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Abkeltern 278 Lebzeltern
einer durch ihr Macenatenthum fĂĽr Kunst
und Wissenschaft und sonst treffliche Eigen-
schaften im Lande in hohem Ansehen
stehenden Familie angehört.
Rannich er (I>), Das Haus Lebzeltern.
Eine genealogisch-biographische Skizze (Her.
mannstadt 1860, 8".) S. 8—12.
I. Zur Genealogie der Grasen und Freiherren
von Febzeltern. Die Lebzeltern find ein
älteres deutsches Adelsgeschlecht, deren Spros«
sen bereits als Mitglieder der Ritterschaft im
Lande Meiffen erscheinen. Ein Johann L.
war Rathsherr in Leipzig, und sein Sohn
Jacob, der um die Mitte des 17. Iahrhun»
derts blĂĽhte, war ein gelehrter Arzt ebenda,
der sich durch mehrere medicinische Schriften
bekannt gemacht hat. Die BrĂĽder Thomas
Jacob, Wolfgang Friedrich und Mang
wurden schon am 10. März 1600 in den
Adelstand erhoben und Kar l Wolfgang,
mit dem unsere Stammtafel beginnt, weil
wir von ihm die Filiation bis auf die
Gegenwart richtig aufstellen können, wurde
mit Diplom vom 29. August 1718 in den
Ritterstand erhoben. Mit seinen Enkeln Jo-
hann Nepomuk, Adam und Ludwig Leo-
pold bilden sich dann verschiedene Linien.
Karl Wolfgang's Urenkel Franz, desstn
Mutter Cimlia geborne von Frendel nach dem
Tode ihres ersten Gatten Johann Nep»
muk von L. (gest. 1799) mit dem Staats«
referendarius Freiherrn von Collenbach
zum anderen Male sich vermalte, wurde von
seinem Stiefvater dem Frcihcrrn von Collen»
bach adoptirt, nahm mit seinem Familien«
namen den des Aoovtivvaters an und wurde,
als er in Folge des ihm verliehenen St.
Stephan'Ordens statutenmäßig die Freiherrn»
wĂĽrde erlangte, mit dem Namen Freiherr von
Lebzelte rn'Collenbach baronisirt. Dirse
freiherrliche Linie Lebzelte rn<Collenbach
blüht noch zur Stunde. — Karl Wolf.
gang's Urenkel Ludwig, dessen Vater Adam
im Jahre 1817 in den Fre'cherrnstand erhobm
wurde, erlangte, aber nur fĂĽr seine Linie, im
Jahre 1823 die gräfliche Würde, sie erlosch
auch bereits mit ihm (gest." 1834) im Manns»
stamme. — KarlWolfgang's Enkel Ludwig
Leopold ist aber der Stifter der beiden Aeste,
des älteren und des jüngeren der freiherrlichen
Linie Lebzeltern, von denen der ältere
Ast mit den beiden BrĂĽdern Heinrich und
Leopold, am 22. April 1834 und am 26. März 1860. der jüngere mit Wilhelm am 16. März
1842 die freiherrliche Würde erlangte. —
Innerhalb einer dritthalbhundertjährigen Zeit<
Periode hat diese Familie eine stattliche Reihe
ausgezeichneter Mitglieder aufzuweisen, welche
sich als Staatsmänner. Kriegshelden und auf
dem Felde der Wissenschaft hervorgethan
haben. In der Diplomatie hat der Name der
L. eine bewährte Geltung und bereits der dritte
3., nämlich Eduard Freiherr Lebzeltern*
Collenbach, nimmt den portugiesischen Ge<
sandtschaftsposten ein; die beiden frĂĽheren waren
Adam Freiherr v.L. und Ludwig Graf v.L.
Einzelne SproĂźen dieses Geschlechtes wurden
zu den schwierigen und verantwortlichen Stel»
len von Erziehern der erlauchten Mitglieder
des kaiserlichen Hauses fürgewählt, so war
Wilhelm Freiherr von 3. Erzieher und
später Vorstand des Hofstaates des Erzher'
zogs Friedrich und sein unzertrennlicher
Begleiter auf den verschiedenen Reisen nach
dem Orient und nach England. Joseph
Ritter von 3. war wieder dem Herzog von
Reichstadt zugewiesen worden, um dessen
militärische Ausbildung zu leiten. Auch auf
dem Felde der Ehre haben einzelne Mitglie-
der ihre Treue mit dem Tode für das Vater»
land besiegelt, wie Karl Ritter von L. der
schon 1767 vor Schweidnitz, und Ni lhe lm
Freiherr von L., der 1849 bei Temesvär ge<
fallen. Wie verdient sich wieder Einige von
ihnen im inneren Staatsdienste gemacht, da»
fĂĽr geben Belege Franz und Heinrich,
welche beide, und zwar Ersterer im Jahre
1826, Letzterer im Jahre 1834 für im Staats»
dienste erworbene Verdienste in den Frei»
herrnstand erhoben wurden. lMuellm. a)Sand-
schriftliche. Grafen»Dipl 0 m für 3 udwig
Freiherrn von L. vom Jahre 1823. — Frei»
Herrn-Diplom fĂĽr Franz Ireiherrn von
Lebzeltern'Collenbach ääo. 26. Sep-
tember 1826. — Frei Herrn »Diplom für
Wilhelm Freiherrn von L. ääo. 22. April
1834. — Freiherrn »Diplom für Leo»
pold Freiherm von L. ääo. 26. März 1860
und Fr ei Herrn »Diplom für Wi lhelm
Freiherrn von L. ääo. 16. März 1842. —
t>) Gedruckte. Rannicher (I.). Das Haus
Lebzeltern. Eine genealogische» biographische
Skizze (Hermannstadt 136U, Th. Steinhaus»
ser, 8".). — Gothaisches genealogi»
sches Taschenbuch der freiherrlichen
Häuser (Gotha, Iustus Perthes, 32».) Jahr«
gang 1339, S. 416—422: — dciöselbe, Jahr-
qana 1864, S. 451. — Kneschke (Ernst
18-i-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon