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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 314 -
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Lehmann 314 Lehmann Pastor xriiii2.i'iu3 wurde und als solcher nach mehreren Jahren starb. L., der übrigens auch kaiserlicher gekrönter Poet war, hat mehrere Schriften im Geiste seiner Zeit. als.- Buß'Spiegel, Kriegs »Last an Schwerdtern und Fnedens'Last am Rauten «Crantze; — „ViLionmn moäsrliaruiii vanitas"; — „Der Cometen.Prediger"; — ^eääus 2ittauu.8"; — „Geistliche Oa3ug.Nl>." u. dgl. m. heraus» gegeben, großes vollständiges (söge. nanntes Zedler'sches) Universal.3exi< kon (Halle und Leipzig, Ioh. Heinr. Zcdler, kl. Fol.) Bd. XVI, S. 1430. — Iöchcr's Gelehrten-Lexikon. Bd. I I , Sp. 1243.^ — 4. Mor iz 3,, geb. 1819 zu Dresden, wo sein noch lebender Vater Baumeister und Haus> inhaber ist. 3. besuchte die Malcrschule in seiner Vaterstadt und arbeitete dann, sich der Decorationsmalerei widmend, an der Dres- dener Hofbühne. Von Dresden ging er nach Breslau, wo er die Stelle eines Theater« malers angenommen hatte. Im Jahre 1843 berief ihn Theaterdirector Carl , der seine Leistungen kennen gelernt hatte, nach Wien und daselbst war L. zuerst im Leopoldstädter Theater thätig. Seine Arbeiten im genannten Theater und später in jenem an der Wirn lenkten bald die allgemeine Aufmerksamkeit auf den tüchtigen Künstler, und im Jahre 1830 wurde L. zum k. k. Hoftheatermaler ernannt. Im Jahre 1862 gerieth er auf den keineswegs glücklichen Gedanken, die Direktion des Carl'Theaters in der Leopoldstadt zu übernehmen, wodurch er nicht nur sein gan< zes bisher durch seine Kunst erworbenes Vrr» mögen einbüßte, sondern bald in solche sinan» zielle Beorängniß gerieth, daß er Wien plötz- lich verlassen mußte. Dabei muß jedoch bemerkt werden, daß er die Absicht, die tief gesunkene Volksbühne Wims zu heben, mit einem so großen Opfer bezahlte; denn er brachte das Herz und Gemüth eines Künst- lers in ein Geschäft, in welchem man in der Regel nur mit der Natur eines Harpagon und mit vollendeter Herz» und Gemüth' losigkeit es zu Etwas zu bringen pflegt. Nach' seiner Entfernung aus Nien blieb L. lange verschollen, bis es im Herbste 1863 mit einem Male verlautete, er sei als polnischer Spion von den Russen aufgehoben worden, In der That war der Künstler, wenngleich nur kurze Zeit, schwer bedroht; er war einer Bestellung des Theater«Comits's in Riga ge. folgt und sollte für die Eröffnung des dorti- gen Theaters die Decoration zu „Wallen» stein's Lager" malen. Um zu diesem Zwecke Naturstudien zu machen, fuhr der nichts Arges denkende Künstler in das etliche Werfte von Riga befindliche russische Lager. Dort vor dem Lager angelangt, fand er bald einen malerischen Punct und machte sich an die Arbeit. Die Russen, als sie den kleinen Mann so ohne weiteres dort sitzen und zeichnen sahen, zogen bald einen Kreis um ihn, schlössen ihn ein und nahmen ihn gefangen. Die Scene, die sich nun abspielte, als der harmlose Künstler plötzlich festgenommen, ganz erschreckt ausrief: „Ich bin ja der kleine Lehmann aus Wien, kennen sie mich denn nicht", welche naive Entschuldigung mit: Nichtsda, Spion, Rebeller. Insurgentenhund u. s. w. beant« wortet wurde, möchte selbst eines Hogarth- schen Pinsels würdig sein. Später, da sich Jemand fand, der ihn in Riga gesehen und kannte, löste sich das Mißverständniß und nach zwölfstündiger schärfster Haft wurde der kleine Lehmann frei. In den letzten Jahren führte L. ein unstätes Leben, so arbeitete er längere Zeit in Berlin, wo er mit seinen glänzenden Leistungen im neuen Wallner- Theater großes Aufsehen erregte. Anfangs l863 begab er sich nach Ischl. um den oeco« ratioen Theil des dortigen ganz neu renovir- ten Theaters herzustellen. In neuester Zeit verlautete es. L. habe Leipzig zu seinem blei» bcnoen Aufenthalte genommen, um dort unter den günstigsten Bedingungen die Ausführung sämmtlicher Dccorationen für den neuen Theatcrprachtbau zu übernehmen. Dann wie< der wollte ihn ein Agent aus New Uork, der eigens deßhalb nach Berlin gekommen war, für das neue große Theater in New'Uork gewinnen und jetzt wieder verlautet es, 3. habe Antrage nach Paris, wo er die groß- artigen Räume eines neuen Belustigungö- ortcs decorircn soll, angenommen. Gewiß ist es. daß er in letzter Zeit (22. Juli 1863) in Pesth für den neuen Director Landvogt die Dekorationen zu Weilen's „Eoda" malte. Als Dccorationsmaler ist L. einer der ersten Künstler dru Gegenwart, den ganzen Zauber des Effectes beherrschend, verbindet er mit seltenem Geschmack eine wunderbare Kenntniß der Perspectiue und großen' Ersindungsgeist. L. arbeitete auch in Oel, aber nur sehr selten, so z. B. war in der Ausstellung der Aka^ demie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien (1858) von ihm eine Oellandschaft: „Partie in Gmunden" zu sehen, aber es war dieß das einzige Mal. Seine Frau,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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