Seite - 253 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Bild der Seite - 253 -
Text der Seite - 253 -
Lazari 233
bekannt ein Vortrag über den Maler Pie»
tro Longhi, den L. treffend den „Gol-
doni unter den Malern" nennt, und den
er in der Versammlung vom 4. August
der Akademie der schönen Künste gelesen,
und ein Nachtrag zu dem Werke von
Heinrich Koen über die römischen Me>
daillen, in welchen er Nachricht gibt über
einige noch nicht gekannte, die das
KluLso Oollkr bewahrt. Seine Reiselust
veranlaßte ihn noch im Jahre 1862 zu
einem weiteren Ausflüge nach London
und Paris, womit er aber wohl seiner
ohnehin schwächlichen Gesundheit den
Todesstoß versetzt haben mochte. Nach
seiner Rückkehr übertrug ihm daS Muni»
cipium von Verona die Aufstellung und
Ordnung des reichen Museums der Stadt.
Mit der ihm eigenen Sorgfalt vollendete
3. auch diesen Katalog, an den jedoch die
letzte Hand anzulegen sein stark vor»
gerücktes Leiden ihm nicht mehr gestat»
tete. Bereits auf dem Sterbebette, aber
ununterbrochen geistig thätig, schickteer
an Agostino Caval ier i in Genua für
die von demselben herausgegebene „ki>
vistg. nuiQislua.tioH Hntioa. 6
einen Anhang zu seiner Schrift
äsFii ^dru22i". Aber er sollte den Ab»
druck dieser Arbeit nicht mehr erleben;
am 23. März 1864 schloß Andrea Tes-
sier seinem erst 41jährigen Freunde für
immer die Augen. Mit 3. ist eine tüchtige
wissenschaftliche Kraft zu früh zu Grabe
getragen worden. Das Bedeutendste
seines Nachlasses dürfte sein Briefwechsel
sein, denn er stand mit Männern wie
Prosper Merimse, Sabatier, 3an
glois, Emil Gal ichon, Heinrich
Koen, Armand Baschet. Grasset
mit seinen Landsleuten Dominik Pro
mis, Bongi , De Minic is, Pa-
nizzi, Antonell i , C a v a t t o n i
Fracassetti, Heinrich Cornet, -Aug Ol iv ier i u. A. im brieflichen Verkehre.
Innige Freundschaft verband ihn mit
dem unglücklichen deutschen Dichter Hein-
rich Stieglitz, der im Jahre 1848 und
1849 in Venedig lebte, ein oft und gern
gesehener Gast in Lazari's Hause war
und in Venedig auch (24. August 1849)
an der Cholera, jedoch unter solchen Um-
standen starb, daß es fast scheint, er habe
seinem Leben absichtlich ein Tnde machen
wollen. Lazzari war Mitglied vieler
gelehrter Vereine. Jacob Bernardi
und Conte 3uigi Cibrario widmeten
dem Frühverblichenen ehrenvolle Nach'
rufe, und in dem des Letzteren heißt es:
Durch seinen Tod erleiden die histori«
schen Wissenschaften einen schweren Ver»
luft«.
nosn2o Iiasari; OouniieuwrkzioQy 6.1
<3ioruH!s uuioriLtico « Ist-
tsrario (Vsussia, 4".) H.uno I I (1351),
5lo. 38: 1^1 2Iu260 Oorrsi-". — ttivista
V'riulHna 1861, Iso. 13, im Aufsatze:
ttuali, sä, »ttukbili usll«
, Vidliotdoody 6 Alussi. vsi xrot.
r. 8«.) 8»ri6 I I , vol. I (1864),
Viu.«. I^»2Hri". — Allgemeine Zeitung
(Augsburg. Cotta. 4».) 1864. Beil, zu Nr. 99
S. 1606: „ViobQ2a I/22H?i", von G. M.
Thomas. — Außer obigem Vincenz La-
z ari sind noch bemertenswerth.- 1. Augustin
Lazari (geb. zu Rochs in der Zips 1635,
gest. 16V3). ein protestantischer Theolog in
Ungarn, der zu Wallendorf. Barthfeld, Leut«
schau. DonnerSmart sein Priefteramt ausübte,
im Jahre 1672 mit mehreren anderen Preoi»
gern vertrieben wurde und erst nach zehn
Jahren zu seiner Gemeinde nach Leutschan
zurückkehren tonnte. Ein von ihm verfaßtes
— wie es jedoch scheint, ungedruckt gedlie«
beneS — Werk: „Adventsoorlefungen auf
einen jeden Tag der Woche. . .". wurde
noch zu Ende des vorigen Jahrhunderts, wie
Klein berichtet, in Bacthfeld auS einem ge<
schriebenen Eiemplare öffentlich der Gemeinde
vorgelesen. ^Klern (Johann Samuel), Nach»
richten von den Lebensumständen und Schrif«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon