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ner Sicherheit festzustellen gelungen war,
hatte er sich für später vorbehalten. Der
Gegenstand war stofflich aufgebracht und
geordnet, der Tod hatte ihn an der Voll»
endung gehindert. Der zweite Gegenstand,
der Bau alter Burgen, wurde durch
seinen Aufenthalt in Baden ihm nahe
gerückt. Die schönen Ruinen des reizenden
Helenenthales fesselten seine Aufmerksam«
keit. er begann mit unsäglicher Mühe die
Baureste der dort befindlichen alten Rit>
tersitze zu vermessen und vollkommene
Riffe zu entwerfen, worin er von Seite
des Herrschaftsbesttzers kräftig unterstützt
und selbst zu Nachgrabungen veranlaßt
wurde. So war er bei seinen gründlichen
Kenntnissen in der mittelalterlichen Bau-
kunst und der Häuslichkeit des alten
Ritterlebens bald dahin gelangt, tiefere
Einblicke in die Eigenthümlichkeiten der
Bauart alter Burgen zu gewinnen. Außer
der oberwähnten Besprechung des Bu-
dik'schen Buches hat 3. selbstständig
herausgegeben: „Anckblicke in ine deutsche
Vorzeit", 3 Theile (Wien 1844—1846,
gr. 8o.. mit 12 Steindrucktafeln); der erste
Theil dieses in seiner Art mustergiltigen
Werkes führt auch den besonderen Titel:
„Nie Aitterbnrgen Aüllhcneck, Schllrkeneck M
Kanhenötein. Mit geschichtlichen Andeutungen
über bie Vehmgenchte und Turniere" (Wien
1844). Tie demselben auf zehn Stein-
drucktafeln beigegebenen Riffe und Abbil«
düngen sind sämmtlich von L. selbst auf»
genommen und gezeichnet, jedoch von
Verschiedenen lithographirt; der zweite
und dritte Theil führen aber den beson»
deren Titel: „MenZ kaiserliches Aenghnus.
Snm ersten Male ans MunZch-kritischem Ge-
sichtZpnncte betrachtet. tür Hlterthumstreunde und
Wüffenklnmr beschrieben", 2 Theile (Wien
1846); auch die dabei befindlichen Abbil-
düngen sind von 3. gezeichnet. Wenn
gleich das alte kaiserliche Zeughaus als solches nicht mehr besteht und die ganze
Waffensammlung, eine der größten und
reichsten in Europa, in das neue Arsenal
am AbHange des Laaerberges übertra»
gen und dort auch neu aufgestellt
wurde, so bietet Leber's Werk noch
immer die trefflichsten Anhaltspuncte,
weil seine kritischen Bemerkungen durch
eine ^ränderte Aufstellung der Gegen,
stände nichts an ihrem Werthe einbüßten.
3. hatte die Abficht, diese „Rückblicke" in
zwanglosen Bänden, in welchen die ver«
schiedenen Gebiete der Culturgeschichte
des Mittelalters nach und nach dargestellt
werden sollten, fortzusetzen. Das geheim»
nißvolle Walten eines unerbittlichen Oe>
schickes hatte es anders beschlossen. Nach
seinem Tode wurde seine Bilder und
Büchersammlung verkauft. Ueber beide
erschienen Auctions-Kataloge; jener der
Bilder wies 6423 Stücke, jener der
Bücher 1333 Werke in 2000 Bänden
aus. Seine Waffen« und Kunstsammlung
wurde seit dem Ende 1848 verkündigten
Waffenverbote wohlverpackt und war es
noch, als F e i l die Zebensskizze seines
Freundes im Jahre 1886 veröffentlicht
hatte, bei welcher Gelegenheit er den nur
zu tief begründeten Wunsch aussprach,
„daß dieselbe nicht auch zersplittert und
doch ja dem Vaterlande erhalten werden
möge". 3. war Mitglied mehrerer Gelehr»
teN'Vereine des In« und Auslandes. Er
hinterließ eine Witwe mitzwei unmündigen
Kindern, einerTochter Agnes und einem
Sohne M ar. Erstere aber war, 14 Jahre
alt, ihrem Vater bald in's Grab nachge«
folgt (23. Juli 1832).
Berichte des AlterthumSoereins zu Wien
(Wien l8öä, 4«.) I. Vand, S. 268—281:
„Friedrich Otto Edler von Leber", von Joseph
Feil. I/Diese Lebensskizze ist auch in einem
Separatabdruck erschienen.) — Neuer Ne»
krolog der Deutschen (Weimar, Bernhard
Friedr. Voigt. 8«.) XXIV. Jahrgang (t846)
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon