Seite - 316 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Bild der Seite - 316 -
Text der Seite - 316 -
LehocKy 316
bei dem Bildhauer Sternete, einem
der besseren Künstler jener Periode.
Sternete war zu jener Zeit für den
Prinzen Eugen thätig und Le h nlä h er
half ihm dabei, ein nicht gewöhnliches
Talent, ebenso in technischer Ausführung
als in glücklichen Ideen beurkundend.
Von Wien folgte er einem Rufe nach
Nikolsburg, wo er mehrere Statuen und
Vasen für das dortige Schloß auszufüh.
im hatte. Da sich die Arbeiten immer
mehrten und die Zeit'seines Aufenthaltes
in Nikolsburg sich in die Länge zog,
kaufte er
sich
dort ein Haus, machte sich
seßhaft und arbeitete mehreres daselbst.
Die Statuen und Vasen im Schlöffe und
die Dreifaltigkeitssäule auf dem großen
Platze sind Werke feiner Hand. I n der
Folge erhielt er einen Ruf nach Karls-
ruhe, den er auch annahm. Er übersiedelte
mit der ganzen Familie dahin, vollendete
dortmehrereWerkeund starb auch daselbst
im Alter von 74 Jahren. Die unten an-
geführte Quelle — die einzige die seiner
gedenkt, denn Nagler und die anderen
Künstler-Lexika kennen ihn gar nicht —
schreibt über ihn, „daß er nicht nur die
berühmten Bildhauer Mährens swas
freilich eben nicht viel sagen will), sondern
auch viele andere Meister in Deutschland
üdertroffen habe".
Annalen der Literatur und Kunst des In<
und Auslandes (Wien, Anton Doll, 8«.)
Jahrg. 4810, Bd. I I I , S. i36, im Aufsatze:
„Ueber bildende Künste in Mähren".
Lehoczkl), Daniel (Rechtsgelehr-
ter, geb. zu Bistriczka in der Thuro»
czer Gespanschaft 3. Jänner 1703, gest.
23. März 4779). Einer alten Adels-
familie Ungarns entstammend, fügte L.
dem Adel seiner Geburt den ungleich
höheren einer edlen, für das Recht begei'
sterten Gesinnung hinzu, die das Andew
ken an ihn bis auf die Gegenwart erhal- ten hat. Sein Vater, Verwalter mehrerer
königlicher Herrschaften, war ohne sein
Verschulden verarmt. Daniel war nun
auf sich selbst gestellt, studirte die Rechte,
nahm in Wien bei zwei ungarischen Agen» >
ten die Rechtspraxis und kehrte nach zwei
Jahren in seine Heimat zurück. I n BiSz-
triczka gab es jedoch für ihn nichts zu
thun, er trat nun bei dem Vicegespan
des Preßburger Comitaies in Dienste.
Hier schon bewahrte er eine besondere
Geschicklichkeit, sein Ruf wuchs und als
er gar im Namen des Fiscus mehrere
Processe sowohl vor der königlichen Tyr»
nauer Tafel, als in anderen Gespanschaf»
ten mit glücklichem Erfolge geführt, lebte
sein Name bald in Aller Mund. Er
wurde nun Advocat an den königlichen
Districtstafeln zu Tyrnau und Güns und
kam von dort nach Pesth; ferner war er
Affeffor der Thuroczer und Bekeser Ge-
spanschaft und wurde von den Magnaten
öfter, wie z. B. von Baron R6vay auf
den Reichstag 1741, von dem General
Merei und dem Grafen Johann Nep.
Kohäry als Stellvertreter auf den
Reichstag 4764 entsendet. Die Bekeser
Gespanschaft aber wählte ihn im Jahre
1731 zu ihrem Ablegaten. Die schwierig»
ften Rechtsfalle wurden ihm zur Verthei.
digung übergeben, dabei aber war er nicht
nur ein Anwalt der Reichen und Begü«
terten, sondern ebenso der Armen, und
der Proceß, den er für den zum Bettler
verarmten LadislauS Tisza gegen den
mächtigen Herzog von Modena führte
und gewann und so Tisza in den
Besitz aller seiner Dörfer wieder ein»
setzte, dient so zu sagen noch heut als
Ehrendenkmal zu Lehoczky's Gedacht«
niß. Tisza, der, wie man sprichwört«
lich sagt, sein Recht mit zwei weißen
Füßen (d. i. barfuß) suchte, kehrte
mit 24 weißen Füßen (in einer mit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon