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Fachzeitschrift auch sonst mehrere Re
censtonen von L.'G. enthalten find. Dei
Monat August 1847 hatte 3.-G.'s Be
rufung von Wien nach Prag zur Folge
und wurde er hier höchsten Ortes
mit der Ausarbeitung einer Denkschrift
über die vieljahrige Gubernatur Sr.
kais. Hoheit des Erzherzogs Stephan
in Böhmen betraut, deren Materialien
der Verfasser aus amtlichen Quellen ge-
schöpft hat. Aber auch die Veroffenb
lichung dieser merkwürdigen, Schrift un>
terblieb. Die Gründung des Jahrbuches
„Libuffa" durch P. A. Klar gab 3.-G
Gelegenheit zu regelmäßiger, vom Pu
blicum dankbar anerkannter Mitarbeiter
schaft, und 3.-G. hat unter den verschie-
densten Automamen an den beliebt ge
wordenen „vaterländischen Denkblättern'
»vom ersten bis zum letzten Jahrgang»
dieses Almanachs (1842-1868) wie
auch an anderen Schriften, die P. A.
Klar herausgab, einen wesentlichen
Antheil. Die Märzereignisse hatte 3.-G.
in Prag mitgemacht und in demsel»
ben Jahre sich mit einer Enkelin des
Weimarischen Hofraihes Lippold (der
mit Funke das einst berühmte Natur-
lexikon herausgab) verheirathet. Wäh-
rend der Gahrungen in Prag schrieb
3.-G. die „PlllillLltM H'eitgrnuZIen", von
denen aber nur Georg Graf Boucquoy
erschien. I n den Jahren 1852—1896
redigirte er die inhaltreiche, das Volk
zu geschichtlicher Lektüre anzuregen be»
stimmte „IllustrirteChronikvonBöhmen",
von welcher 24 Hefte herauskamen; gleich-
zeitig edirte er ein Prachtwerk über den
„Prager Dom zu St. Veit", wozu viele
größere und kleinere Original-Tableaux,
Plane und Portrate gemacht wurden,
und wovon kaum 159 Exemplare in den
Buchhandel kamen; ferner: „Geschichte und
Alterthümer der köhiimchrn Vnrg und MZen- Zindt Mschchrad" (Prag 1853); — „Oe-
schichte uaii Whinen 5eit der Nrzeit bi3 M
Gegenwart" (ebd. 1853) und „Andenken an
den Marschall Ulldchkn" (ebd. 1858, Storch,
8".). Im Jahre 1859 hatte 3.-G. seine
Forschungen über das Habsburg loth-
ringische Haus abgeschlossen und gab
solche unter dem Titel: „Ztndien über. den
Ursprung des österreichischen Kaiserhauses'"
(Prag 1860 und Hamburg 1863, 8o..
mit Stammtafeln) zu der nämlichen Zeit
heraus, als von dem Herausgeber dieses
Lexikons die Monographie '„Habsburg
undHabsburg-Lothringen" erschien. Bald
darauf kehrte L.-G. zu einer vieljährigen
Lieblingsarbeit, den Forschungen über
Chriftusbilder zurück. Die Frucht davon
war seine dem Grafen Franz Thun«
Hohen st ein (Vater des Cultusmini,
sters) gewidmete „Ohristus - Archäologie"
(Prag 1862. 4".), wofür der Verfasser
von Sr. Helligkeit Pius IX. ein aner>
kennendes Breve aus Castel Gandolfo,
6. August 4864, erhielt. I n dieser Ur-
kunde wird das von 3.-G. nach einem
Originale zu Nazareth glücklich reconcin»
nirte Gd esse Nische Christusantlitz
als votustiLLinimn ^w-iLturnns i-LÜ-
nis iiinnuniontuni ausdrücklich an»
erkannt. I n Folge der patriotischen
Bekämpfung des OchismuS kam 3.»G.
m Jahre 1863 in einen von der Gegen,
'eite erbittert geführten Preßproceh, aus
welchem er jedoch siegreich hervorging
und nicht (wie es in dem von Dr. 3.
Rieger redigirten „älovnik ng.usn)'"
unrichtig heißt) zu vierzehntäglgem Arrest
verurtheilt ward. Vielmehr wurde 3.-G.
von der ersten und letzten Instanz voll-
kommen freigesprochen und schuldlos er-
lart. Dieses Ereigniß benutzte 3.-G.,
um der nationalen Partei einige Wahr-
heiten zu sagen, welche in der Const.
Oesterreichischm Zeitung vom 26. bis
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon