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Baumwollweberei sich ernährten, als die
Arbeiten ob Mangel an Bestellungen und
Absatz eingestellt wurden, in die bitterste
Noth. Da traf 3. die wirksamsten Vorkeh-
rungen, um dem Weitergreifen des Elends
zu begegnen, und schaffte durch Gründung
einer Erziehungs< und Versorgungs-An»
stalt den vielen hilflosen Waisen Unter-
kunft und Pflege. Die öfter bedrohte
Ruhe seines Kreises hielt er energisch auf.
recht, kräftigte den guten Geist der Bevöl-
kerung, wehrte die bösen Einflüsse aus
dem Revolutionsgebiete des benachbarten
Ungarlandes ab, machte die mannigfalti»
gen Versuche hartnackiger Emissäre, die
sich unter verschiedenen Masken in das
Land geschlichen, fruchtlos, sicherte die
kurz that Alles, um Ordnung und Ruhe
zu erhalten, was ihm auch vortrefflich
gelungen war. Schon im December 1849
wurde 3. zum Kreispräsidenten für den
Regierungsbezirk Brunn mit dem Range
eines Ministerialrat'hes ernannt. I n die»
ser Eigenschaft wurde er zu wiederholten
Malen, in den Jahren 1849 und 4833.
zum Mitgliede und Referenten der Lan»
descornrnission für die Organisirung der
politischen Behörde in Mähren berufen.
I n den seiner Leitung anvertrauten
Regierungsbezirken aber sind die schnelle
und zweckmäßige Constituirung der neuen
Gemeinden, die Erbauung wichtiger
Straßenzüge, die Errichtung von Bezirks.
Waisenftistungen und Kinderbewahran«
stalten sein Werk; ferner traf er in derLan»
deshauptstadt Anstalten gegen die Feuer»
gefährlichkeit; veranlaßte die Regulirung
der Stadtthore und die Hebung von meh.
reren humanistischen und die Förderung
des Gemeinwesens bezweckenden Anstalten
und Vereinen. Nach einem neunzehnjäh,
rigen so segensreichen Wirken in Mähreu
erfolgte mittelst Allech. Handschreibens vom 48. Februar 1834 seine Ernennung
zum Vicepräsidenten bei der neu zu errich.
renden Statthalterei für Siebenbürgen.
Dort an der Seite des zum Gouverneur
ernannten Kar l Fürsten zu Schwär»
zenberg bot sich seiner Amtsthätigkeit
ein großes und dankbares Feld. denn er
wurde zum Präsidenten der mit kais. Pa<
tent vom 24. Juni 1834 zur Durchfüh.
rung der Grundentlastung aufgestellten
Landescommission ernannt. I n fünf Iah.
ren loste er, wenigstens in der Haupt«
fache, diese gewaltige, ebenso politisch be>
deutsame als nationalökonomisch höchst
wichtige Aufgabe. 3. übernahm, als der
Fürst-Statthalter starb, die innere Amts»
leitung und die Agenden des Landeschefs
und führte
sie
bis zur Ankunft des neuen
Gouverneurs Friedrich Fürsten Liech»
ten stein. Die vielfachen Verdienste L.'s
um Krone und Staat wurden bei meh«
reren Gelegenheiten ausgezeichnet. So
erhielt er mit Allerh. Entschließung vom
20. Juli 1833 das Ritterkreuz des kais.
österreich. Leopold «Ord-ens, wurde mit
Allerh. Entschließung vom 22. April 1884
in den erbländischen österreichischen Frei«
herrcnstand erhoben und mit Allerh. Ent»
schließling vom 7. November 1833 mit
dem Orden der eisernen Krone zweiter
Classe ausgezeichnet. Ebenso ehrten ihn
auch seine Mitbürger, und die Stadt
Brunn verlieh ihm am 6. April 1832
das Ehrenbürgerrecht und sprach der Be-
zirksausschuß von Brünn. als L.'s Ernen«
nung zum Vizepräsidenten der siebenbür«
gischen Statthaltern erfolgt war, das
tiefste Bedauern aus über das Ausschei«
den des Kreispräfidenten, dessen Gerech«
tigkeitSsinn und Humanität die Comune
so oft zu erproben Gelegenheit gehabt.
Freiherr von 3. ist (seit 4844) vermalt
mit Mar ia Beatr ix gebornen Freiin
vonZois.Edelstein aus Kram, welche
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon