Seite - 261 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
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darin an der Akademie der schönen Künste
in seiner Vaterstadt, deren Mitglied er
und als Supplent dieses Faches an der-
selben angestellt wurde. Von seinen Arbei-
ten sind bekannt die durch ihn ausge-
führte Restauration des Gebäudes der
Akademie der schönen Künste in Venedig,
welches im Jahre 163t) durch eine Feuers»
brunst theils zerstört, theils stark bescha-
digt, und erst zwei Jahrhunderte später,
nämlich im Jahre 4829 auf kaiserlichen
Befehl, wenigstens injenenTheilen, welche
architektonisch die interessantesten sind,
durch Lazzari wieder hergestellt wurde.
Ferner sind Plan und Zeichnung zu dem
prächtigen, in Form eines Tempels aus
carrarischem Marmor vollendeten Taber»
nakel der größeren Capelle in der Apo<
stelkirche zu Venedig von L. ausgeführt
worden. Auch als Fachschriftsteller war
Zazzari thätig und sind von ihm erschie«
nen: „
1839) und „^ so^??-«
1840).
^a^lotto ^?'«12c: äs so) , NuoviLi>im2, zuielg. cli
Vene^ia, o ÄLlIs iäolo äsNa Zua I^ a^una,
(Vsn62ia 1836, (^iovau^i Lii^ozkel, 12».)
p. 366, 498 6 376. — Tschischka (Franz).
Kunst und Alterthum in dem österreichischen
Kaiserstaate (Wien 4830, Fr. Beck, gr. 8".)
S. 218 u. 372. — Nagler (G. K. Dr.),
Neues allgemeines Künstlers exikon (München
1838. Fleischmann, 8".) Vd. VI I , S. 363. —
1. Ein anderer Künstler desselben Namens,
Johann Anton Lazzari (geb. zu Venedig
um das Jahr 4640. gest. ebenda im Jahre
1713), war ein guter Maler in Oel, Pastell
und Aquarell. Seine Lehrer waren Liberi,
Langetti, del Nicchi und Diamant ini .
Er copirte mehr als er Originale malte,
aber als Copist war er sehr geschickt, vor»
nehmlich in Bildern, die er nach Iacopo's
da Ponte (genannt Bassano) Originalen
ausführte. Vieles arbeitete er in Pastell und
war ganz befähigt, mit seiner Schülerin Ro»
salba Carriera lBd. I I , S. 294) zu weit- eifern, wenn nicht seine Schüchternheit ihn
gehindert hätte, sich einen Namen zu machen.
s/)a?l,3l ^uz'Ft.4öS.^, Ztoria Mtorioa. äslla
Italia äü.1 riLoi-Fwisnto äslls dsüs arti Ln
PI-22L0 Hl ÜQS äs! XVIII LLoolo (I>i5a 1816,
^ic. c^ui-no, 12«.) ^0120 III , 9. 138, 282
sAnmerk.), e ^oino VI, i>. 74.^ j — 2. Ein
Michael Lazzari (geb. zu Venedig 43. De-
cember 1694. gest. ebenda 1770) hat sich
aber als Geschichts- und Alterthumsforscher
bekannt gemacht. Nachdem er die Studien
an der Hochschule zu Padua beendet, wurde
er Doctor der Rechte. Nach seiner Rückkehr
in seine Vaterstadt trat er in die Dienste
der Republik und wurde der Zeughausver«
waltung zugewiesen. Alterthums<Wissenschaft,
Numismatik und damit Verwandtes bildeten
seine Lieblingsstudien und eine Frucht seiner
Forschungen waren unter Anderem die Schrif«
tcn: „OoulütÄ2ioQi äi Hleuni Li^ori <U
LolQHräiQo Tanstri nsila Ltoria. äsi regno
äo'I^ouFodaräi" (Novsrsäo 1747, 4«.); —
^^,^^^^^^2 2. äiseorsi a^oloFstiei Zoxra
1a oittä. äi H.LQio s il su,o Vs2eov2.äo"
(^errai-H 1732, 4«.). ^ouvsiis Vio-
Fi-Hxkis FsiiLrais . . . xubiies xHr N2I.
I'irmw viäot tröres soU5 la. äirsetion ä«
N. 1e Or. Hoolsr (?ariL 1830 et 3., 8«.)
Lonio XXX, F. 47.)
LlMNNi, Gregor Waler , geb. zu
Venedig im Jahre 1633, gest. ebenda
nach Einigen im Jahre 4749, nach
Anderen im Jahre 1730, 1733 und
1733). Der Sohn eines Barbiers, der
das Handwerk seines Vaters erlernte.
Als der Genueser Maler Franz Rosa
das Talent des Jünglings erkannte,
vertauschte dieser die Barbierschüfsel mit
der Palette und wurde ein sehr steißiger
und geschickter Schüler. Bald ahmte er
mit ungewöhnlicher Fertigkeit die verschie«
denen Manieren der berühmtesten Maler
nach. Als der Vater sah, daß sein Sohn
mit der Palette mehr verdiente, als mit
der Barbierfchüfsel, stand er nicht an, aus
deffen Talent den größtmöglichsten Nutzen
zu ziehen, und nun mußte der Arme
malen, was es nur immer zu malen gab,
um Geld für den Vater zu erwerben,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon