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zugeben. An den Reitergeftchten bei
Wagram hat 3. wieder ruhmvollen An»
theil. Bald darauf zum Feldmarschall-
Lieutenant befördert, befehligte er in
den Kriegen 1813—1813 eine Division.
I n der Schlacht bei Leipzig befand er sich
in der ersten Colonne unter dem Erbprin«
zen von Hessen«Homburg aufdem
linken User der Pleijse, beschäftigte am
18. den ganzen Tag über den Feind, be-
ständig seine rechte Flanke beunruhigend
und ihm wahrend seiner so oft wieder«
holten Angriffe auf Dölitz großen Scha«
den zufügend. Nach dem Rheinüber-
gange befehligte er die Avantgarde der
Süd «Armee, nahm bei St. Georges.
18. März 1814, ungeachtet der Feind in
einer äußerst vortheilhaften Stellung sich
befand, den Kampf an, schlug ihn zurück
verfolgte ihn eine weite Strecke, brachte
ihm große Verluste bei und nahm ihm
vier Geschütze. Mit gleichem Erfolg warf
er die Franzosen bei Iimonest, 20. März,
und nahm eine vortheilhaftere Stellung
ein als es jene war, die er vor Eröffnung
des Kampfes behauptet hatte. Ebenso
griff er bei St. Romans die Franzosen
auf mehreren Puncten an, erstürmte St.
RomanS und zwang den Gegner auf
allen Seiten zum Rückzüge. Dieses Ge>
fecht war das letzte dieses Feldzuges; der
bald darauf abgeschlossene Waffenstill»
stand machte den gegenseitigen Feindselig«
keiten ein Ende. Mit Allerh. Handbillet
von Dijon 28. März 1814 wurde aber
3. für sein tapferes Verhalten bei St.
Georges mit dem Ritterkreuze des Ma«
ria TheresieN'Ordens ausgezeichnet. Im
Jahre 1813 stand L. mit seiner Division
beim ersten, von dem Feldzeugmeister
Grafen Col loredo befehligten Armee-
corps, deffen Avantgarde er comman«
dirte. Die Operationen hatten am
26. Juni begonnen. Bei Bcfort stieß L. mit seiner Avantgarde auf eine
feindliche. 3000 Mann starke Abthei-
lung, welche der französische General
Lecourbe führte. 3. griff sie sofort
cm und warf sie nach einem hitzigen Ge>
fechte nach Donnemarie zurück. Wenige
Tage spater, 1. Juli, kam er dem zwei«
ten, von Major Reuchliugen geführ-
ten Jäger-Bataillon rettend zu Hülfe.
Die Jäger hatten nämlich Cheremont
und Besancourt erobert, sich aber durch
ungestüme Verfolgung des Feindes in eine
gefahrliche 3age gesetzt. Da war es 3.,
der dem Bataillon aus seiner Bedräng»
niß half und den General Lecourbe
neuerdings zum Rückzüge zwang. L.
wurde bei dieser Gelegenheit zweiter
Inhaber des 2. Dragoner.Regiments,
damals König Maximilian, heute König
3udwig von Bayern. I n der darauf
folgenden Friedensepoche diente L. bis
1828 als Divisionär in Italien, wurde
dann Commandirmder in Mähren, im
Jahre 1830 General der Cavallerie,
zuerst in Galizien, später in Ungarn,
wo er das Indigenat erhielt. Als die
Bewegung im Jahre 1848 ausbrach, bat
der damals fast sOAHrige General um
Versetzung in den Ruhestand, die ihm
auch im Juni des g. I . unter gleichzeiti«
tiger Erhebung zum Feldmarschall ge-
währt wurde. Noch während 3. Divisio-
när in Italien war, hatte ihn der Kaiser
mit der geheimen Rathswürde und dem
Orden der eisernen Krone 1. Claffe aus«
gezeichnet. Keinen vollen Monat über das
achtzigste Jahr hatte 3. überlebt, als
ihn der Tod der Armee entriß, der er
63 Jahre gedient hatte. Freiherr Ignaz
war (seit 22. April 1803) mit F r a n-
ziska Xav.vonTr attnern (geb. 1783,
gest. 1836) vermalt, und zwei Söhne aus
dieser Ohe. Freiherr August und Frei-
herr Moriz ss, dieselben S, 294 u, 297.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon