wurde. Seit 1861 in gleicher Eigen-
schaft der böhmischen Statthalterei zugetheilt,
hat er in Abwesenheit des Statthalters, oder
wenn dessen Posten unbesetzt war, jedesmal
die Präsidialgeschäfte geleitet. Im Jahre 1864
wurde er zum Vicepräsioenten der böhmischen
Statthaltern ernannt. Der in der Laäanz»
ky'schen Familie so zu sagen traditionell ge»
wordene Geist der Humanität ist auch dem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon