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Lovrana in Bereitschaft gesetzte Schiffe die
Verbindung mit Fiume und mit der cm
der adriatischen Küste kreuzenden engli.
schen Flotille. I n Vragna, das am Fuße
des Monte maggiore lag, und wohin er
noch am Abend desselben Tages gelangt
war, erhielt er Kundschaft, daß die fran»
zöfischen Besatzungen von Pola und Ro>
vigno am 3. in Mitterburg eintreffen, am
4. gegen 5en Monte maggiore vorrücken
und sich dort mit der Nationalgarde des
eivenetianischen Antheils von Istrien ver«
einigen würden, worauf sie den General
Nugent im Rücken anzugreifen beabsich«
tigten. Die Stärke der regulären Trup.
pen wurde auf 3000 Mann mit 12 Ge.
schützen, jene der Nationalgarden auf
4000 Mann angegeben. Waren diese
Angaben auch weit übertrieben, so stand
doch den 33 Mann des Hauptmanns
Lazarich unbedingt eine vielmal stär-
kere Truppe gegenüber. Aber 3. rechnete
auf das Landvolk und von diesen unter«
stützt, wollte er den Feind wenigstens so
lange aufhalten, bis General-Major
Nugentdie Anstalten zur Abwehr jenes
Angriffes getroffen hatte. I n der That
hatte sich L. nicht verrechnet, daS Land»
volk stand auf, empfing 3. im Dorfe
Voogliunz feierlich als Befreier und folgte
begeistert seinem Führer dem Feinde ent.
gegen, über dejsen Stärke nunmehr sichere
Angaben vorlagen, denn die Colonne des
Feindes bestand aus einem 1100 Mann
starken leichten Bataillon, auS einer Di<
Vision Ottoöaner, achtzig französischen
Kanonieren und Gendarmen und 3 Ge«
schützen mit Munition. Bei Cevouglie,
wo sich die Straßen nach Trieft und
Fiume scheiden, machte 3. Halt und er.
wartete den anrückenden Gegner. Am
Abend des 3. ließ 3. die Bewohner der
rückwartsliegenden Ortschaften aufbieten
und die Nacht über von allen Thürmen Sturm lauten. Am Morgen des 4. Sep.
tember hatten sich thatsächlich einige hun>
dert Bauern dem Detachement des
Hauptmanns Lazarich angeschlossen,
aber sie waren nicht hinlänglich bewaff»
net und völlig undisciplinirt; und so
wirkten sie denn vor der Hand nur als
Masse. Der Gegner, der früh von Mitter,
bürg aufgebrochen war, rückte heran und
zwar in folgender Ordnung: 2 Compa«
gnien des leichten Bataillons bildeten den
Vortrab, dann folgte die Artillerie mit
der Munition und Bagage, dann der Rest
der Ottoöaner (denn 150 Mann waren
in der NachtzuLazarich übergegangen,
konnten aber ihrer französischen Montur
wegen in dem zu gewärtigenden Gefechte
nicht verwendet werden) dann die Gen-
darmen, und den Schluß bildeten die noch
übrigen 4 Compagnien leichte Infanterie.
Als die Spitze der feindlichen Colonnen
am Fuße des Lindaberges ankam, em«
psing der Landsturm, uneingedenk der
gegebenen Verhaltungsmaßregeln, den
Feind mit Schüssen. Es war dieß ein
bedenklicher Augenblick; wenn der Feind,
die wahre Situation der Unseren kennend,
zum entschiedenen Angriff schritt, so ist
der Ausgang der Katastrophe nicht schwer
zu errathen. Hauptmann L. traf nun
treffliche Anstalten, theilte in die verschie»
denen Haufen des ordnungslosen Land-
Volkes einige erfahrene Grenzer ein und
unterhielt nun ein stundenlanges Geplän»
kel, das den Rückzug der Franzosen zur
Folge hatte. Arge Verstöße in der Füh-
rung des Feindes benutzte der scharfsich«
tige 3. mit großer Umsicht und stets sich
steigerndem Erfolge. Die kleinen Nieder«
lagen, die der Feind sofort an verschiede-
nen Puncten erfuhr, machten die Unseren
drängender, den Feind selbst verzagter,
und als endlich gar der feindliche Com-
mandant. nachdem er sich in eiaem engen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon