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Erziehungsinstitute zu Mecheln gebildet
worden, trat er im Alter von 46 Jahren
als k. k. Cadet in das Infanterie-Regi
ment Prinz de Ligne Nr. 30 (später Nu>
gent, heut Martini) ein, machte mit dem«
selben den Türkenkrieg mit, wurde Fähn<
rich und im Jahre 1797 als Oberlieute-
nant zu Terzy-Infanterie Nr. 16 übersetzt.
Im Feldzuge deS Jahres 1800 befand
sich das Regiment bei der Armee in Ita
lien. Der General der Cavallerie Melas
rückte am 6. April g. I . in drei Colonnen
in die Riviera. Während die linke auf
dem Wege über Montenotte und die
mittlere Colonne auf dem Wege über
Cadibuona gegen Genua operiren sollten,
hatte die rechte von dem Feldmarschall'
Lieutenant Elsnitz befehligte den Auf-
trag über San Giacomo über die dorti«
gen Anhöhen bis an das Meer vorzn»
rücken, diese Stellung zu behaupten und
die beiden anderen Colonnen so lange im
Rücken zu decken, bis sie mit ihren Ope«
rationen gegen Genua fertig sein würden.
Am Ende dieser Bergrücken ist Finale
gelegen. Eine kleine von dem General»
Major Ulm geführte Nebencolonne hatte
den Auftrag Settepani zu nehmen. Die
Dispositionen wurden, wie sie getroffen
worden waren, ausgeführt. Der Feind
hatte Finale verlassen, vorher aber noch
die Kanonen vernagelt. Nachdem Feld»
marschall'öieutenant Elsnitz den erwähn»
ten Bergrücken besetzt hatte, verlegte er
sein Hauptquartier in die Stadt Finale.
Als aber der französische General Suchet
seine Truppen wieder gesammelt und am
40. Settepani wieder genommen hatte,
verließ Feldmarschall-Lieutenant Elsnitz
in der Nacht vom 10. auf den 11. Finale
und zog sich wieder nach San Giacomo
zurück. So blieb das Fort Finale sich
selbst überlassen. Hauptmann Le Breux
war mit einer zweihundert Mann starken Division im Schlosse geblieben. Finale
sperrt den Seeweg, auf welchem General
Suchet nach Savonna hätte gehen kön.
nen, um diesen befestigten Ort zu deblo»
kiren, dadurch aber wäre er unserer
Hauptarmee in den Rücken gefallen und
diese zwischen Massena und Suchet ge«
kommen. Die Lage stand in der That so,
daß, wenn Suchet Finale genommen
hatte, unsere Operationen in der Riviera
wenn auch nicht ganz vereitelt, doch sehr
gehemmt worden wären. Zwischen Finale
und San Giacomo durchzubrechen, war
jedenfalls zu gewagt; Suchet richtete
sonach seinen Angriff auf die Abtheilung
des Feldmarschall'Lieutenants Elsnitz,
dem er zuvor den höchsten Bergrücken
von San Giacomo abzugewinnen und
dann Finale blokirt zu erhalten suchte.
Suchet 's Angriff auf San Giacomo am
20. April war zurückgeschlagen worden.
Die Lage in Finale aber war ungeachtet
dieses für die Unseren so glücklichen Zwi«
schenfalles eine trostlose. Die Lebensmittel
reichten nicht für einen Tag aus; die
Kanonen hatte der Feind vernagelt, über«
dieß war kein Kanonier zu ihrer Bedie»
nung da und die Besatzung bestand unter
Le Breux' Befehl aus einer schwachen
Division. Le Breux hatte, wie die Ver»
Haltnisse lagen, ohne weitere Verantwor»
tung Finale verlassen können. Er hat es
aber nicht gethan, sondern es während der
oberwähnten Operationen vom 10. bis
22. April vertheidigt. Vor Allem hatte er
selbst die Kanonen entnagelt; dann in
aller Eile zuerst von der Stadt selbst
einige Lebmsmittel requirirt, sofort aber,
da er von der Seeseite noch nicht blokirt
lvar, von den Engländern Lebensmittel
gefordert, die sie ihm auch auf Kähnen
zukommen ließen. Nun verlangte er von
den Engländern auch noch zwei Kanonen,
die sie ihm zwar schickten, welche er aber,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon