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Lecchi 283 Lecchi
vär (26. Mai 4849) auf dem Felde
der Ehre.
Bergmann (Ios.), Medaillen auf berühmte
und ausgezeichnete Männer des österreichischen
Kaiserstaates vom XVI. bis zum XIX. Jahr-
Hunderte (Wien 1844—4837, Tendier, 4°.)
Bd. I I , S. 300 u. 3?3. — Wiener Zei«
tung 1865, Nr. 7«.
Lecchi, Johann Anton (gelehrter
Jesuit, geb. zu Mai land 47. Novem»
ber 4702, gest.zu Mai land 24.August
1776). Trat, nachdem er am Collegium
der Brera, deffen Zeitung der Gesellschaft
Jesu anvertraut war, die Humanitäts»
classen beendet hatte, in den Orden der
genannten Gesellschaft und widmete sich
fast ausschließlich dem Studium der exakten
Wissenschaften. Nachdem er im Orden
seinen eigenen Bildungsgang vollendet,
trat er im Lehramte in Verwendung und
trug schöne Wissenschaften zuerst zu Ver«
celli, dann zu Pavia, später die Redekunst
undPhilo sophie in Mailand vor,bis endlich
sein langgenährter Wunsch in Erfüllung
ging und er als Professor der Mathematik
an die Hochschule zu Pavia geschickt
wurde. Die Lehre von der Wasserkraft
(technisch die Hydrodynamik) war L.'s
Lieblingsgegenstand und^ kaum wurde
irgendwo eine in dieses Gebiet einschlä.
gige Frage aufgeworfen oder ihre prak«
tische Anwendbarkeit berathen, ohne daß
3. zu den Verhandlungen zugezogen
worden wäre. Als es sich z. B. um die
Regulirung des Reno handelte, eines in
Toscana durchfließenden Nebenflusses des
Po, der namentlich in den Gegenden von
Bologna und Ferrara große Verwüstun-
gen anstellte, da verlangte Papst Cle>
mens XII I . ausdrücklich den Padre
Lecchi und übertrug ihm eine Arbeit,
welche jeder andere Wafferbaukünstler zu
übernehmen abgelehnt hatte. Sechs Jahre
leitete L. persönlich diese Arbeiten, die
auch nach seinem Tode, aber nach seinen Plänen und Zeichnungen fortgesetzt wur»
den. Zu anderen ähnlichen Arbeiten be»
riefen ihn auch Franz III., Gloßherzog
von Modena, Erzherzog Ferdinand,
der damalige Statthalter in der Lom«
bardie. und selbst nach Wien die Kaiserin
Mar ia Theresia, die ihn zum kaiser«
lichen Mathematiker und lliäraullous er»
nannte und ihm einen besonderen Jahr»
gehalt aussetzte. Nachdem die Gesell«
schaft Jesu war aufgehoben worden, zog
sich 3. in'S Privatleben zurück und lebte
im eigenen Hause seinen Wissenschaft»
lichen Arbeiten, denen ihn im Alter von
74 Jahren der Tod entriß. Seine Ab«
Handlung über die schiffbaren Canäle
und seine Hydrostatik sind zwei von der
Wissenschaft als Musterwerke bezeichnete
Arbeiten. Seine Schriften find in chro-
nologischer Folge, theils in lateinischer,
theils in italienischer Sprache: „5
. söe.« (ebd. 174l, ?o1.);
F7-o5<5Ü27/5mo« (Ninseälsui 1744);
ei
1733);
(ebd. 1734); —
" (ebd. 1756); — ^^)
'«s" (ebd. 1738); —
(ebd. 1763, 4".); — „
" (Koma 1764, 4".); —
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon