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gen und mit der Führung des Secretariats
betraut wurde. In Anerkennung seiner da
malS geleisteten Dienste wurde er mit Diplom
uom 3. April in den erbländischen österrei
chischen Adelstand erhoben. Im Jahre 1766
zum wirklichen Hofrath im niederländischen
Departement und geheimen Hof» und Staats-
officialen befördert, wurde er im Jahre 1774
für seine ausgezeichnete Dienstleistung mit
dem Ritterkreuze des St. Stephan»Ordens
decoritt und dem zu Folge im Jahre
1778 in den Freiherrnstand erhoben. L., ein
Mann von hoher Bildung, entschiedener Be«
fahigung und erprobter Vertrauungswürdig«
keit, war aus der Schule des berühmten
Staatskanzlers Fürsten Kaunitz M . XI ,
S. 70^ j hervorgegangen. Von 17 Kindern aus
seiner Ehe mit 5abine von Trientl haben fünf
Söhne: Vaul Andreas Vincenz, Ignaz
Ludwig Paul. Joseph Paul Gottlob.
Kar l Joseph Alois und Alois Joseph
Xaver das Geschlecht fortgepflanzt und die
noch heute blühenden fünf Linien des Hauses
Lederer gebildet. ^Freiherrnstands'Di-
vlom vom 2<. Februar 1778.) — 3. Ignaz
Ludwig Paul Freiherr von L. l^s. d. beson»
deren Artikel S. 292). — 4. Joseph Paul
Gottlob Freiherr von (geb. 26. Februar
1771, gest. 31. März 1812). Sohn des Frei«
Herrn August Gott lob von L. und Bruder
des Karl und Ignaz ^s. d. S. 297 u. 292).
Er begann seine Laufbahn im Jahre 1792
bei der niederländischen Kanzlei, von welcher
er aber bald zur böhmisch-österreichischen Hof«
kanzlei übertrat. Gr wurde nun Kreiscom-
missär im V. N. W. W.. dann Präsidial'
secretär bei der niederösterreichischen Negie«
rung und Stadthauptmanns»Stellvertreter.
Seine ungewöhnlichen Fähigkeiten, verbunden
mit einer seltenen Geschäftskenntniß, verhalfen
ihm in Verhältniß mäßig jungen Jahren. 1799.
da er erst 24 Jahre alt war. zur Kreishaupt»
mannstelle im V. N. M. B. Im Jahre 18U1
wurde er zu der damals errichteten Wohl«
feilheits<Commission nach Wien berufen, im
Jahre 1802 zum Kanzleidicector im Hofmar«
schallamte ernannt, wobei er zugleich als
Regierungsrath ein Referat bei der nieder-
österreichischen Regierung übernahm. Als im
Jahre 1807 die Stadthauptmannschaft in,
Wien organisirt wurde, verlieh ihm der
Kaiser das wichtige Amt des Stadthaupt» «
manns mit dem Titel und Range eines'
Hofrathes. Im Jahre 1809 bekleidete er die'
Stelle eines Ober»LandescommMrs bei der österreichischen Armee, welche er 180ä schon
bei der russischen versehen hatte. Im Jahre
1809 wurde Freiherr von 3. mit dem Leo»
pold'Orden ausgezeichnet. Auch hat ihn im
nämlichen Jahre die Akademie der bildenden
Künste in Wien unter ihre Ehrenmitglieder
aufgenommen. Aber schon drei Jahre spater
starb 3. in der Vollkraft seines Lebens, im
Alter von erst 41 Jahren. ^Oesterrei chische
National 'Encyklopädie von Gräffer
und Czikann (Wien 1833. 8".) Bd. I I I ,
S. 378 (daselbst wird der 3l. März 1810
irrig als 3.'s Todesdatum angegeben, jedoch
im Anhange zum Bande VI, S. 333, auf den
3l. März 1312 berichtigt). — Vaterlän.
dische Blätter für den österreichischen Kai-
serstaat (Wien. 40.) Jahrg. 1812. S. 233.) —
5. Kar l August Freiherr von L. (geb.
10. September 1797). ein Sohn des Frei'
Herrn Kar l Joseph Alois aus dessen Ehe mit
Mar ia Anna Pletzger Freiin uonWild.
bürg, Freiherr Kar l August trat in den
Staatsdienst, in welchem er Ministerialsecretär
wurde und als solcher in den Ruhestand über.
trat. Für dieses Werk gewinnt er Interesse,
weil er den Beinamen Trattnern der
Familie erwarb. Bereits sein Oheim, der
Feldmarschall Freiherr Ignaz von 3-, war
mit einer Trat tnern (Franziska Xaveria
von T ) vermalt; Freiherr Karl August's
Gemalin Naria war gleichfalls eine geborne
«Tralllmn. Als mit 29. Juni 1845 Johann
Thomas Ritter von Trattnern, der
(Hnkel des berühmten Buchdruckers und Er»
bauerö des als „Trattnerhof" bekannten Hau«
scs am Graben in Wien, ohne männliche Nach»
kommen in Wien verstarb und nur noch ein
Seitenvcrwanoter der Trattnern, Oberst'
lieutencmt Kar l von Trat tnern, im unver«
ehelichten Stande lebte, dieser Name also dem
Erlöschen nahe war, bat der Schwiegersohn
des Verstorbenen, der obige Karl August
Freiherr von Leder er, um den Namen
der Trattnern der Zukunft zu erhalten,
denselben in Anbetracht der Verdienste dieser
Familie mit dem feinigen verbinden zu dür«
fen, was ihm denn auch mit Allerh. Ent»
schließung vom 22. November 1845 gestattet
wurde. Durch Kar l August Freiherrn von
L. gelangle auch der Trattnerhof, der übri«
gens eine ständische Gült ist, an die Familie
des Freiherrn von L., denn dessen Gattin war
wie erwähnt, eine Tochter des erwähnten
Johann Thomas Ritter vonTrattnern.
von dem sie testamentarisch zur alleinigen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon